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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 631

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 631 (sequence 2)
Language
German
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631 und erläutert. Die glänzend ausgestattete Veröffentlichung ist von 52 vorzüglich gelungenen Lichtdrucktafeln begleitet, welche eine Nachprüfung der Lesungen der Herausgeber ermöglichen; die ausführliche Einleitung unterrichtet über die Geschichte und die Eigenart der Sammlung und stellt die aus den Texten zu gewinnenden kulturgeschichtlichen Angaben zusammen und umfangreiche Indizes erleichtern die Benutzung. Die Texte bieten zahlreiche Schwierigkeiten, von denen die Herausgeber viele gelöst haben und sie sind zu bescheiden, wenn sie erklären ״the editors will be comtent if they have contributed anything to the understanding of Genizah. documents“. Aber freilich manchmal wäre es nicht schwer gewesen etwas weiter zu kommen, und gelegentlich sind einfache Stellen mißverstanden. So 5! ״ אמתלכהwhich he possessed“ für ״was ich besitze“; 342 ואדעא das wadda‘ä zu lesen, nicht adcä (Anm. 14); 20 Verso 3 וקריוך אלסלם was einfach bedeutet ,,sie schicken Dir ihren Gruß“; 942 bedeutet ען שוק לא יעלמה יו אללה nicht ״with the wish that none but God Most High should instruct him“, sondern ״auf Grund einer Sehnsucht, die nur Gott kennt“; 98 in der Adresse die Worte לאכיואל עדו עלי אבי יוסף nicht ״To my brother and friend more powerful than I Abu Joseph“, sondern ״dem Bruder und mir teueren Abu Jusuf“; 112 ist die Konstruktion des Satzes ואן מן פצל אללה ומא עכדנאמן הבן אלגמיל אן אלשיך אלב' verkannt und 19812 ist סוא und סואהא mit ״together“ und ״equal“ übersetzt, während siwä ״außer“ gemeint ist. Merkwürdigerweise schreiben die Herausgeber stets ‘Umran für Imran, die Arabisierung des biblischen Arnram. Jos. Horovitz. Mj. A. Halevy: Moüse dans l’histoire et dans la legende (Sammlung: Judaüsme VI). Paris, Les Editions Rieder, 1927, 8°. 179 S. 10.50 Fr. ׳ In der MGWJ 1926, 218—221 haben wir desselben Verfassers (damals nannte er sich Meyer Abraham) ״Legendes juives apocryphes sur la Vie de Moüse“ mit warmer Anerkennung begrüßt. Diese Anerkennung versagen wir auch der vorliegenden Fortsetzung des Werkes nicht, die sich nunmehr an einen weiteren Leserkreis wendet. Das Büchlein wird auch dadurch nicht überflüssig, daß kurz vor seiner Veröffentlichung von Bin Gorions großer Sammlung ״Die Sagen der Väter“ der IV. Band erschien, der eben auch Moses gewidmet ist. Das Werk gliedert sich in fünf Kapitel: 1. Moses in der biblischen Literatur, 2. M. im hellenistischen, 3. M. im palästinensischen, 4. M. im talmudischen, 5. M. im rabbinischen Schrifttum. 1. Ueber die Heilige Schrift läßt sich der Verf. durch die heutige streng wissenschaftliche Bibelforschung belehren. Mit vollem Recht. Es wäre zu wünschen, daß sich jüdisches Wissen und jüdisches Denken den bedeutsamen Ergebnissen dieser Forschung nicht verschließe. (Schade, daß Halevy im Vorwort den Wert des eigenen Vorgehens herabsetzt.) Doch sollte Ungeldärtes, geschweige Abenteuerliches keinen Eingang in einem volkstümlichen Buche finden, so z. B. die schauerliche Szene vom Blutbräutigam in der Nachtherberge (S. 29); daß Aaron, als Priester des Apis, im Verein mit Mirjam, sich dem aus Midjan eingeführten ״Negerglauben“ widersetzten (S. 31—36); daß auch der Tod Nadahs und Abihus sowie der Aufstand Korachs den Widerstand gegen die midjanitische Glaubensrichtung bezeugen (S. 29—36); Moses sei bloß ein Seitenstück zu Aaron (S. 90); mit dem 90. Psalm sei das Pseudepigraphische aufgetreten (S. 90). 2. Im reichen Abschnitt über M. in der hellenistischen Literatur läßt sich der Verf. zu der Uebertreibung hinreißen, für Palästina habe die Gestalt Mosis durch die Bibel ihre endgültige Form gewonnen und erst der Hellenismus habe in. Aegypten eine neue Auffassung geschaffen. Mir scheint es zweifellos sicher, daß sich die Moseslegende in ־ Palästina früher und reicher entwickelt hat als in Alexandrien. Der Verf. bietet uns ja selbst im 3. Kapitel ein anschauliches Bild vom Reichtum dieser pal. Sage. So z. B. brauchte die Auffassung, daß Moses sich selbst begraben habe, keineswegs der arabischen oder äthiopischen Legende entlehnt zu werden (S. 50), schon R. Ismael hat sie ausgesprochen (Sifre Num. § 32, ed. Friedmann 10*>, ed. Horovitz 38, 39). Noch unhaltbarer scheint mir die Aufstellung, daß der Glaube, Moses sei der Verfasser des Pentateuchs, erst in Aegypten unter dem Einfluß der Septuaginta aufgekommen wäre (S. 46—50); dieser Glaube äußert sich ja in der Bibel selbst mehrfach.

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