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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 431

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
[Nachricht]
Date
1926-01-01
Page
Seite 431 (sequence 2)
Language
German
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431 Louis Löwin, Geschichte der israelitischen Krankenverpflegungsanstalt und Beerdigungsgesellschaft 1926—&2ל1 חברא קדישא. (Ohne Ort und Jahr: Breslau 1926, 136 Seiten. Groß-Oktav, mit zahlreichen Abbildungen.) Anläßlich des Jubiläums der Gesellschaft schildert der bekannte Verfasser das Beerdigungs- und Krankenpflegewesen der Breslauer Juden seit Beginn ihrer Ansiedelung, insbesondere die Entwicklung der genannten Gesellschaft und ihren Einfluß auf das Breslauer Gemeindeleben. Die — bei größter Gründlichkeit — durchaus gemeinverständlich geschriebene und vorzüglich ausgestattete Schrift hat durchaus nicht nur örtliches Interesse, sondern wirft Licht auf die Entwicklung des jüdischen Gemeindelebens in Ostdeutschland. Antisemitic a. Heiteres und ernstes Wahres und Erdichtetes von Dr. Mehemed Emin Effendi. Leipzig, Gustav Engel, 1926. 126 S. 2 Mk. Enthält folgende apologetische Aufsätze: 1. Antisemitische Wissenschaft (Sprachwissenschaft, Völkerpsychologie, Religionswissenschaft, Geschichts- Wissenschaft, Volkswirtschaft, Anthropologie). 2. Der jüdische Gerichts- Vollzieher. 3. Wenn Hindenburg als Jude geboren worden wäre. 4. Wenn dereinst eine jüdische Ahnfrau Bismarcks entdeckt werden wird. 5. Weitere ,,Wenn“. 6. Aus der Kriegs- und Nachkriegszeit (die Schuld an den Kata- Strophen; während der Inflationszeit; Türken, Deutsche, Arier, Christen, Juden). 7. Der Gesichtspunkt der Verdrängung. 8. Offenes Schreiben eines bayrischen Juden an Herrn von Kahr. Der Versuch des Verfassers, zu zeigen, wie man über Hindenburg, Bismarck und andere bedeutende Persönlichkeiten urteilen würde, wenn jüdisches Blut in ihrem Stammbaum zu vermuten wäre, ist mit Geist und Humor durchgeführt. Franz Rosenzweig, Die Schrift und Luther. Berlin, Lambert Schneider, 1926, 51 S. Der Sinn der Arbeit ist die Rechtfertigung der Uebersetzungsweise Rosenzweigs, zumal in dem von ihm mit Buber herausgegebenen Bibelwerk. Nach Luther ,,müssen wir zu Ehren solcher Lehre und zum Trost unseres Gewissens der hebräischen Sprache Raum lassen, wo sie es besser macht, denn unser Deutsch tun kann“. ,,Muß nicht jener Grund uns, die wir nicht wissen, aus welchem Worte die Lehre und der Trost fließen werden, zu einer neuen Ehrfurcht vor dem Wort beugen? einer Ehrfurcht, die notwendig auch unser Lesen, unser Verstehen und also unser Uebersetzen erneuern wird?“ Die Kautzschsche Bibel kann uns nicht genügen. ,,Vielleicht gibt es in einem stilistisch so verschiedenartigen Buch wie der Bibel auch Stellen, für die dieses Deutscheines kleinstädtischen Amtsblättchens das richtige zur Uebersetzungist. Ueber die ganze Erzählung ohne Unterschied ausgegossen, verfälscht es den Ton und damit auch die Musik.“ ,,Die Grenzen des Sprachmöglichen dürfen natürlich nicht überschritten werden. Schon die Wiedergabe eines hebräisch gewöhnlichen Ausdrucks durch einen in Deutsch ungewöhnlichen ist unstatthaft, aber genau so umgekehrt. Etwa der ungeheure Schluß des zweiten Kapitels (Exodus) ist mit seinem viermal wiederholten Subjekt Gott gewiß kein normales Deutsch. Aber genau so wenig normales Hebräisch. Nur engster Anschluß an den Urtext kann da die Üeberhöhung eines ״Anthropomorphismus“ durch den anderen auch im Deutschen zum Reden bringen.“ ״Die Atemkolen geben den in der Schriftlichkeit der Schrift erstickten freien, mündlichen Atemzug des Worts zurück.“ Palästina, eine Fahrt ins Gelobte Land, von Dr. h. c. Freiherr von Schoenaich, Generalmajor a. D. Halberstadt, H. Meyers Buchdruckerei, 1926, 126 S. Der bekannte pazifistische Offizier schildert seine Reiseeindrücke aus Aegypten und Palästina. Dem Siedlungswerk steht er sympathisch gegenüber; manche seiner Bemerkungen scheinen beachtenswert, da er landwirtschaftlicher Fachmann ist. Dem Büchlein sind eine Reihe (etwas klein ausgefallener) Abbildungen und Pläne beigegeben. Adolf Warschauer, Deutsche Kulturarbeit in der Ostmark. Erinnerungen aus 4 Jahrzehnten. Berlin, R. Hobbing, 1926, 324 S., in Ganzleinen 12 Mk. Der bekannte Gelehrte schildert in schlichter und anziehender Weise sein Lebens werk, vor allem seine Tätigkeit als Archivrat und Professor an der Akademie in Posen. Das Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Zeitgeschichte. Streiflichter fallen auch auf die jüdisch-wissenschaftlichen Arbeiten des Ver-

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