Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Nachbemerkungen zum "Maftir Kenessioth"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
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229 מפטיר מסילת identifiziert1, nicht folgen können. Es bedarf wohl keiner besonderen Beweise, daß der ראש הכנסת, dem wir schon zur Zeit des zweiten Tempels begegnen, ia der Regel kein Lehrhaus oder ־Schulbeamter, wie der Maftir Kenessioth, war, sondern lediglich als Vorsteher der Synagoge im engeren Sinne von Bethaus u. dgl. fungierte, dem die oberste Leitung der gottesdienstlichen Funktionen oblag. Allein was mag Raschi dazu bewogen haben, den מפטיר כנסיות mit dem ראש הכנסת zu identifizieren? Versuchen wir diese Frage aus dem Zusammenhänge der hier angeführten Stelle aus Schabbat 29b zu beantworten. Es wird dort erzählt, daß der Rosch Hakkenesseth von 2בצרה in Gegenwart von R. Jirmejah Rabba die Bänke am Schabbat, trotz des Bedenkens von גרירה, umgestellt hatte3. Ob dies im Bet- oder Lehrhause vorgekommen, geht aus dem Texte nicht hervor. Nur befand sich der Rosch-Hakkenesseth von Bosra an einer Position (לעילא מר- ירמיה רבה), die ganz der des Maftir Kenessioth, Chullin 51a (לצילא מרבי רבה), ähnlich ist. Diese Position können wir uns gut im Lehrhause vergegenwärtigen. Der Referent trug sitzend vor. Neben ihm stand (weshalb es aussah, als ob es לצילא wäre) der Meturgeman oder der Maftir Kenessioth und verdolmetschte oder erklärte der Versammlung die vom Referenten behandelten Probleme. Dieser Umstand scheint Raschi bewogen zu haben, den דיש בנישתא mit dem מפטיר כנסיות zu identifizieren. Bemerkung Zu der Anmerkung des Herrn Prof. Dr. Kahan, Znaim, (S. 138) schreibt uns Herr Rabh. Dr. Fies ch in Dolni Kounice: Jeruschalmi Sota, Absch. 9, Hai. 10 heißt es: בעם הוא לפני המקום מי שהוא אומר עשיתי והוא לא עשה מעתה מי שהוא מפריש יתודה דמי שאינו מפריש לא יתור בהדא דתני עי השקיפה הי׳ אומרים קול כמוך׳ מכאן ואילך קול נכוה. Dazu bemerkt שירי קרכן t מ״מ יש כאן סמך מה שנוהגים הקוראים כהורה לקרות- השקיפה בקול נכוה, ומנהגן של ישראל תורה. Es werden aber auch andere Stellen, welche Segen enthalten, mit erhobener Stimme verlesen, und zwar: Gen 22 285לg, 49lg, 4925, 28; Ex 1414, 1528; Num 245-9; Deut 810, 13212 י17ל. Die angeführten Stellen (ausgenommen Ex 1414, 1528; Deut 8103212 ג17ל1 י) gehören auch zu den נדרים, welche nach ש״׳ע א״ח ם׳ תרס״טשמחת חורה am Abend besonders aufgesucht werden. הגה das. heißt es: ובלילה קודין כס״ת הנדרים. Ferner werden Gen 2!-3, 28g, 4816; Ex 141g-21, 15! ff, 202155־ Num 62427־* t035, 382־7!21 יq‘, Deut 58-!g, 64נר> ימ 9־ genannt. Diese Stellen werden wahrscheinlich so genannt, weil die dazu Aufgerufenen Spenden geloben (נדר). Ferner schreibt uns Herr Prof. Dr. F ü r s t in Budapest, er erinnere sich, gehört zu haben, daß an jedem der ל Trostsabbate ein tröstender Vers laut gelesen werde: Dt 44, 810, 1617, 1813 und 218, 236, 2615, 2928. 1 s. v. מפטיר בנסיות, המכנים ומוציא ומישב תלמידים ותינוקות :רישכנישתא. 2 Es ist bezeichnend für den Stand der geographischen Kenntnisse des jüdischen Mittelalters, daß Raschi es für nötig fand, den Ortsnamen בצרה mit einem biblischen Beleg zu erklären: (Jesaia346) שם מקום, כמה שנאמר כי זבח לד׳ בבצרה. Aehnlicherweise erklärt Raschi selten vorkommende Personennamen. Vgl. Raschi zu Chullin 14b, s. v. דתני א!י; ibid. 20b, s. v. אמר רבין insbesondere 32a s. v. ישבב u. a. m. 3 ריש כנישתא דבצדה נרד םפסלא לעילא מר׳ ירמיה רבה. Er schloß sich der Ansicht R. Simon’s an, wonach גרירה am Schabbat, wenn es sich um דבר שאין מתכון handelt, erlaubt ist.