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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 456

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 456 (sequence 2)
Language
German
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456 darstellen sollte. Symbolisch erscheinen Jonas (Auferstehung), Quellenwunder Mosis (Taufe), Opferung Isaaks (Kreuzigung) usw. Anders die ältesten Handschriften und mutmaßlich Katakombenfiguren, von denen anzunehmen ist, daß hellenistische Juden hier auch als Künstler tätig waren, eine Hypothese, die angesichts des von Juden erstellten ornamentalen und figuralen Schmuckes der galiläischen Synagogen nicht von der Hand zu weisen ist. — Aehnlich sind auch die Figuren in den französischen Kathedralen zu bewerten, die man früher für Prinzen und Prinzessinnen hielt und seither als David, Josias, Gideon, Naphtali, Mardochai, Judith, Makkabi, Deborah, Judith und Esther identifiziert hat (Lüttich, R. Jacob). Ebenso erfuhr man erst durch Dideron, daß die in Chartres mit Hugo Gapet, Henricus I, Philippus II usw. bezeichneten Figuren als David, Salomon und sonstige judäische Könige anzusehen sind, die. hier den Stammbaum Christi darstellen sollen. Das Werk will keine Kunstgeschichte sein; es verzichtet auch zunächst vollständig auf kunsthistorische Erläuterungen. Daß es nicht lückenlos sein kann, liegt auf der Hand. Aber man kann wohl behaupten, daß nichts Bedeutendes übersehen wurde. Indessen muß es auffallen, daß die Makkabäer nur. mit 2 Bildern vertreten sind; auch wäre es erwünscht gewesen, Bilder aus jüdischen Esther-Megillen heranzuziehen, von denen m.'W. eine große Zahl mit köstlichen Abbildungen bestehen. — Irrtümlich erscheint die Be- Zeichnung (S. 194, Abb. 41) ,,Fußbodenmosaik (sgraffito)“. Endlich erscheint die Bemerkung zu S. 902, Abb. 35 und 36 verwunderlich; die Erklärungen zu diesen Figuren sind bereits seit längerer Zeit in der Fachliteratur bekannt und nicht, wie aus dem Text entnommen werden könnte, dem angeführten Gelehrten zuzuschreiben. — Das prächtige, Herbert Hoover gewidmete und glänzend ausgestattete Werk ist besonders dazu berufen, den geistigen Inhalt unserer Bibel zu demonstrieren, ihren Ewigkeitswert darzutuen. Der Verfasser beabsichtigt, in einem Nach trage kunsthistorische und biblische Erläuterungen zu bringen, die von einem bekannten jüdischen Kunsthistoriker bezw. vom Dozenten Dr. Lewkowitz abgefaßt werden sollen. ■_ A. Grotte. Axel Moberg: The Book of the Himyarites. Fragments of a hitherto unknown Syriac Work. Edited with Introduction and Translation. With eight Facsimiles. Lund 1924 Gleerup. CLXXII und 61 Seiten (Skrifter utgivna av Kungl. Humanistiska Yetenskapssamfundet i Lund VII.) Ueber den gewöhnlich Dhu Nuwas genannten südarabischen König und die von ihm veranstaltete Christenverfolgung gibt es eine Reihe von Berichten, über deren historischen Wert und deren Abhängigkeitsverhältnisse die bisherige Forschung zu endgültigen Ergebnissen nicht gelangt war. Nun ist A. Moberg ein unerwarteter Fund geglückt: in dem Einband einer ihm zur Prüfung übergebenen syrischen Handschrift hat er umfangreiche Bruchstücke eines ebenfalls syrisch geschriebenen Buches der Himjariten entdeckt, welches ausführliche Angaben über diese Ereignisse enthält. Freilich sind von mehreren Kapiteln nur ganz unbedeutende Reste erhalten, aber wir besitzen doch außer der Angabe des Inhalts sämtlicher Kapitel des Buches auch noch betrachtliehe Teile des Werkes in lückenlosem Zusammenhang. In dem vorliegenden Buche veröffentlicht M. alles, was vom syrischen Text erhalten (einen Teil der Fragmente auch in Faksimile), fügt eine wortgetreue von Anmerkungen und umfangreichen Indizes begleitete Uebersetzung bei und schickt eine Einleitung voraus, in welcher das Verhältnis des Buches zu den anderen Berichten sowie sein Wert als historische Quelle erörtert wird. In diesen Untersuchungen gelingt M. der Nachweis, daß unser Buch eine der Hauptquellen der Acta Si. Arethae ist, daß es selber aber im wesentlichen auf Aussagen von Augenzeugen der in ihm geschilderten Ereignisse zurückgeht, die freilich nicht als objektive Darstellungen der Geschehnisse anerkannt werden können. Vom Ursprung des Judentums in Südarabien handelte das leider verloren gegangene zweite Kapitel des Buches; vermutlich aber geht eine Angabe der nestorianischen Chronik von Saard auf dieses Kapitel unseres Buches zurück, der zufolge die Mutter des Masruq (wie hier und sonst der Name des angeblichen Dhu Nuwas lautet) eine Jüdin aus Nisibis gewesen wäre, die als Gefangene nach Jemen verschleppt und vom König gekauft, diesem den Masruq geboren und dann im Judentum unterrichtet hätte. Da eine der von Masruq verfolgten Christinnen sich rühmt, ihr Vater habe früher einmal die Synagogen der Juden in Brand

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