Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 2)
- Language
- German
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332 . unbekannte jüngere Dichter des Orients fanden noeh Berücksichtigung,. Zur religiösen Poesie rechnet D, nicht nur die gesamte Dichtung im engern Sinne, sondern auch Gebete in Kunstform yon der Zeit des Talmud und Midrasch an bis auf die Gegenwart, mit Ausnahme von gar zu inhaltlosen kabbalistischen Spielereien. Unter der nicht religiösen Poesie finden wir auch Verse, wie sie am Anfang oder Schluß von Büchern durch Verfasser oder Drucker häufig beigegeben wurden und der Beachtung durch die Literaturgeschichte entgingen; während unliterarische Texte wie z. B. Grabsteine außer acht blieben, fanden Elegien auf das Hinscheiden bedeutender Männer (wie רמב״ם oder רשב״א) Aufnahme. Die Poesie der Samaritaner fand keine Berücksichtigung, während die der Karäer verzeichnet ist. Die Anordnung erfolgte in alphabetischer Reihenfolge der Gedichtanfänge mit der einzigen Ausnahme, daß sämtliche Dichtungen, die mit dem Tetragramm, in welcher Schreibung auch immer, beginnen, unter die Rubrik *אדני gestellt wurden. Von der Reichhaltigkeit des Materials; zeugt die Eeststellung, daß allein unter dieses Schlagwort, einschließlich der Nachträge, rund 600 Dichtungen fallen (481—1052 und 9003 ff,). Mit אל oder אלי beginnen sogar 1100 Gedichte (3305 ff., 4887 ff., 9064 ff.^ 9183 ff.), während mit אלהים und seinen Derivaten etwa 600 Gedichte beginnen (4293 ff., 9162 ff.). Mit אם, um ein Wort aus einer anderen Gruppe herauszugreifen, beginnen etwa 380 Gedichte (5186 ff., 9219 f.) und mit אנא noch einige mehr (6099 ff., 9222 ff.). Dem in Fettdruck kenntlich gemachten Beginn der Poesien folgen die Angabe der poetischen Gattung (z. B. קיצד!< קרובה), des künstlerischen Baues, eines vorhandenen Akrostichons, sowie des Namens des Verfassers, — wo kein Verfasser angegeben ist, ist er D. unbekannt — des Fundorts, eventueller Uebersetzungen und der beachtenswerten Literatur. Wo der Anfang einer größeren zusammenhängenden Komposition erwähnt wird, z. B. der einer קרובה oder eines מעריב, werden alle Teile dieser Komposition aufgezählt. Das ist von besonderem Wert, weil vielfaeh in derartige. Kompositionen fremde Dichtungen eingeschoben oder einzelne Stücke aus ihnen weggelassen und verstümmelt wurden. Nur ein so ausgezeichneter Kenner dieser Literatur wie Davidson, der mit den unbekanntesten Drucken und mit dem Bestand der Handschriften so gründlich vertraut ist, konnte derartige Fragen der Ueberlieferung mit der erforderlichen Kritik und Zuverlässigkeit behandeln. Er hat durch die Anmerkungen, die er seinen reichhaltigen Angaben hinzufügt, die Nützlichkeit seines Werkes noch bedeutend erhöht. So gibt er bisweilen Varianten zum Text z, B. zu אאגדדי Nr. 4, zu אאדה No. 5, zu אאמיר את ד' No. 20, zu so bekannten Gebeten wie אב הרחמים No. 40, אל ברוך גדול דעה No. 3514, אנא בכה גדלת N0. 6242. Regelmäßig weist er auf die Ueberlief er ungsgeschichte hin, so 4019 zu אבדנו 86 ,אל רחום שמך מארק טובה (aus dieser Selicha, die selbst gekürzt wurde, sind, nachdem sie am Anfang den Zusatz זהר ברית אברהם erhalten hatte, Verse in drei ebenso anfangende andere Selichas übernommen worden), 147 zu אבהי כי בטחו — und gerade dieser muß bei der bekannten Art wie mit Piutim umgegangen wurde, die sorgfältigste Be achtung zufallen. Auch der Ermittelung des Verfassers und der Abfassungszeit der Poesien gilt die Aufmerksamkeit; so wachsen sich mitunter die Anmerkungen zu ganzen Abhandlungen aus, vgl. 6022 zu אמת יהגה חכי oder 8906 zu אתיתי לחנכך. In diesem kritischen Apparat geht der Verf. vielfach auf Handschriften zurück. — Zur Sammlung des Stoffes mußten mehr als 2000 Druckwerke von den ältesten Inkunabeln bis zu den jüngsten Neuerscheinungen, von denen eine ganze Anzahl mehrere umfangreiche Bände enthalten, durchgearbeitet werden. Das bibliographische Verzeichnis allein, S. XXV—LXVII, stellt eine wertvolle Bereicherung unserer Kenntnisse dar, da es eine ganze Reihe von Schriften anführt, die nirgends zii finden sind, auch Privatdrucke und Gelegenheitsdrucke, die zu den größten Seltenheiten gehören. Eine Anzahl Schriften gingen D. erst während des Drucks zu, so daß er einen Nachtrag von 270 Nummern (8981—9253) beifügen mußte. Nur dadurch, daß ihm die einzigartige Bibliothek des Jewish Theological Semihary zugänglich war, konnte Davidson diese Voll-