Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 629 (sequence 2)
- Language
- German
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629 /Gerade diese Anerkennung der Arbeit D.s soll uns aber nicM hindern^ auch da Kritik laut werden zu lassen ,wo sie uns notwendig erscheint. Man wird, einmal beim Durch arbeiten dieses Werkes nicht den Eindruck los, daß der Verfasser mehr , in den arabischen und römisch-griechischen als, in den altorientalischen Quellen zu Hause ist. Diese letzteren werden so gut wie durchwegs nur nach sekundärer Literatur zitiert, so daß die altorientalische Zeit, was das Historische betrifft, zu kurz kommt (man vgl. dazu die Ausführungen über Hamat S. 234 ff. oder die über den Hermon S. 389.) — Auch die .Umschrift der in den ägyptischen Texten sich findenden syrischen Ortsnamen läßt manchen Wunsch in uns rege werden. Das z. B. von D. (S. 6, Anm, 1) in Anlehnung an W. M. Müller angeführte n. 1. der Palästina-Liste Thutmosis III. Hargtu hätte nicht anders als tl’r’k w t umschrieben; werden dürfen (usw.w). Wir-wissen eben nicht, welche Vokale durch die gerade für die Schreibung von ausländischen Ortsnamen von den Aegyptern verwendeten Zeichen zum Ausdrucke gebracht werden sollen. Alle diesbezügliehen Versuche hier eine allgemein gültige Formel zu finden sind mißlungen, und der einzig gangbare Weg besteht in einer peinlichst genauen Wiedergabe dessen, was die ägyptischen Schreiber schrieben. Entscheidend für die Gleichsetzüng mit aus syrisch-palästinensischen oder keilinschriftliclien Quellen bekannten Ortsnamen bleiben doch immer nur die Konsonanten. — Und schließlich kann nicht stillschweigend übergangen werden die arge Lücke, die durch das Fehlen jeglicher Bezugnahme auf die Fragen der Keramik hesteht. In einem im Jahre 1927 erschienenen Buche über topographische Fragen Syriens hätte bei Gleichsetzungen antiker mit modernen Ortsnamen nicht auch die Erörterung darüber fehlen dürfen, ob nach dem keramischen Befunde auch schon in der antiken oder altorientalischen Zeit eine Ortsanlage bestanden hat. Ohne ein Heranziehen gerade dieser Fragestellung ist eine historisch-topographische Forschung in Palästina und Syrien nicht möglich.. Diese kritischen Hinweise sollen aber der Gesamtleistung keinen Abbruch tun. Dussauds Buch wird hinsichtlich der topographischen Erforschung Syriens in vieler Beziehung fördernd wirken und sicher zur Diskussion vieler neuer Fragen anregen. A. Jirku. GreÖnianu, Prof. D. Dr‘ Hugo: Altorientalische Texte zum Alten Testament. In Verbindung mit E. Ebeling, H. Ranke und N. Rhodokanakis hrsg. Zweite, völlig neugestaltete und stark vermehrte Auflage. Berlin: W. de Gruyter 1926. (X, 478 S.) 4°. Altorientalische Texte und Bilder zum alten Testament, hrsg. von H. Greßmann. RM 30.—; geh. 32.— . — Altorientalische Bilder zum;Alten Testament, gesammelt und beschrieben. Zweite, völlig neugestaltete und stark vermehrte Auflage. Berlin; W. de Gruyter & Go. 1927. (XI, 224 S. Text, GGX Taf., 1 Karte.) 4°. ־= Altorientalische Texte und Bilder zum Alten Testament, hrsg. von Hugo Greß-, mann. RM 38.—; geh. 40.—. Das nunmehr in zweiter Auflage, vorliegende Sammelwerk des verstorbenen Berliner Alttestamentlers Hugo Greßmann, das er in Verbindung mit einer Reihe namhafter Orientalisten im Jahre 1909 das erstemal herausgab, zeigt in jeder Hinsicht eine weitgehende Erweiterung. Sowohl der von seinen Mitarbeitern verfertigte Textband wie auch die von H. Greßmann (meist schon aus sekundärer Literatur) gesammelten Bilder sind wesentlich über den Umfang der ersten Auflage hinausgewachsen. Und man kann, was den Inhalt der zweiten Auflage betrifft, wohl mit Fug und Recht sagen,, daß hier so ziemlich das Wichtigste an altorientalischen Texten und Bildern gesammelt ist, was irgendwie das Alte Testament beleuchtet oder zu demselben in einer irgendwie gearteten Beziehung steht. Daß bei der Uebersicht des hier Gesammelten auch noch Wünsche rege werden, ist nur selbstverständlich. So. hätte S. 371 ff. des Textbandes die Auswahl der Briefe von El Amarnä einen bedeutend größeren Umfang haben müssen, wenn man dieselben überhaupt bringen wollte. Auch eine, oder die andere Ortsliste der ägyptischen Könige über Palästina hätte in Umschrift beigebracht werden können. Dies sind aber nur spezielle Wünsche, die das Gesamturteil über dieses Werk nicht herabmindern sollen. A. Jirku.