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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 315

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 315 (sequence 2)
Language
German
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315 forschung und Kleinarbeit die großen Probleme he raus wachsen. Das ist seine ganz schlicht vorgetragene, aber überaus wichtige und durchaus richtige methodische Forderung für die Wissenschaft der Theologie. Er stellt die Chemie mit ihrer häufig gebotenen Erforschung des Einzelfalls und die Biologie, die es mit dem ganzen Organismus zu tun hat, gegenüber und fordert für die Theologie die letztere Methode, die Betrachtung der Totalität der Erscheinungen (S. 17). Während v. Gail die biblischen Stellen, die von der Herrlichkeit Gottes sprechen, nur auf die Darstellung der Macht, also des Aeußeren, deutet, weist Abrahams nach, daß dieses Moment in der Bibel wie in der späteren Literatur verschwindend ist gegenüber der geistigen Bedeutung des Begriffs. So zeigt er den tiefen religiösen Sinn der Anschauung, daß alles, was Gott geschaffen hat, nur zu seiner Verherrlichung dient, der Forderung, Gott die Ehre zu geben. Besonders das dritte Kapitel ist dem Nachweis der ethischen Bedeutung dieser Forderung gewidmet. Eine Fülle von feinen Bemerkungen zieht sich durch das Buch, über jüdischen und griechischen Geist, über Religion und Wissenschaft, über Ethisches und Rituelles in der Religion, über rabbinisches und alexandrinisches Judentum, über die Harmonie von Individualismus und Gemeinschaftsbewußtsein im Judentum, über jüdische und christliche Anschauungen in neutestamentlichen Stellen, über die religiöse und sittliche Bedeutung der Freude, über die Ablehnung des Begriffes des leidenden Gottes im Judentum, über die Ordensregel der Benediktiner ,,ut in omnibus glorificetur Deus“ und das Wort der Jesuiten ״ad maiorem Dei gloriam“ usw. Alles in aLlem ein Buch, das man mit Genuß und mit reichem Ertrage liest, das religiöses Empfinden und theologische Wissenschaft in gleicher Weise befruchtet. Es wäre zu wünschen;, daß das Werkchen in guter deutscher Ueber- Setzung erschiene. Breslau. * Hermann Vogelstein. M. Presser: Das Buch ,,De Tribus Impostoribus“ (von den drei Betrügern). Verlag H. J. Paris, Amsterdam 1926. ״Moses, Jesus und Mohammed haben die Welt betrogen, sie sind drei Betrüger (tres impostores) gewesen.“ . Im Laufe der Weltgeschichte hat man diesen Satz den verschiedensten Männern zugeschrieben. Wir heben besonders den Stauferkaiser Friedrich II. hervor. Aber von keinem läßt sich nachweisen, daß er dieses Wort in dieser Form gesagt hat. Sicher mag es die Ueberzeugung des einen oder anderen Freigeistes gewesen sein, heute allerdings wird sich kein einziger mehr, auch von Menschen dieser Weltanschauung, zu diesem Satz bekennen. Darüber hinaus aber hat man auch behauptet, daß es ein Buch gegeben hat, das diesen Titel führt. Der Verf. der vorliegenden Arbeit weist nunmehr an der Hand außerordentlich sorgsamer bibliographischer Studien nach, daß es ein derartiges Buch nicht gegeben hat. Wohl ging immer wieder die Mythe von der Existenz des Werkes, aber schlagend zeigt unser Verf., daß alle die angeblichen Spuren in Nichts zerrinnen. So wird seine sorgsame Studie zum Beweis von dem Nichtvorhandensein eines Buches. Auf der anderen Seite aber kann er positiv zeigen, daß im Jahre 1753 ein Fälscher namens Straube ein Buch herausgebracht hat: ״De Tribus Impostoribus“, das nichts anderes darstellt als der Druck einer Handschrift: ״De Imposturis Religion um“. Diesen Druck versah er mit der Jahreszahl 1598. P. gebührt das Verdienst, das Geheimnis, das um dieses Buch lag, nunmehr endgültig gelüftet zu haben, indem er die Entstehungszeit und den Verfasser des Textes: ״De Imposturis Religionum“ ermittelte. Damit dürfte endgültig auch aus populären Darstellungen jenes fiktive mittelalterliche Buch verschwinden. Für uns bleibt bemerkenswert, daß man zeitweise auch Spinoza in den Kreis jener Verfasser hineinzog. Breslau. Willy Cohn. Dreifuß, Dr. Erwin Manuels Die Familiennamen der Juden unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Geschichte der Emanzipation. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1927. XVI 4143 ־ Seiten 8°. Nach S. XVI ist dem Buche ein Bild beigegeben: es ist S. 73 das Faksimile der ersten 3 Namenannahmen der Liste Bühl aus dem Jahre 1809.

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