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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 399 (sequence 2)
Language
German
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399 bearbeitet werden kann. Lauterbacli will den Terminus Kalla der baby- Ionischen talmudischen Zeit aus den׳ Anfangsbuchstaben .כ״נסת ל׳ומדי דדתורד deuten; wie mir scheint, ein mißglückter Versuch. Mann steuert unter Beigabe von Genis afragmenten Gaonäische Studien bei; er behandelt die letzten Gaonen von Sura von der Wiedereröffnung bis zur endgültigen Schließung der Hochschule, ein Responsum Scheriras und Hais über den Kalender und mehrere bisher unbekannte Dokumente von Gaonen. Wolfson untersucht die trotz gemeinsamer aristotelischer Wurzel wesentlich voneinander abweichende Einteilung der Wissenschaften bei den mittelalterlichen jüdischen Philosophen. Der seither verstorbene Israel Abrahams erörtert die Beziehungen des Humanisten Pico della Mirandola zur Kabbala und zu Reuchlin. Enelow widmet dem italienischen Rabbiner Raphael Norzi und seinen Schriften eine eingehende Untersuchung. Marcus’ Beiträge zur sephardischen jüdischen Geschichte des 16. Jahrhunderts enthalten interessante Mitteilungen, z. B. über den Zuckerhandel in Marokko, der in den Händen der Juden lag, bis er 1583 zusammenbrach, und über die politische Rolle, die der Leibarzt des marokkanischen Sultans Abd el Malek spielte. Moderne Probleme werden in den 3 folgenden Arbeiten behandelt. Ein noch recht unerforschtes Gebiet ist die Synagogenmusik. Eduard Birnbaum hat ein erstaunlich reichhaltiges Material gesammelt, in das Ref. manchen Einblick tun durfte. Nach seinem Tode ist diese kostbare Sammlung an das Hebrew Union College gelangt, meines Wissens die einzige theologische Lehranstalt, die für dieses sonst kaum beachtete Fach einen eigenen Lehrstuhl hat. Idelsohn, der sich bereits durch Erforschung und Bearbeitung synagogaler Musik einen Namen gemacht hat, bearbeitet hier das Material für das 18. Jahrhundert. Die Persönlichkeiten und Leistungen der Synagogenmusiker vor den großen modernen Gestaltern der Synagoge.nmusik im 19. Jahrhundert bieten großes Interesse. Darüber hinaus enthalten die einleitenden Ausführungen manche sehr interessante Bemerkung, so z. B. über den lebhaften aktiven Anteil der Rabbiner früherer Zeit an der synagogalen Musik, über gegenseitige, musikalische Entlehnungen von Kirche und. Synagoge, über das כל נדרי, dessen Weise noch zu Maharils Zeit nicht feststand, über das לכר. דודי für die Sefirazeit usw. Der Wunsch wird rege, daß von dem geradezu unerschöpflichen Schatze der Sammlung Birnbaum auch andere Teile gehoben, insbesondere die Anfänge der Synagogenmusik erforscht werden. Bettan behandelt die erste Reformperiode in der Beleuchtung zeitgenössischer Responsen. Die Arbeit bietet einen sehr instruktiven üeberblick über die Beurteilung der Reform seitens der verschiedenen Persönlichkeiten und Schattierungen der Orthodoxie und füllt damit eine^ Lücke in der Geschichte der Reformbewegung׳ aus. Reider erörtert die negativen Tendenzen in der modernen hebräischen Literatur. Ein intimer Kenner dieser Literatur, schildert er die Bedingungen, aus denen sie herausgewachsen . ist, die Einwirkung der nichtjüdischen Literatur auf die hebräischen Schriftsteiler und ihre bedenkliche neuere Entwickelung. Er wünscht, daß die hebräische Literatur zu ihren Ausgangspunkten zurückkehrend, sich an ihren besten Vorbildern wie Mendeli Mocher Sforim., Feierberg, Bialik und Ben Zion bilde. Gronbach steuert eine Arbeit über das Gebet als Gemeinschafts aus druck bei. Den Abschluß bildet eine pietätvolle Huldigung für den 1924 verstorbenen Dozenten des College David Neumark durch den Abdruck seiner 1908 ge־ haltenen Antrittsvorlesung über die Philosophie des Judentums und die Methode ihrer Darbietung an der Hochschule. Das Ganze ist ein Sammelband von großer Vielseitigkeit, der ,,manchem etwas bringt“. Breslau. Hermann Vogelstein. Bücherschau (Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber). Der Sefarim-Verlag in Berlin-Grünewald, Cunostr. 49, hat eine Reihe selten gewordene Erst- und Altdrucke klassischer hebräischer Werke in Offset־ Neudruck wieder herausgegeben. Bis jetzt erschienen sind folgende Werke: 1. Mechilta zu Exodus, a) nach der ed. princeps Konstantinopel 1515, in Halbpergament 16 Mk., b) nach der ed. Venedig 1545, in Ganzleinen 10 Mk. 2. Sifra zu Leviticus, ed. princeps Venedig 1545, in Ganzleinen 12 Mk. 3. Sifre zu Numeri und Deuteronomium, ed. princeps Venedig 1545, in Ganzleinen 13 Mk. (Die drei letztgenannten Werke zusammen 32 Mk.)

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