Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 552 (sequence 2)
- Language
- German
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552 bezeichnet werden, obwohl der Einfall witzig ist. Kukuruz, Mais, türkischer Weizen heißt in Palästina תירם — das danebenstehende dura ist zu streichen. Woher kommt für Lebensbaum Thuja nannasijja? Mohn פרג ist falsch, obwohl es leider in Palästina auferstanden ist. Rauke ist nur garglr, nicht gar gl 1• Quitte ist habbüs, nicht häbüs• Rhabarber ist nicht רביה, Rizinus nicht כרוע oder אכרוע. Spelt kussemet, lies Emmer. Terebinthe ist nicht Pistazie, botna ist nur ersteres, während letztere פסתק heißt. Tiger ist nicht namer• Wollblume petilat ha-midbär ist Calotropis procera. Ziströschen nicht קסטום, sondern קשתית, denn das Wort stammt von קשת! Der sg. von kigsu'im Gurken ist nicht kissü oder ki$suä, sondern kissüt, wie das Misnische bezeugt und aram. katfüta bestätigt. Druckfehler sind selten. Man korrigiere 556 evonymus, 291 ligustrum, 350 palikü'a, sv: Katalog, Malulaeiche, Manöver, Myrte, unter Natternkopf echium* *Peripatetiker. Tremolando beralad• Dazu möchte ich einem vergessenen misnischen Verbum zu seinem Rechte verhelfen. Die Kopftefilla ist anzulegen, wo das Hirn des Neugeborenen zittert רופת. Dies Wort ist durch das bekanntere, aber ganz anderes bedeutende רופס verdrängt worden Men. 37a (Monatsschr. 1913, 728) und ist auch nicht ursprünglich רופף gewesen, Rabb. DS. z. St. jEr. X 26a45, Graetz, Jubelschrift 15. Bestätigt wird רופת mit t am Ende durch das syrische רפת to throb, pulsate, palpitate, auch neusyrisch to jerk, palpitate, twitch, beat as the heart, ripata a throb of the heart, rapüfhtä the soft part of an infant’s skull. Danach hat tremolando röfet zu heißen. Man sieht, es bleibt für eine zweite Auflage, namentlich aber für den hebräisch-deutschen Teil, noch manches zu tun. Da wird man auch Jambus — jöred und Trochäus 1 * *die Umtauschen müssen, denn 327־und595־ sind sie verwechselt. Ich wünsche dem mir sehr liebgewordenen Buche die weiteste Verbreitung! . ■ ■ Immanuel Löw. Dr. Jakob Schatzki: שמחת הנפש פדן אלחנן קירכחאן. Photographischer Abdruck der ersten und einzigen Ausgabe des im Jahre 1727 erschienenen Buches ,,Simchath Hanefesch“, II. Teil, mit einer kulturhistorischen Einleitung von Dr. J. Schatzki. 50 S. u. 22 Bl. Verlag Max N. Meisel, New York 1926. Die aufblühende weltliche jiddische Kultur hat bis vor kurzem die Durchforschung der älteren jiddischen Literatur nicht in ihren Bereich gezogen. Die Armut der jüdischen Massen einerseits und andererseits der schnelle Aufschwung, den die jiddische Literatur nahm, verzögerten die Inangriffnahme wissenschaftlicher Arbeiten. Abgesehen von einzelnen Erscheinungen — Sch. Niger in ״Pinkes“, Wilno 1913; Schulmann: ,,Die jüdisch-deutsche Sprache und ihre Literatur vom 15. bis zum 18. Jahrhundert6‘ (hebr.), Riga 1913; Zinberg in ,,Istorija jewrejskawo naroda w Rossji“ (russ.), Moskau 1914; Bassin: ,,Firhundert jor jidise poezje“, Bd. I, New York 1912 u. a. — hat man in den jiddisch sprechenden Kreisen dem Altjiddischen wenig Interesse entgegengebracht1. Hingegen wurde im westlichen Europa die Aufmerksamkeit auf Werke dieser Art von Gelehrten von Ruf wie Steinschneider, Grünbaum, Karpeles, Perles, Zunz u. a. gelenkt. Allein die nicht allzu freundliche Stellung der jiddischen Sprache gegenüber, die Erforschung dieser Literatur nicht um ihrer selbst willen, sondern als Mittel zur Erschließung hebräischer und deutscher Elemente, und die Umschrift der Texte, der keiner der Forscher die gebührende Aufmerksamkeit schenkte, verringerten stark den ־wissenschaftlichen Wert ihrer Forschungen. (Vgl. M. Weinreich im ,,Literaturblatt für germanische und romanische Philologie“, Jahrg. 1925, Nr. 11—12, Sp. 345 ff.) Im letzten Jahrzehnt-ist es in Osteuropa und Amerika in dieser Hinsicht anders geworden. Auch hier trat man an wissenschaftliche Forschungen heran. (Prilutzki in seinen Sammelbüchern, Warschau 1917; Max Erik: ,,Ueber den altjiddischen Roman und Novelle“, Warschau 1926, u. a.) 1 Die Geschichte der jüdisch-deutschen Literatur von Pines, deutsch von Hecht, Leipzig 1913, ist nicht dazu zu zählen, da der Verfasser mit diesem Gegenstände nicht vertraut genug war. Vgl. hierüber Baal-Dimjon in ,,Pinkes“, Wilno 1913, Sp. 313 ff.