Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jüdische Gelehrte in Sachsen-Thüringen während des Mittelalters
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829927-2829932-2832726--46392-2832853- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
295 77. Simchali b. Gerschom, vielleicht198 im 13. Jahrhundert Rabbiner in Erfurt. 78. Simchah b. Jakob Nachmann, nach Auerbach199 im 15. Jahrhundert in Halberstadt, starb als Märtyrer, mehr als 70 Jahre alt. 79. Simson Mimnimon, angeblich200 vor 1300 in Erfurt; seine Tochter wird 1271 auf einem Grabstein erwähnt201. 80. Symson von Gotha, im 14. Jahrhundert Hochmeister, wohl nicht Rabbiner202. Nachwort: Die vorliegende Arbeit fußt zum großen Teil auf den Responsen mittelalterlicher Rabbiner, die ich in den Anmerkungen angeführt habe. Sie zu verstehen und historisch zu werten, hat mich während der Studienzeit mein hochverehrter Lehrer für Talmud und Dezisoren, Herr Professor Dr. Baneth, gelehrt. Als ein bescheidenes Zeichen des Dankes überreiche ich ihm zum 70. Geburtstag mit besten Wünschen diese Arbeit. עד מאה ועשרים שנה. s. Neufeld. Ihn Kammima. Von Dawid Hartwig Baneth in Jerusalem * 1. I. Die Berliner hebräische Handschrift Ms. Or. Oct. 256 (Stein- Schneider Nr. 107) enthält zwei in arabischer Sprache gehaltene, ungewöhnlich interessante Dokumente rationalistischer Geistesrichtung im Mittelalter, die trotz der Aufmerksamkeit, welche ihnen Steinschneider widmete2, noch nicht genügende Beachtung gefunden haben. Die an erster Stelle stehende Schrift, תכהיח אלאבהאת ללמלל אלתלאת betitelt und auch anderweitig handschriftlich überliefert3, gibt sich den Anschein einer streng unparteilichen und tendenziösen Darstellung und Erörterung der drei Religionen Juden- 198 Jaraczewsky, S. 68 unter Hinweis auf MRG No. 17. 1" S. 15. 200 Kroner, 15. 201 Jaraczewsky, 118. MGWJ 1884, 351 f. 202 Mitteilungen V, 60 Anm. 4. 1 Der vorliegende Aufsatz ist aus den Untersuchungen zur Textkritik und zu den sachlichen Fragenkomplexen des Kusari hervorgegangen, die ich im Aufträge des ,,Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums“ unternommen habe, und. soll in meinen ״Kusari-Studien“ erweitert und ergänzt werden. Sollten sich einzelne Ungenauigkeiten eingeschlichen haben, so bitte ich sie mit dem Umstande zu entschuldigen, daß ich bei der Ausarbeitung mich auf vor langer Zeit gemachte Exzerpte stützen mußte, die ich nicht mehr nachprüfen konnte und die nicht für alle sich ergebenden Fragestellungen ausreichten; auch waren mir manche Quellenwerke nicht mehr zugänglich, u. a. mehrere Handschriftenkataloge. 2 Besonders in seinem Werke ,,Polemische und apologetische Literatur in arabischer Sprache“, Leipzig 1877 (s. Index unter Saad) und im Verzeichnisse der hebr. Handschr. d. Königl. Bibliothek zu Berlin Bd. 1 (1878), S. 74/77. 3 S. Steinschneider, Die arabische Literatur der Juden, S. 240. Eine Nachfrage bei der karäischen Gemeinde in Jerusalem nach der Handschrift, die Harkavy im Jahre 1886 dort gesehen hat (.חפסגד ed. Triwosch Bd. 1, 1895, S. 75 חדשים גם ישנים VI) blieb vorläufig ergebnislos.