Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 4 · p. Seite 284

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 4
Article
Über die böhmischen und österreichischen Juden zur Zeit Maria Theresias
Date
1926-01-01
Page
Seite 284 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829935-2829940-2833367--46995-2833454
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

284 Hebe* die böhmischen und österreichischen Juden zur Zeit Maria Theresias. Von Dr. med. Sigismund Peiler in Wien. Ob im Jahre 1754, dem Jahre der ersten Volkszählung in Oesterreich, die Juden in Böhmen gezählt wurden und zu welchem Ergebnis' diese ,,Seelenkonsignation“ gelangte, ist in der bezüglichen Fachliteratur nicht bekannt. Der österreichische Statistiker Prof. Gürtler behauptet in seinem im Jahre 1909 erschienenen Buche ,,Volks-' Zählungen Maria Theresias und Josef II. 1753—1790“, daß in Oesterreich im Jahre 1754 nur die christliche, aber nicht die jüdische Bevölkerung erfaßt wurde. Diese Auffassung ist falsch. In der Statistischen Monatsschrift des Jahres 1916 hat Großmann in seiner Studie ״Die Anfänge und geschichtliche Entwicklung der amtlichen. Statistik in Oesterreich“die betreffenden im Archiv des Ministeriums' des Inneren gefundenen Daten über die Juden Mährens und Schlesiens publiziert. Die böhmische Tabelle hat Großmann nicht gefunden. In Ermangelung sicherer Quellen schätzte dieser Autor — auf Grund . der Erhebung aus dem Jahre 1762 (= 28 394) — die Zahl der böhmischen Juden im Jahre 1754 auf rund 25 000. Anläßlich, meiner Untersuchungen über die städtische Mortalität im XVIII. Jahrhundert stellte ich im Jahre 1918 19 im Archiv des Ministeriums die ersten Nachforschungen über die I. Oesterreichische Volkszählung an. Es zeigte sich dabei, daß die böhmischen Spezial־״. tabeilen im Jahre 1906 dem damaligen Präsidenten der statistischen Zentralkommission geliehen wurden und seither verschollen blieben. Aber unter den im Archiv aufgehobenen ,,Kontributionsrezessen׳ von den k. k. böhmischen und österreichischen Erbländern der Jahre 1748—1758“ fand sich (fol. 236) ein Dokument, das u. a. über die Resultate der Judenzählung in Böhmen vom Jahre 1754 berichtet. Es ist dies das ״Hauptsummarium über die eingelangte Seelen- und Häuszer-Concriptiones de anno 1754“. . . Der letzte Teil der ziemlich umfangreichen Tabelle, die ich — da sie bis dahin nicht publiziert war — in der Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiteii Bd. 90 J. 1919 in toto gebracht habe, befaßt sich mit den Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien. In folgendem sei der unterste Teil der Tabelle, der sich auf die Juden bezieht, wiedergegebeh: vom 1. bis 15. Jahre vom 15. bis 20. Jahre vom 20. bis 40; Jahre1 ledig verheiratet ledig [verheiratet ledig![verheiratet männl. weibl. männl. | weibl. männl. j weibl. [ männl. weibl. männl. weibl. J| männl. weibl. Böhmen 5714 5691 _ 1460 1286 1 - 1082 487 13542 4169 Mähren 7351 נ654' ׳— — 34121 33651 — — ' 21Ö 169 3563 4009 Schlesien 181 נ20 — — 1311 נ124 I - — 26 ' '19 | 78 88 6467 2 6365 2j — — 50032 4775 2!1 -! [ _ 1318 675 1 7183 8260 1 Falsch, siehe folgende Tabelle. 2 Falsch, siehe folgende Tabelle.:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.