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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 559

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Nachricht]
Date
1928-01-01
Page
Seite 559 (sequence 2)
Language
German
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559 ltd., London, 32 Seiten. Der Begriff des Mystischen ist in sehr weitem Sinne gemeint; der Verfasser zeigt an Stellen aus der biblischen und unmittelbar nachbiblischen Literatur, wie wenig das alte Judentum schlechthin als eine reinrationale Weltanschauung betrachtet werden kann. Hoffentlich entschließt er sich, in einem zweiten Vortrag das Hervortreten des Irrationalen in der nachtalmudischen Zeit, das hier nur gestreift wird, eingehend darzustellen. Studies in Ancient and Modern Judaism, selected writings of Rabbi Isidor Kalisch. Edited and compiled with a memory by Samuel Kalisch, Justice of the Supreme Court of New Jersey and an Introduction by Joshua Bloch, Ph. D. Chief of the Jewish Division, New York Public Library, New York, George Dobsevace, 1928, 350 Seiten. Die hier zusammengestellten Aufsätze des vor über vierzig Jahren verstorbenen Verfassers über biblische und talmudische Gegenstände sind zwar großenteils veraltet, geben aber zumal in Verbindung mit der Würdigung Josua Blocks und der eingehenden Biographie des Sohnes des Verfassers ein wertvolles Bild der Lebensarbeit eines Führers der amerikanischen Reformbewegung. Rudolf Kaulla, Der Liberalismus und die deutschen Juden. Das Judentum als konservatives Element. München und Leipzig, Duncker und Humblot, 1928, 100 Seiten. Versucht, die Juden auf die Gefahren des Liberalismus, die Konservativen auf die Torheit ihrer antisemitischen Einstellung aufmerksam zu machen. Trotz kleiner geschichtlicher Irrtümer (S. 13 über Mendelssohn) und der fast uneingeschränkten Gleichsetzung von Liberalismus und Individualismus wirft die Schrift manches Licht auf die Lage des deutschen Judentums. Meister Eckhart und die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters. Von Privatdozent D. Dr. Joseph Koch. Sonderabdruck aus dem Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur 1928, 15 Seiten. Der Vortrag enthält den Nachweis, daß Meister Eckhart nicht nur von Gabirol, sondern vor allem von Maimonides abhängig »st, und zwar sowohl in der Schrifterklärung wie in der negativen Attributen lehre. Polemik gegen Maimonides scheint sich bei Eckhart nicht zu finden. Die Ausführungen sind sehr beachtenswert; ein abschließendes Urteil wird erst nach Veröffentlichung des vom Verfasser benutzten handschriftlichen Materials möglich sein. Eduard Lamparter, das Judentum in seiner kultur- und religionsgeschichtliehen Erscheinung. Verlag Leopold Klotz, Gotha, 1928, 340 Seiten. Ausgehend von der Empfindung des Unrechts, mit dem das Christentum dem Judentum jahrhundertelang begegnet ist, versucht der Verfasser zu zeigen, was das Judentum im Laufe von drei Jahrtausenden der Menschheit an kulturellen und religiösen Werten übermittelt hat. Wenn auch die liberalprotestantischen Maßstäbe, die der Verfasser anlegt, natürlich nicht die unseren sind und auch manche tatsächlichen Angaben der Berichtigung bedürfen, so ist doch nicht nur seine Objektivität zu rühmen, sondern auch der Fleiß, mit dem er sich in dem ihm fernliegenden Gebiete hineingearbeitet hat. Als Aufklärungsschrift wird das Buch gute Dienste tun. Med. Dr. Markus Moses, Sohn des Preßburger Oberrabbiners R. Mosche Charif, praktischer Arzt in Deutschland von 1766 bis 1786. Eine Lebensskizze von Bernhard. Mandl, Budapest, Wien, 1928, Preis: S. 1,—, 19 Seiten. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 33 — 40. Lieferung (englische Literaturgeschichte — Gegenreformation). Tübingen, Mohr, 1928. Das Unternehmen schreitet erfreulich fort; das Thema ist nach wie vor weit gefaßt, indem das ganze neuere Geistesleben unter religiösen Gesichtspunkten ins Auge gefaßt wird. Bezüglieh der gelegentlichen Heranziehung jüdischer Mitarbeiter ist keine Aenderung eingetreten; z. B. Gottesdienst und Gottesglaube im nachbiblischen Judentum sind von jüdischer Seite bearbeitet (zu letzterem Beitrag hätte auch Marmorstein, The Doctrine of God, angeführt werden sollen). Dagegen tritt in den meisten Behandlungen des ,,Spätjudentums“ wieder die Befangenheit an Stelle der Sachkunde. Spalte 1255 handelt über ,,Gnade Gottes“ im Spätjudentum ein Gelehrter, der von den (zweifellos alten) rabbinischen Begriffen מדת הדין und מדת הרחמים keine Ahnung hat. Spalte 1053 liest man: ,,der Krebsschaden alles israelitischen Gerichtswesens, die Mündlichkeit der Rechts-

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