Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829957-2834945--48655-2835073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
551 Da bemächtigt sich jüdische Jugend des Gedankens und beschäftigt sich in den Jahren 1840—43 damit. Wieder gerät die Wiener Polizei in Erregung und setzt sich mit ihrer Berliner Kollegin in Verbindung, dort hatte der Studentenverein seinen Sitz, aber sie muß sich sagen lassen, daß es sich um einen ganz harmlosen Verein handelt. Im Schlußkapitel wird noch ein Krimprojekt aus dem Jahre 1841 erwähnt, dann folgen die Dokumente: Holger Paullis Denkschriften, die Proklamation von Mordechai I. Noah, Seyfarts Aufrufe, ein Aufruf eines Anonymus aus dem Jahre 1840 und eine Fülle von Anmerkungen. Das Buch erschließt neues Material der Forschung und ist so nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Zionismus^ sondern zur jüdischen Geschichte überhaupt, besonders zur Emanzipationsgeschichte, in deren kritische Erforschung man ja kaum noch eingetreten ist. Um für ihre Abfassang gehörig gerüstet zu sein, müssen die Archive noch weiter in der Weise durchforscht werden, wie dies Gelber in seinem Werke so ganz ausgezeichnet getan hat. _ Willy Cohn. S. M. Laser und H. Torczyner, Deutsch-Hebräisches Wörterbuch. Benjamin Harz, Verlag, Berlin und Wien. 1927. XIX u. 734 S. Das neue WB von Laser-Torczyner ist eine hervorragende Leistung, die alle früheren Versuche übertrifft. Die nicht zu umgehenden Neubildungen tragen den Stempel grammatischen Taktes und guten Geschmackes. Das Werk wird auf die Entwicklung des Palästinahebräischen gewiß einen bestimmenden Einfluß üben, es muß darum sorgfältiger Prüfung unterzogen werden. Freilich ist’s ein Leichtes, in dem reinlich angeordneten, übersichtlich gedruckten fertigen Buche Fehler zu finden, die sich im Manuskripte und seinen tausenden Zetteln leicht verstecken. Für technische Ausdrücke fehlen noch vielfach die Vorarbeiten: in dieser Beziehung weist darum unser WB manche Lücke und manche ungenügende Neubildung auf. Botanische Ausdrücke z. B. hat Eig mit großem Geschick gebildet und hat auch die im Ph bereits eingebürgerten mit aufgenommen. Bo z. B. Blattscheide נדן, Fach מגורה, Spore נבג, Staubfaden זיר, Staubbeutel מאבק. Er nennt den Tannenzapfen richtig אצפרבל, unser WB nennt ihn צנובר: jenes ist die eingebürgerte misnische Form von gr. strobilos, dies dessen arabische Lehnform: als berechtigt kann man nur die misnische Form ansehen. Für Harnblase braucht .nicht כים השתן gebildet zu werden, da שלפוחית der Mediziner zur Verfügung steht (Preuß 123). Für Haselnuß ist nicht das unbeholfene egöz ha-Iüz zu bilden, denn misnisch heißt sie אלסרין pi. als sing. ’illäsrä. Strenge Konsequenz im Festhalten an der Bedeutung ist unbedingt nötig: nürit darf nicht Hahnenfuß (richtig!) und Waldrebe (unrichtig) bedeuten wollen! Paletot und Mantel ädderet und minoren. Iris אירוס, aber unter Schwertlilie 4 überflüssige Synonyma! I$arnlt heißt Hornhaut (richtig) und Kornelkirsche (unrichtig); härül Nessel (falsch) und Lathyrus. Wade: fybböref ha-Sölf. — wo doch sök Oberschenkel, Keule, Schenkel gesetzt wird. Inkunabel defüs rlsön, * lies defüs kadmon. Nachtschatten jabrüäh das ist aber nur eine spezielle Solanumart, die Mandragora. Pilz ist nicht ־=־ Trüffel und kemehä pl. kemehim (unter Trüffel kimha pl. kemahlm) nur letzteres. Speik allein ist nicht nerd, sondern Lavendel אזביון. Trifolium, allerdings in Palästina schon als filtän eingebürgert, ist unrichtig, denn tiltän ist Trigonella foenum graecum. Wicke ist nicht karsinä, sondern karSinna. עזרד ist fehlerhafte Ueberlieferung für עורר unter Sperberbaum und Spierling. Falsches: Beere heißt ענבה, so richtig Eig. Wacholderbeere also nicht תות הערער, denn tut ist Maulbeere. Auch גרגיר ist nicht Beere, sondern Rauke; ein Korn ist gargar; so lies unter Korn und Sandkorn. Hopfen כשות, das ist aber Guscuta. Knolle ist nicht basal (lies bäsel), denn dies ist eine Zwiebel. Knorpel lüz ist falsch. Um für Meerrettig Kren das gänzlich unberechtigtere hazzeret einstellen zu können, wird für Salat, Kopfsalat und Lattich1 das aram. חסא als hebr. bassä eingesetzt. Kreuzdorn kann nicht durch צלוליב (Rizinus!) 1 Daher auch Rapunzel hassat ha-säde, Feldsalat.