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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 398

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 398 (sequence 2)
Language
German
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398 den großen Kulturperioden angeordnet, erleichtert besonders dem Laien die Uebersicht. m: München. E. Brandenburg. Hebrew Union College JuMlee Volume (1875—1925). Board of Editors: David Philipson, H. G. Enelow, K. Köhler, Jacob Z. Lauterbach, Jacob Mann, Julian Morgenstern, William Rosenau. Cincinnati 1925. : Im Oktober 1925 hat das Hebrew Union College in Cincinnati, die älteste wissenschaftliche jüdische Anstalt in der Neuen Welt, sein 50 jähriges Bestehen festlich begangen. Das amerikanische Reformjudentum, das das College geschaffen und im Laufe der Zeit so ausgestattet und ausgestaltet hat, daß der jüdische Wissenschaftler der Alten Welt ein Gefühl des Neides und — der Bitterkeit über den Mangel an Verständnis für die Bedeutung der Wissenschaft im europäischen Judentum nicht unterdrücken kann, hat seine Würdigung der Leistung des Instituts gebührend zum Ausdruck gebracht, und die amerikanischen Schwesterinstitute und die amerikanische Judenheit anderer Richtung haben ihre Teilnahme bekundet. Ref. durfte als einziger Teilnehmer aus Europa Glückwünsche aus Deutschland überbringen. Eine dauernd wertvolle Erinnerungsgabe ist der stattliche Band, in dem auf 521 Seiten 18 Arbeiten von Lehrern und früheren Schülern des College sowie von einigen außerhalb stehenden Gelehrten vereinigt sind. Die Arbeiten sind nicht alle gleichwertig und erwecken naturgemäß nicht alle bei jedem Leser das gleiche Interesse. Das Ganze ist ein wertvolles Zeugnis wissenschaftlicher Leistung. Philipson bietet eine eingehende Geschichte des Hebrew Union College. Ausgehend von der Frankfurter Rabbinerversammlung von 1845, die die Errichtung jüdisch-theologischer Fakultäten forderte, von dem Wirken Isaac M. Wises und der Konsolidierung der Union of American Hebrew Congregations, schildert er in anschaulicher Darstellung Entstehung und Entwicklung des College, die Präsidenten und Dozenten, die Leiter und Mitarbeiter in der Verwaltung usw. Die Arbeit bietet einen Einblick in die Entwickelung der amerikanischen Judenheit und ist recht lehrreich auch für die jüdischen Verhältnisse bei uns. Der seither verstorbene Köhler, 1903—1921 Präsident des College, fordert die Erweiterung des Studienplans durch das Studium des Neuen Testaments und der Beziehungen zwischen Judentum und Christentum in Vergangenheit und Gegenwart. Ohne sich seine Ausführungen in allen Einzelheiten zu eigen zu machen, wird man diese Forderung wie seine Ablehnung des übersteigerten Rationalismus als berechtigt anerkennen. Rosenau sieht in Ezechiel 315-28ל einen Beweis, daß die Zehn Stämme nicht spurlos untergegangen sind, sondern sich mit den Exulanten des Reiches Juda vereinigt haben. Buttenwieser erörtert die Bedeutung der Tempora für das Verständnis der Psalmen. Der Aufsatz enthält zahlreiche feine philologische Beobachtungen und Bemerkungen. Man wird in der Interpretation der als Beispiel übersetzten und erläuterten Psalmen mehrfach von dem Verf. abweichen, so, um nur eine Stelle anzuführen, in der Deutung des Infinitivs לשכן in Ps 8510, der den Gedanken der ersten Vershälfte in der Form grammatischer Subordination erweiternd erklärt, daher deutsch am besten mit indem wiederzugeben ist. Die grundsätzlichen Darlegungen über die völlig andersartige Bedeutung der Tempusformen im Hebräischen wie in den semitischen Sprachen überhaupt als in den indogermanischen Sprachen, die Scheidung nicht nach Zeiten, sondern nach Vollendung oder Nichtvollendung der Handlung, die abweichende Bedeutung des Begriffs der abgeschlossenen Handlung im Semitischen, die verschiedenen Bedeutungen der Anwendung des hebräischen Perfekts und Imperfekts sollten von allen Bibellesern beachtet werden. Mit Recht weist Buttenwieser auf zahlreiche Uebersetzungs- und Erläuterungsfehler hin, und mit Leichtigkeit ließen diese Hinweise sich vervielfachen. Morgenstern untersucht den gerichtlichen Beweis durch Gottesurteil bei den Semiten und im alten Israel. Engländers Abhandlung ist den אנשי כנסת הגדולה gewidmet. Er stimmt mit Kuenen in der Ablehnung der verschiedenen Hypothesen überein, sucht aber mit Recht den Nachweis zu führen, daß die Berichte eine historische Grundlage haben. Gohon behandelt ,,Palästina in der jüdischen Theologie“ bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. Es wäre zu wünschen, daß die theologischen Fragen in dieser Weise zunächst entwicklungsgeschichtlich erörtert werden, damit später eine Theologie des Judentums

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