Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bemerkungen zu Löwensteins Index Approbationum
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
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124 eines Gelehrten in irgend einem Orte auf Grund einer von diesem Orte datierten Approbation feststellen, so muß die Gewißheit erlangt werden, daß diese Approbation die erste von diesem Orte datierte ist. Fehlschlüssen aus der Unkenntnis der Tatsachen kann man oft in der einschlägigen Literatur begegnen. Um nun aus diesem Stoffe ein brauchbares Hilfsnlittel für die Geschichtsforschung zii schaffen, hat Löwenstein durch eine Reihe von Jahren das Material systematisch gesammelt. Diese Arbeit ist aber nicht, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat, lediglich eine Sammelarbeit. Umfassende^ Gelehrsamkeit, Scharfblick und technisches Geschick sind die Grundbedingungen für die Erfassung und^Meisterung^des*^Stoffes. ^Die^aus verschiedenen Zeitpunkten herrührenden Approbationen eines Gelehrten tragen nicht immer dieselbe Namensfertigung. Bald besteht die Unterschrift bloß aus dem Vornamen des Approbanten, bald wird diesem auch der. Vatername und manchmal ein etwaiger Familien- oder Provenienzname hinzugefügt. Es kommt auch vor, daß der Approbant im Laufe der Zeit während einer Krankheit einen neuen Vornamen erhält, den er fortan dem alten beifügt. Ist die Approbation noch in einem andern Ort ausgestellt, so kann dem Sammler die Identität leicht entgleiten. Hierzu kommt noch, daß der Sammler die von einer Person herrührenden Approbationen nicht gleichzeitig vor sich hat. Während die Approbationen nach dem einen Namen des Gelehrten schon lange im Zettelkasten unter einem Buchstaben des Alphabets untergebracht ’ sind, kommen dann ahnungslos die Approbationen desselben Gelehrten nach dem andern Namen in weitem Abstande unter einen andern Buchstaben. Oeftere Sichtung und innere Aufnähme des Materials, aber auch die Ersinnung geeigneter technischer Hilfsmittei und literarische Kenntnisse müssen, dann die Zerstreuten aneinanderbringen. Die jüdische Gelehrtengeschichte bringt noch ganz besondere Schwierigkeiten mit sich, da ihr Territorium den größten Teil der Welt umfaßt. Großen Schwierigkeiten begegnet auch die Transkription der Ortsnamen. Leider besitzt die jüdische Wissenschaft bis zur Stunde nicht ein nach dem hebräischen Alphabet geordnetes Verzeichnis der in den Quellen erwähnten Orte mit der richtigen Transkription und der notwendigen philologischen Erläuterung der hebräischen Schreibung1. Jeweilig muß jeder Gelehrte im gegebenen Falle mit großem Zeitverluste und oft mit zweifelhaftem Erfolge solche Studien ansteilen. Es muß daher dem Löwensteinschen Werke, das 3662 Nummerrfmit einer vielfachen Zahl von Approbationen aus der Zeit von 1490—1850 verzeichnet, besondere Anerkennung gezollt werden. In der Regel hat es Löwenstein verstanden, die erwähnten Schwierigkeiten zu meistern. Viele übersehene Identitäten sind von ihm selbst in seinem Manuskripte nachgetragen ־worden. Das Werk hätte wahrscheinlich seine Vollkommenheit erlangt, wenn der* Verfasser noch einmal den Stoff hätte sichten können. Löwenstein befand sich 1 Eine Zusammenstellung der Orte in der jetzigen Cechoslcrvakei lieferte letztens J. Taglicht in der Festschrift zu Ehren Alfred Landaus (לאנדוי־בוך), Wilna 1926, Sp.346—337 ־. •J