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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 306

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Zu Immanuel Romi
Date
1929-01-01
Page
Seite 306 (sequence 2)
Language
German
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306 Einfluß der italienischen Sprache und des jüdisch-italienischen Dialekts auf den hebräischen Stil des Immanuel nicht ganz folgen konnte. Ich werde daher die freundliche Einladung des’ Herrn, Redakteurs, der mir über die Bemerkungen des Herrn Dr. Wilensky Mitteilung gemacht hat, benutzen, um mich genauer über die Einzelheiten, die Dr. Wilensky herausgreift, auszusprechen. 1. Bei meinem Vergleich von Immanuels Konstruktion תשקיף מן החלון mit dem ital. guarda dalla finestra dachte ich an die bekannte Tatsache, daß man im Hebräischen "השקיף בפד החלון" oder "בפד האשנב" sagt und nicht ״מן החלון״ oder ״מן האשנב״ (Gen268, R 528, II Sam 616, II Kön 930, Proverb lß, I Chr 1529). In der ganzen Bibel ist kein einziges Beispiel für diese Bedeutung zu finden. In dem von Dr. W. angeführten Verse (Ct 29) haben wir nicht das Verb השקיף״//, sondern השגיח״// und ״הציץ״ und dieses bedeutet, wie mir scheint, (wie ich es in meinem Kommentar zum Hohenliede, der demnächst erscheinen wird, dargelegt habe) ,,er schaute von Außen ins Haus hinein“. Dr. Wilensky meint, daß Immanuel sich diesen Ausdruck auf Grund der Stelle im Hohenliede gestattete. Wir können aber keinen Grund finden, der Immanuel zur An- Wendung einer ungewöhnlichen Form zwingen sollte, um so weniger, da wir es hier mit Prosa und nicht mit Poesie zu. tun haben und Immanuel durch nichts gehindert wurde, sich an die biblischen Paradigmen zu halten. Außerdem habe ich auch nicht die Frage aufgeworfen, ob nach den hebräischen Sprachgesetzen der Ausdruck Immanuels Berechtigung hat. Es ist klar, daß Immanuel ein reines Hebräisch schrieb. Um seine Ausdrucksweise zu rechtfertigen, könnte man den Ausdruck ״השקיף משמים״ und seine Synonima anführen (Deut 2615, Ps 142, 533, 8512, 10220, Tr 350), trotzdem die Bedeutung hier ein wenig anders ist. Aber nicht dies stand zur Erörterung. Ich fragte: Was zwang Immanuel, sich einer ungebräuchlichen Ausdrucksweise zu bedienen? Wäre für ihn der biblische Stil die einzige Quelle, so hätte er sicher "תשקיף בעד החלון,, geschrieben. Der Beweggrund 44״מן החלון zu schreiben, kann nur darin gefunden werden, daß Immanuel italienisch dachte, obwohl er hebräisch schrieb und seine italienisch geformten Gedanken in hebräische Worte übersetzte. 2. Um die genaue Bedeutung des Ausdrucks “״היא נתנה לי מן הצץ bei Immanuel zu erfassen, muß man die ganze Art der Gedichte (S. 158—175), in denen sich dieser Ausdruck findet, berücksichtigen. Sie bestehen aus Fragen und Antworten, hei denen der Autor jede Frage mit einem Vers beantwortet, der sich auf die Frage reimt. Es ist ein reizvolles Wortspiel, dessen Reiz eben darin liegt, daß es Imm. gelingt, auf jede Frage eine passende Antwort zu geben/die beide Vorzüge in sich vereinigt: Sie stammt aus der Bibel und reimt auf die vorangehende Frage. Oft haben die Antworten noch den dritten Vorzug, daß die Bibelverse in parodistischem Sinne gebraucht werden. (Manchmal gestaltet auch Immanuel die Frage erst so, daß sie eine paro* distische Antwort;ermöglicht':) Dr.W.hat aber all dies nicht in Betracht gezogen, hielt es vielmehr für notwendig, ausdrücklich zu bemerken, daß der Ausdruck aus der Bibel stamme und Beweise zu bringen, daß Imm. Verse in scherzhaftem: Sinne gebraucht hat. Dies ist eine Selbst-

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