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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 156

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Zur Besprechung der Gießener Mischna [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 156 (sequence 2)
Language
German
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156 jungen, sondern sämtliche Priester sind? Die witzige Frage: ,Von welchem Kleide könnte also die Mischna im ersten Absatz behaupten, daß die jungen Priester darauf auf der Erde lagen? Die heiligen Kleider lagen ja unter ihren Köpfen, und das profane Gewand diente als Decke6 ist sehr leicht zu beant- Worten. ,Jeder auf seinem Kleid6, I 1 a bezieht sich nach I 1 b auf das heilige Kleid, und des weiteren genügte die Decke des eigenen Kleides, da die Priester bekanntlich auch Hosen trugen. 4. Lustig ist, daß Herr Chan och Albeck mit dem großartigen Satz: ,Ein ,,Schüler64, der nicht eine Zeile eines rabbinisehen Textes lesen kann, hat nicht das Recht, gegen Große zu polemisieren6 für die Uebersetzung von חחת mit ,neben6 statt ,unter‘ ein tritt66, nachdem er selbst wenige Zeilen weiter oben dieses תחת fröhlich mit unter (ihre Köpfe) übersetzt und diese Uebersetzung ,noch einmal wiederholt hat. Eingehen auf weiteres erübrigt sich. Oscar Holtzmann. Herr Oscar Holtzmann spricht von ,,Mißhandlung zweier Toten66. Dieser Vorwurf nimmt sich in! Munde eines Holtzmann ganz eigentümlich aus. Wie, die toten Pharisäer, die doch immerhin von Millionen Juden als ihre Lehrer verehrt werden, dürfen mißhandelt und verächtlich gemacht werden, und einem Juden sollte es nicht erlaubt sein, die Gehässigkeiten und Unkenntnisse ihrer Angreifer aufzuzeigen, nur weil diese inzwischen verstorben sind? Seit wann sind überhaupt Autoren durch ihren Tod gegen Aufweis ihrer Irrtümer geschützt? Der Same, den diese Toten ausgesät haben, würde aufgehen, und es ist unsere Pflicht, ihn im Keime zu ersticken. Es wäre Pflicht des Herrn Holtzmann, als Mitherausgeber, seine toten Kollegen in Schutz zu nehmen — wenn er dies imstande ist — statt sich hinter leeren Phrasen zu verschanzen. Im übrigen stelle ich fest, daß ich Nowacks Bearbeitung von| Schabbat noch z u seinen Lebzeiten genügend gekennzeichnet habe und daß er nicht einmal einen Versuch unternahm, sich zu verteidigen. Auch Herr Holtzmann versucht hier nur auf einen kleinen Teil meiner Vorwürfe zu antworten. Wie diese Antwort aussieht, wollen wir sehen. 1. Ich habe Herrn Holtzmann den Vorwurf gemacht, daß er überhaupt auf keine Literatur verweist und auch bei den angeführten Parallelen, die er aus zweiter Hand schöpfte, seine Quellen nicht angibt. Als Beispiel führte ich ein jetzt unmögliches Zitat aus ,,Gen. rab. 79, 77 d66 an, das er aus Levys Wb. abschrieb. Auf all dies hat Herr Holtzmann nur zu erwidern, daß er in seinem Kommentar zu Mid dot auf Levv verweist. Woher soll aber der Leser seines Komm, zu Tamid dies wissen, wenn H. hier weder auf Levy noch auf den Komm, zu Midd. hinweist? Die selbstverständliche Forderung, für wissenschaftliche Zwecke nur die Lesarten kritischer Ausgaben (und nicht korrumpierter) in Betracht zu ziehen, sucht Herr Holtzmann durch Ironie abzutun. Daß er aber überhaupt keine Ausgabe des Gen. rab. nachsah, und ein unmögliches Zitat aus dem Wb. abschrieb, scheint sich mit seiner Auffassung von wissenscheftlicher Genauigkeit vereinbaren zu lassen. Ueber dies Vorgehen kann in Fachkreisen nur eine Meinung herrschen. 2. Es ist nicht richtig, daß Ginzberg und Moore(??) aus Joma 14b schließen, daß der Traktat Tamid dem R. Simon schon ,,fertig vorlag66 und daß Holtzmann in seinem Buche diesen Schluß nur als die ,,Meinung angesehener Gelehrter66 ausgibt. Vielmehr sagt er in seinem Buche überhaupt nicht, daß dieses erst aus dem Talmud zu ,,schließen66 wäre, sondern stellt es als ,,talmudische Ueberlieferung66 hin! Richtig ist allerdings, daß dieser falsche Satz sich bei Funk findet, daß aber Herr Holtzmann in seinem Buche mit keinem Wort des Funk ged en k t. Er bestätigt hier ungewollt von neuem meinen Vorwurf, daß er seihe Angaben abschreibt, ohne seine Gewährsmänner zu nenne.n• Ist es aber fair, seine Quelle zu verschweigen und sie erst dann aufzudecken, wenn sie sich als ,,ge+rübt66 erweist? Dieser Schluß aus Joma bleibt trotz Funk falsch1 * * *. Herr Holtzmann hat aber erst 1 Warum hat Holtzmann nicht Strack, Einl. 5 S. 18, abgeschrieben, der den Sachverhalt richtig angibt? Funk kam sehr wahrscheinlich zu seiner irrigen Annahme durch'den Ausdruck der Baraitha in Joma: ר' שמעון איש המצפה משנה בתמיד, und zwar nach der Erklärung des R. Chan an el z. SL

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