Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 2)
- Language
- German
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316. Auf Grund gewissenhafter literarischer und archivalischer Studien bietet Dreifuß eine sehr schöne Darstellung der vom Staate geforderten und .:durchgeführten Namengebung der Juden, die eine Vorbedingung der Emanzipation und des Anschlusses der Juden an die bürgerliche Gesellschaft war. Dabei wird das Eingreifen Kaiser Josephs II. in geschichtlich einwandfreier Weise gewürdigt, was angesichts mancher verbreiteten Irrtümer hervorzuheben ist. Die Namengebung führten die badischen Behörden in loyaler Weise durch: es kam dabei nicht zu so ärgörniserregenäen Vorkommnissen, wie im. alten Oesterreich, wo mancher Familienname Zeugnis von der, Böswilligkeit des ausführenden Beamten ablegt. Darüber haben sich auch in Ungarn vielbelächelte Traditionen erhalten. Vier Familienväter meiner Gemeinde z. B., vor,die Namenkommission gestellt, erhielten kurzerhand die Namen: Schweiger — Schreier, Bleier ־-- Zinner. Schöner klingende Namen mußten eben besonders bezahlt werden. Ob man in Baden die Namen Rosenband, Rosenbaum, Rosenbusch, Rosenstiel, Rosenstock (S. 102) umsonst erhielt, läßt sich aus den Akten natürlich nicht ersehen. .. Drei fuß’; Arbeit, ursprünglich eine, Heidelberger D qktprdissertation, ist ein e sehr, anerkennenswerte Leisturig. Ein alphabetischer Index der Nameh wäre erwünscht gewesen. Die: Ausstattung ist tadellos.' Szeged. I. Löw* Heine, Buch der, Lieder, hebr. von, J. Katzenelson, הייכדיף.ד\יכד^ פפר השיירים Verlag Stybel. Warschau 1924. ‘־“ י Zahlreiche Gedichte von Heine sind: von neuhebräischen Lyrikern, mit: mehr oder weniger Glück übersetzt worden, von manchen gibt es in Zeitschriften zerstreut drei oder mehr verschiedene״Uebersetzungen. Die vorliegende Sammlung umfaßt ,,Junge Leiden“, Lyrisches Intermezzo“, ,,Heimkehr“; zwischen ,,DonnaClara“ und ,,Almansor“ eiqgefügt: ,,An, Edom“ und die Verse zum; ,,Rabbi von Bacharach“. Ob es gut war,, alles übersetzen zu wollen und nicht weniger hier mehr gewesen, wäre, ist ,eine andere Frage. Viele Gedichte, die selbst für den deutschen Leser einer Erläuterung bedürfen, sind dem hebräischen Leser in Palästina, (an, den doch wohl zunächst gemacht werdep riiüß) ganz unverständlich; mit Namen (z. B. 'אלכסנדר הטוב., für ' ,,herzliebster'';י Prinz Alexander“, Lebensgruß, aus einem/ Stammbuchblatt) weiß er; nichts anzu fangen., K. ist selbst Lyriker und verleiht in: einem einleitenden Gedichte seiner Begeisterung, für Heine, einen, schwungvollen. Ausdruck. Er sei ebenso,’wie der Autor ein, Träumer, ebenso von Liebessehnsucht' und Weltschmerz, geplagt; von Heines Lyrik sei er so berauscht, daß er die Lieder wie seine eigenen, betrachte, und sich über sie noch mehr wie über eigene Verse freue. Einzelne Uebertragungen Katzenelsons sind ganz nett, z. B. (,,Ich weiß nicht was soll es bedeuten“): ,אדע מה פשר. הדבר *״ V V ־* T T ,מרוע פד? עצב״אני, ,אגדה מד1ר1ת העבד TTv * TT- :.ל$* תהן דג?ידלי♦ Aber schon weniger glücklich ist er, wenn er zu Flickworten seine Zuflucht nehmen muß und den Ton des Originals verliert, wie (,,ich glaube, die Wellen verschlingen“): דו מפיי, המפן, .והסירה גל נהר כלעם קד t TTt יי׳ זז זאת עוללה לוי בשירה לורלי בהר. T T ״ * Am schlimmsten wird es, wenn er den Sinn, mißversteht. So übersetzt er: ,,Der Domherr öffnet den Mund weit, die Liebe — sie sei nicht zu roh“ mit Verkennung der Ironie;