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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 329

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Zur "Auflösung des Gelübdes" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 329 (sequence 2)
Language
German
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329 ידיר הנאה nicht heißen, wie D. meint, der Priester gelobt, daß er sie scheiden werde. Daß dieses G. durch das לא יחזיר tatsächlich eine bessere Garantie als ein Bibelverbot im Volke geboten hat, besagt auch der Passus הנושא נשים בעבירה (nicht הנושא את אשתו בעבירה) d. i., ein Priester, der die betreffenden Bibelgebote mißachtet und als solcher bekannt ist. Meine Erklärung des Beth-IJoron-Falles bestätigen die חכמים, in dessen Zeit sich der Fall zugetragen hat, mit ihrer Entscheidung: כל מחנה שאם הקדישה אינה מקודשת אינה מתנה, da erst die Weigerung des Voventen die Heiligung anzuerkennen die Schenkung fraglich und dann ungültig macht, und nicht כדי שיבא אבא ויאכל עמנו בסעודה, das nur den Zweck der Schenkung angibt. D. schreibt mir weiter die Meinung zu, daß Naljum der Meder nach mir die lange vor ihm existierende Einrichtung der Auflösung der Gelübde vorgefunden hat (auf S. 43 ist nichts derartiges zu finden), um mir durch den Hinweis auf meine Behauptung, daß von einer Auflösung im Zeitalter Jesu keine Rede sein kann, einen Widerspruch .anzudichten. Ich will daher nur daran erinnern, daß ich einige Phasen in der Auflösung nachweise; somit hat Naljum nicht die Auflösung im geläufigen Sinne vorgefunden, sondern die Phase der Beruhigung des Voventen durch den IJacham, nachdem die Erfüllung des Gelübdes unmöglich geworden ist. Da ich außer dem Ausspruch היתר נדרים פורח באדר alle diesbezüglichen hebräischen Quellen verwertet habe, sind mir ,,die hebr. Quellen“, die für die Behauptung D.s angeblich sprechen sollten, jedenfalls nicht bekannt. Ich glaube, daß diese kurze Antwort genüge, um Herrn Dr. Dörfler zum Umlernen angeregt zu haben und bemerke, daß die Bezeichnung ,,nicht ganz verläßlich“, mit der ,,das Gelübde von Walter Gottschalk“ auf S. 35 zitiert wird, keinesfalls die fleißige Sammlung und gründliche Bearbeitung der arabischen Quellen tangieren sollte, vielmehr habe ich dabei an'seine allgemeinen Erklärungen des alten Gelübdes gedacht. Besprechungen Die Gesellschaft für Geschichte der Juden in der tschechoslovak. Republik• Bekanntlich zerfiel der gesamtösterreichische Distrikt des Ordens ,,Bnai Brith“ nach Beendigung des Weltkrieges in 3 Distrikte: in den österreichischen, tschechoslovakischen und polnischen Distrikt. Von diesen 3 Distrikten war der tschechoslovakische Distrikt bezüglich des jüdischgeistigen Lebens der am schwersten betroffene. Alles was auf sozialem und geistigem Gebiete im Interesse des Judentums getan werden sollte, hatte man seit jeher von der Großgemeinde der Residenz erwartet; eine selbständige großzügige Tätigkeit zur Hebung des Judentums fehlte in den historischen Ländern fast vollständig. Nun sollte sie mit einem Male aufgenommen werden. Aber gerade die Judenheit dieser Länder, namentlich die böhmische, war derart assimiliert, daß sie nur wenig Interesse der religiösen, geistigen und sozialen Kräftigung des Judentums entgegenzubringen geneigt war. Ein Land wie Böhmen, eine Stadt wie Prag, einst Ruhm und Glanz, vielfach Mittelpunkt der jüdischen Gelehrsamkeit haben in wenigen Jahrzehnten bis auf einzelne schwache Spuren alles aufgegeben, was einst ihr ganzes Leben w?ar. Und doch nur scheinbar. Unter der Asche glomm das alte Feuer weiter; es bedurfte nur der rechten Männer, um für die Arbeit am Judentum weitere Kreise von neuem zu begeistern. Es ist das unbestreitbare Verdienst der leitenden Männer des B. B.-Ordens in der Tschechoslovakei, daß sie immer zielbewnßter nicht nur sozial überall nach dem Rechten zu sehen sich bemühen und kräftige Impulse geben, sondern auch dem jüdisch-geistigen Leben eine Verjüngung zu geben versuchen, die hoffentlich die besten Erfolge zeitigen und Liebe zum Judentum neu erwecken wird.

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