Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 1)
- Language
- German
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142 Geschäftsbericht für das Jahr 1925. Das Jahr 1925 war ein Jahr der Stabilität, aber nicht der Ruhe. Die schwere wirtschaftliche Bedrängnis, welche fast alle Länder Europas niederdrückte, machte sich auch innerhalb unserer Gesellschaft lebhaft fühlbar. Nichtnur, daß der Absatz unserer Schriften stockte, waren auch vielfach unsere Mitglieder nicht in der Lage, ihre Beiträge zu zahlen, geschweige denn, sie zu erhöhen oder uns größere Schenkungen zukommen zu lassen. Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1925 wurde wiederum auf 8.— Mark ( 2 Dollar) festgesetzt. Aber selbst diese bescheidene Summe mußte einer beträchtlichen Anzahl von Mitgliedern in Deutschland, Deutsch-Oesterreich, Frankreich, Jugoslavien, Palästina, Polen, Rumänien, Rußland, derTschecho- Slowakei und Ungarn auf die Hälfte ermäßigt oder ganz erlassen werden. Die Gesellschaft war auch diesmal wieder in der Lage, diese Vergünstigung zu gewähren, dank einer gütigen Spende, die sie durch die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft auf Veranlassung des Vorsitzenden der Emergency Society in New-York C., Herrn Professor Dr. Boas, erhielt. Andererseits können wir zu unserer Freude feststellen, daß viele unserer Stifter und Immerwährenden Mitglieder, an die wir nach der völligen Ent- Wertung der einst von ihnen für unsere Fonds gezahlten Beträge herangetreten sind, sich gütigst bereitgefunden haben, Jahresbeiträge oder einmalige Spenden zu zeichnen. Ebenso war unsere ausgedehnte Werbetätigkeit von Erfolg. Neben einem Zuwachs von 131 Einzelmitgliedern hatten wir die Freude, daß eine größere Anzahl von Bnei Brith-Logen sich wiederum zu Beiträgen bereit erklärte. Desgleichen haben auf unsere Gesuche eine Reihe von Gemeinden Deutschlands uns Subventionen bewilligt, die sich zwischen 15.— Mark und 1500.־ Mark bewegten. Einige größere Gemeinden verwiesen uns auf den neu gegründeten Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden, der auch in seinen Etat für 1925 den Betrag von 2200.- Mark für unsere Gesellschaft eingestellt hatte, sie aber bisher infolge seiner ungünstigen Finanzlage nicht zahlen konnte. Auch für 1926 haben große Gemeinden uns bereits auf den Landesverband verwiesen; wir geben uns der Hoffnung hin, daß dieser in absehbarer Zeit seine Zahlungen auf nehmen kann. Zur Erleichterung unseres Verkehrs mit den Mitgliedern im Ausland haben wir die Zahl der Vertrauensmänner noch vermehrt; sie beträgt gegenwärtig 21. Die Herren unterziehen sich in aufopfernder Weise der Aufgabe, die Beiträge einzuziehen und neue Mitglieder zu gewinnen. Ihrer Propaganda verdanken wir einen beträchtlichen Teil des erwähnten Zuwachses an Mitgliedern. Wir sprechen den Herren Vertrauensmännern auch an dieser Stelle den aufrichtigsten Dank aus. Die Gesamtzahl aller Mitglieder beträgt gegenwärtig 1561. Die Einnahmen der Gesellschaft aus Mitgliedsbeiträgen und Subventionen .erreichten die Summe von 18 728.— Mark. Außerdem wurde uns im Berichtsjahr ein Vermächtnis von Herrn Bernhard Nathan aus Dresden im Betrage von 478.48 Mark ausgezahlt. Alles in allem waren wir in der Lage, unsern Verpflichtungen nachzukommen. Freilich schließt unsere Kasse infolge des Ausbleibens der vom Landesverband bewilligten Subvention mit einem um 2000.— Mark geringeren Bestand ab. Das obige Vermächtnis haben wir in Goldmark 500.— 10 % Preuß. Comm. Oblig. angelegt. Unsern Besitz an Staatsanleihen haben wir zur Aufwertung angemeldet, wir hoffen in Zukunft wieder wenigstens einen mäßigen Zinsertrag daraus zu erhalten. Die Monatsschrift, die nach wie vor unter der bewährten Leitung des Herrn Dozenten Dr. I. Heinemann in Breslau steht, erschien in erweitertem Umfang von 6 Heften zu je 4 Bogen. Außerdem konnten wir das Juni/Juliheft >ih doppeltem Umfange herausgeben (s. u.). Die Honorare der Mitarbeiter konnten erhöht werden. Vom Jahre 1926 ab wird ihr eine neue Veröffent- Hebung unter dem Namen ,,Beihefte der Monatsschrift“ in zwangloser Reihenfolge angegliedert; das erste Heft, das die Arbeit des Herrn Rabbiner Dr. Lewin- Breslau (früher Kattowitz): ,,Die Landessynode der großpolnischen Judenheit“ enthält, erscheint im Frühjahr dieses Jahres. — Um unsern Mitgliedern die alten Jahrgänge der Monatsschrift vollständig liefern zu können, haben wir eine Reihe vergriffener Hefte vervielfältigen lassen, sodaß jetzt wieder vollständige