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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 449

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
Persische Königsnamen in einem halachischen Merkspruch
Date
1925-01-01
Page
Seite 449 (sequence 2)
Language
German
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449 hundert, Plröz im IV. gelebt hat. Doch der besprochene halachische Satz muß geteilt werden. Von Rab stammt nur soviel: שברר אנדרפתא. שרי, פירוז אנדרפתא אסור. Ein späteres Geschlecht, ein späteres Jahrhundert, eingedenk der Judenfreundlichkeit Schäpürs und der Judenverfolgung durch Pirüz, fand seine Genugtuung daran, durch den Namen des erlaubten, reinen Vogels an den wohlwollenden Schäpür, durch den Namen des verbotenen, unreinen Vogels an den grausamen, verhaßten Plröz erinnert zu werden. Schäpür genießt, wie kaum ein zweiter Sassanide, die Gunst der jüdischen Ueberlieferung. Im Talmud ward wiederholt berichtet, Ifra Hormiz, seine Mutter, habe jüdischen Wohlfahrtszwecken bedeutende Summen zugeführt (Baba Bathra 8a, 10b, Zebachim 116b). Nöldeke1 hebt den Einfluß der Mutter auf ihren königlichen Sohn hervor. Es ward nämlich erzählt, Ifra Hormiz habe ihrem Sohne die Weisheit der Juden gerühmt (Nidda 20b) und ihn gewarnt, sich mit den Juden gut zu verhalten, da die Wünsche der Juden von Gott erhört werden (Ta'anith 24b). Die Lehren der Mutter scheinen nicht fruchtlos geblieben zu sein. Schäpür wurde Gönner der Juden, besonders des Amoräers Samuel, den die jüdische Ueberlieferung in vertrauliche Beziehungen zu Schapur setzt, daß Samuel selbst — ob im Scherz, ob im Ernst — König Schäpür genannt ward (Baba Kamma 96b, Baba Bathra 115b), eine Bezeichnung, der auch Räba teilhaftig wird (Baba Bathra 115b). Diesem Schäpür rühmlichen Andenkens wird nun Pirüz entgegengestellt. Wohl hat die persische Heldensage, Firdousis Schah- Name, auch ihm ein günstiges Andenken gewahrt (Firdousi, Le Livre des Rois traduit et commente par Jules, Mohl VI, Paris 1877, S. 70—80). Doch die persisch-arabische Geschichtsschreibung hat es aufgezeichnet, daß Pirüz über den Leichnam seines Bruders und dreier naher Familienmitglieder den Thron bestieg. Christen und Juden hatten ihn in unseliger Erinnerung. Die unsinnige Beschuldigung, Juden hätten zwei persische Priester lebendig geschunden, gab Anlaß zu argen Verfolgungen (Nöldeke - Tabari, S. 118 Anm. 4). Die talmudische Ueberlieferung scheint — nach dem Zeugnis der Wörterbücher — Pirüz nur ein einziges Mal zu nennen, als פירוז רשיעא in unserem halachischen Merksätze, der dieserart ein Stück jüdischer Geschichte aus der Sassanidenzeit widerspiegelt. Besprechungen J. Jeremias* Jerusalem zur Zeit Jesu. Kulturgeschichtliche Untersuchung zur neutestamentlichen Zeitgeschichte. I. Teil. Die wirtschaftlichen Verhältnisse. Leipzig, Ed. Pfeiffer. 1923. Grundpreis 3,10 Mk. II. Teil: Die sozialen Verhältnisse; ebd. 1924. Unter reichster Benutzung des Quellenmaterials, des biblischtalmudisehen, des neutestamentlichen, des historischen (Philo, Josephus, Eupolemus, Aristeas 11. a.), wird hier ein fest umrissenes Bild von dem wirtschaftlichen Leben zur Zeit Jesu entworfen, das um so lebhafter und anschaulicher ausfällt, als der Verfasser sich auch mit den gegenwärtigen kulturellen Verhältnissen Palästinas sehr wohl vertraut zeigt, de er fünf Jahre in Palästina leben durfte; ein wenig inkonsequent, ist der Verfasser leider in der Verwertung des agadischen Midrasch, der ihm bald eine reine, gute Geschichtsquelle ist, 1 Nöldeke - Tabari, S. 52 Anm., S. 68 Anm. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 29

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