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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 2 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 134 (sequence 3)
Language
German
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134 Ferner Anlagen: Anlage 1: Eine Zusammenstellung jüdischer Gläubiger und ihrer Schuldner zur Zeit des Wenzelschen Schuldenerlasses. Anlage 2: Abhandlung über die Gerichtsbücher. Anlage 3: Der Zinsfuß in einigen deutschen Städten während des 13. und 14. Jahrhunderts. Anlage 4: Ueber die Frankfurter Rabbinerversammlung 1603 und der Hochverratsprozeß gegen die deutschen Juden im Anfang des 17. Jahrhunderts. Anlage 5: Wohnsitze von Juden im Anfang des 17. Jahrhunderts. Anlage 6: Frankfurter Judenstättigkeit im Mittelalter. Eine eingehende Würdigung des Werkes verschieben wir bis nach Erscheinen des II. Bandes. Frankfurt a. M. ___ A. Freimann. 1. N. M. Gelber: ״Aus zwei Jahrhunderten“. Beiträge zur neueren Geschichte der Juden. Wien u. Leipzig 1924, (266 S.). 2. N. M. Gelber: Die Juden und der polnische Aufstand 1863. Wien u. Leipzig 1923, (235 S.). In der ersten Schrift hat G. eine Reihe von zum Teil schon vorher, hauptsächlich in Tageszeitungen, zerstreut veröffentlichten Aufsätzen zur neueren Geschichte der Juden insbesondere im 19. Jahrhundert vereinigt. Auf teilweise wichtigem archivalisehern Material aufgebaut, bieten sie für jeden Forscher der neuesten Geschichte der Juden vielfach willkommene Ergänzungen. Für die politische Geschichte der Juden in polnischen Gebieten sind, neben mehr grundsätzlichen Auseinandersetzungen in dem Aufsatze über die historischen Voraussetzungen der Judenfrage in Polen (S. 1 ff.), einige archivalische Mitteilungen über ein Werbungsprojekt für Oesterreich von Berek Joselowicz (S. 9 ff.), über den Kampf um die Judenrechte in der Republik Krakau (S. 202 ff.), über den Anteil der •Juden an der polnischen Revolution im Jahre 1846 (S. 261 ff.) sowie über die Stellung der Regierung einerseits und der Juden Galiziens andererseits zu den Problemen der Revolutions- und Reaktionsperiode 1848/53 (S. 101 ff.) von Bedeutung. Der inneren Geschichte der polnischen Juden sind einige Aufsätze gewidmet. So der über den einzigen galizischen Oberlandesrabbiner Arjeh Leib Bernstein 1776/85 (S. 14 ff.), über den Haskalah-Begründer in Polen Mendel Satanower 1750/1823 (S. 39 ff.), über die Stellung der österreichischen und preußischen Regierung zu der Frankistenpropaganda im Jahre 1800 (S. 58 ff.), über den jüdischen Volks- Sänger Berl Broder (S. 70 ff.) und über die verweigerte x4.uslieferung des Begründers der Dynastie von Sadagöra 1842 (S. 116 ff.). Zur Geschichte der Juden im übrigen Oesterreich wird ein Bittgesuch böhmischer Juden aus dem Jahre 1834 (S. 122 ff.), ferner Aktenstücke über die Rehabilitierung (richtiger Amnestierung) Adolf Fischhofs 1867/68 (S. 126 ff.), über das Verhältnis der österreichischen Polizei zum Projekte der Gründung einer Zweig- Organisation der Pariser Alliance Isradlite (S. 131 ff.) und schließlich über den Führer der Wiener Trennungsorthodoxie Ignaz Deutsch (S. 145 ff. ) mitgeteilt. Von allgemeinerem Interesse sind Berichte über ein^Projekt einer Judenkolonisation in Palästina vom Jahre 1840, für welches zwei Wiener jüdische Studenten einen Gremieux zu interessieren vermochte und auch Montefiore gewinnen wollten (S. 178 ff., ferner über den ersten Sozialisten in der hebräischen Literatur Aron Liebermann, Artur Freman (S. 185 ff.) sowie über eine Begegnung Pinskers mit dem Prediger Adolf Jellinek (S. 193 ff.). Wie es in der Natur von solch in verschiedenen Zeiten entstandenen und auch für verschiedene Zwecke verfaßten Aufsätzen liegt, sind sie nicht gleichmäßig. Während einige eine mehr feuilletonistische Darstellung enthalten, beschränkt sich Verf. in manchen anderen lediglich auf die Wiedergäbe eines archivalischen Dokuments mit kurzen Anmerkungen. Auch ließen sich deshalb Wiederholungen nicht ganz vermeiden (vergl. z. B. 43 f. mit S. 1 ff.; S. 148 Anm. 1 mit 103 Anm. 3; S. 172 mit 133 usw.). Wichtiger ist, daß häufig manch Wesentliches nicht mitgeteilt wird: z. B. S. 155 ff. der Inhalt, der durch das kaiserliche Patent vom Jahre 1853 eingeführten ,,beschränkenden Bestimmungen“,־ gegen die ja alles folgende gerichtet ist; so ferner der eigentliche Inhalt des Palästina-Kolonisationsprojekts, so auch die inhaltlichen Leistungen eines Satanower oder die Weltanschauung und sozialtheoretische Richtung des Liebermann. Bei der Frankistenpropaganda eine polnische Revolutionsbewegung anzunehmen, wie es nach G. (S. .161) angeblich die österreichische Regierung tut, ist um so weniger Anlaß vorhanden,

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