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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Nochmals: Der Perwer von Salzwedel [Nachricht]
Date
1926-01-01
Page
Seite 417 (sequence 2)
Language
German
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417 Perwer ״vor den Toren Salzwedels“ war ursprünglich ein wendisches Dorf (Priebatsch, der märkische Handel am Ausgange des Mittelalters, Sonderabdruck aus ״Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins“, Heft XXXVI (Berlin) 1899, S. 8). Die Slawistik dürfte demnach zunächst hier das Wort haben. Ueber Juden in Salzwedel siehe noch Davidsohn, Beiträge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Berliner Juden vor der Emanzipation, Berlin 1920, S. 21 f. (Ende des 13. Jahrh., 1344 ff., 1573), 32 f., 35 (1344, 1467, 1509), 55, 58 (1458), Zeitung des Judentums 1920, S. 34, 44 (1349), Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft VII 21, 81 (1564), Mylius, Corpus constitutionum Marchicarum, Teil V, Abteilung V, Kapitel III, S. 126 (1693), משלי אסף Berlin 1792, Subskribentenverzeichnis (י(ר' שמואל ואלצוועדיל Correspondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertums vereine, 1912, Nr. 9, S. 306 (11m 1813). Hierzu schreibt uns Herr Privatdozent Dr. Hanisch in Breslau: Daß der Name hebräischen Ursprungs sein könnte, ist mir wenig wahrscheinlich. Ich möchte durchaus den Ausführungen des Herrn Dr. Lewin beitreten. Die historischen Tatsachen sprechen für irgendwelchen slawischen Ursprung. Für mich ist aber die sprachliche Lösung augenblicklich ein Rätsel. Anklang aber mit lautgeschichtlichen Schwierigkeiten finde ich an: prövor Schranke, oder prevara dunkel, vielleicht (?) auch: virx vortex, Bildungselemente, die bei Mi klosi c h, ״Ortsnamen“ II, 254, Nr. 729 (Slaw. ״Ortsnamen aus Appellativen“, Wiener Denkschriften, I. Teil, 1864, II. Teil, 1874) erwähnt sind. Darüber hinaus kann ich Ihnen nichts jetzt augenblicklich sagen. Endlich übersendet uns Herr Dr. Böhmer eine Untersuchung über den Gebrauch von פרור bzw. פרבר in Bibel und Mischna. Er entscheidet sich (unter Vorbehalt eingehenderer Begründung an anderer Stelle) für persischen Ursprung und betrachtet, daher אשד בפרורים II Kön 23^ als Zusatz aus persischer Zeit. Besprechungen Blaufuß, Dr. Hanss Kephtaritische Inschriften. Ein Versuch zu ihrer Deutung. (Festgabe zur Vierhundertjahrfeier des Alten Gymnasiums Nürnberg.) Nürnberg 1916, Der Verf. hat sich die Aufgabe gestellt, den zu Phästos auf Kreta gefimdenen sog. ״Diskus von Phästos“, der auf seinen beiden Seiten eine uns unbekannte Bilderschrift zeigt, zu entziffern. Dieser sein Versuch war aber von vorneherein zum Mißlingen verurteilt, weil er seine ganze Arbeit auf einer durchaus unzulässigen Methode aufbaute. Wichtig ist ihm naturgemäß zu wissen, welche Sprache die uns unbekannte Bilderschrift wiedergibt. Um dies zu ergründen, schlägt er folgenden Weg ein. Von den in einer Stelle bei Homer (Od. .19, 175 ff.) genannten Völkern, die Kreta bewohnen, scheinen ihm allein die Pelasger als dasjenige in Frage zu kommen, auf das der ״Diskus von Phästos“ zurückgeführt ,werden kann. Diese Pelasger nun setzt der Verf. kurzerhand den biblischen Philistern gleich (!), und die Sprache des ״Diskus von Phästos“ muß nun eine semitische sein. (!) — Wir machen hier halt und gehen auf die weitere Entzifferungsarbeit nicht ein, da dieselbe ja auf ganz unmöglichen Voraussetzungen aafgebaut ist. Breslau. Jirku. המלון השלם (Hebr.-deutsches Taschenwörterbuch) von M. D. Groß. Verlag Menorah, Wien 1924. Das Aufleben des Hebräischen, besonders in Palästina, als Sprache des täglichen Gebrauchs stellt die Verfasser kleiner Wörterbücher vor die schwierige Aufgabe, eine Auswahl der neugebildeten Worte, die sich eingebürgert haben, aufzunehmen und andere, die noch strittig sind, abzulehnen; mitunter kommen die Herausgeber auch in Versuchung, selbständig der Entwicklung vorauszueilen und Worte neu zu prägen. Das vorliegende Taschenwörterbuch ist ein gutes Hilfsmittel für diejenigen, welche etwa nur mit einiger Kenntnis der biblischen Vokabeln ausgerüstet sind und bei der Lektüre hebräischer Monatsschiift, 70, Jahrgang. 27

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