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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1926
Date
1927-01-01
Page
Seite 159 (sequence 4)
Language
German
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159 findet. Gegenwärtig sind außer Neuauflagen von einzelnen Werken unseres ״Grundrisses für die Gesamtwissenschaft des Judentums‘6, wie Hermann G oh e n: Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums, Martin Philipps on: Neueste Geschichte des jüdischen Volkes, Band 2 ein sehr wertvoller Beitrag zur Sozial-Geschichte der Juden in Deutschland: Leipziger Meßgäste von Rabbiner Dr. Freudenthal in Nürnberg im Druck und das Manuskript: Numismatik von Geheimrat Pi ck in Gotha kurz vor der Vollendung. Auch die Mechilta geht ihrer Vollendung entgegen. Ebenso dürfen wir bestimmt hoffen, die Fortsetzung der Germania Judaica während des Jahres 1927 in Druck geben zu können. — Zu unserm aufrichtigen Schmerz ist einer der gelehrtesten Mitarbeiter dieses Werkes, Herr Rabbiner Professor Dr. Salfeld in Mainz, uns durch den Tod entrissen worden. In rührender Gewissenhaftigkeit hatte der alte Herr noch im vorigen Jahre seinen Beitrag über die Gemeinde Mainz abgeliefert.; Schon im letzten Bericht konnte mitgeteilt werden, daß wir gemeinsam mit der Akademie für die Wissenschaft des Judentums die Vorarbeiten für die durch die Munifizens der Herren von Mendelssohn ermöglichte Neuausgabe der; Gesammelten Schriften, von Moses Mendelssohn übernommen haben. Heute kann hinzugefügt werden, daß an dieser Aufgabe mit großer Energie und; Sachkunde gearbeitet wird, und daß schon jetzt so viel neue Funde vorliegen, daß die neue Ausgabe als eine Bereicherung der Wissenschaft und eine Ehrung des großen Philosophen wird gelten können. Unsere Gesellschaft hat ebenso wie die Akademie erhebliche Zuschüsse für die Vorarbeiten zu leisten. Beide Institute haben im letzten Jahre je 2 839 Mk. gegeben und werden 1927 ungefähr dasselbe, 1928 wahrscheinlich wesentlich mehr aufzubringen haben. Der Ausschuß und der Vorstand blieben in unveränderter Zusammen- Setzung. Wir hatten die Freude, einigen unserer Ausschußmitglieder, nämlich den Herren Oberrabbiner Dr. G h a j e s, Wien, Dr. Heine mann, Breslau, Professor M i ttw 0 c h, Berlin, zum 50. Geburtstage, Herrn Rabbiner Dr. Fr ei mann, Posen, zum 60. Geburtstage, den Herren Dr. M. Gast er, London und Rabbiner Dr. Weisse, Berlin, zum 70. Geburtstage und Herrn Hofrat Rektor S c hwarz, Wien, zum 80. Geburtstage zu gratulieren, ebenso konnten wir unsere Freunde, Herrn Professor Krauß, Wien, zum 60. Geburtstage, Herrn Oberrabbiner Israel L A v i, Paris, zum 70. Geburtstage und Herrn Professor Landauer, Augsburg, zum 80. Geburtstage beglückwünschen. Die Herren Professor B 1 a u, Budapest und Rabbiner Professor Dr. Winter, Dresden, begingen ihr 40 jähriges Amtsjubiläum.. ־ Es braucht nicht erst versichert zu werden, daß der Umfang der Geschäfte der Gesellschaft wesentlich gewachsen ist. Aber es bereitet Freude, wenn man in einer blühenden Organisation arbeitet und ihre stetigen Fortschritte verzeichnen kann. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß das Ansehen der Gesellschaft immer mehr wächst, und daß auch ihr Organ, die ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“ sich immer weiterer Beachtung erfreut. Die zunehmende Anerkennung der Gesellschaft bietet die Tatsache, daß immer mehr Zeitschriften und wissenschaftliche Institute in Austausch mit unserer Monatsschrift einzutreten wünschen. Als kleiner Beitrag zur Schätzung der Gesellschaft sei eine Stelle aus einem Briefe angeführt, den wir von einem Pfarrer in T y 1 d e n in Viktoria (Australien) erhalten haben. Nach Erwähnung einer Anzahl hebräischer Bücher, die ihm in letzter Zeit zugegangen waren, fährt er fort: ״Letzthin kam Ihr Brief und die vier Bände der Monatsschrift. In der Tat, um das Psalmenwort zu gebrauchen: Mein Becher ist übervoll. Ueberdies haben Sie mir die Ehre erwiesen, mich als Mitglied Ihrer Gesellschaft aufzunehmen. Ich betrachte es tatsächlich als eine hohe Ehre, Mitglied einer so hochstehenden wissenschaftlichen Gesellschaft zu sein, und hoffe, daß es mir eines Tages gelingen wird, mich dieser Mitgliedschaft auch würdig zu zeigen. Die Zugehörigkeit zu Ihrer Gesellschaft wird mich in meinen semitischen Studien außerordentlich anfeüern.“ Die Gesellschaft ist in das 25. Jahr ihres Bestehens eingetreten. Wir schmeicheln uns in der Hoffnung, vor ihren Gründern bestehen zu können und ihre Zustimmung zu unserer Tätigkeit zu erhalten. Berlin, den 23. Februar 1927. Der Vorstand.

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