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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 4 · p. Seite 189

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 189 (sequence 2)
Language
German
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189 sehen Ueberlieferung der Sohn des mit Gideon keineswegs identischen Jerubbaal gewesen sei. Es kommt mit anderen Worten darauf an, in cap. 9 eine Abimelechsage von der Abimelechgeschichte loszuiösen. S.s Quellenscheidung schließt sich im ganzen derjenigen Buddes an; und daß der Text in der Tat Unstimmigkeiten zeigt, die gegen einen unbedingt einheitlichen Guß sprechen, erscheint auch uns gewiß; insbesondere wirkt der mit Bezug auf Jerubbaai ausdrücklich erfolgende Hinweis ,,das ist Gideon“ entschieden verdächtig. Die These S.s aber steht und fällt mit seiner Auffassung von v. 5. Hier setzt er als Konsequenz seiner Vermutung statt des im M. T. stehenden אחיו בני יל״ die Worte החוי בני חמור, beseitigt also die Schilderung vom Brudermord — die angebliche Sage — zugunsten seiner Annahme von der Wegraffung des chivvitischen Dynastengeschlechtes durch Abimelech. Eine genügende Begründung dieses doch recht erheblichen Eingriffs können wir nicht anerkennen, finden wir auch nicht in seiner Auffassung von v. 28, wo wiederum eine wesentliche Amputation, die Streichung der Worte ומיי־סזכם, herhalten muß, um S.s Ueber- Setzung zu rechtfertigen. Fallen aber diese Hauptstützen der Beweisführung, dann ist aus der Spiegelung der Abimelechgeschichte in der Jakoberzählung — Gen 34; 495 f — auch nichts Entscheidendes für die Konstruktion S.s zu entnehmen. Stettin. _ Max Wiener. Dr. Kurt Sternberg: Walther Rathenau, der Kopf. Berlin-Grunewald 1924. 142 Seiten. Sternbergs nicht allzu glücklich gewählter Titel will andeuten, daß in dieser Schrift die Philosophie Walther Rathenaus, nicht seine Wirtschaftliehe und politische Bedeutung, zur Darstellung gelangen soll. Dieser Aufgabe hat sich der Verfasser mit großer Gewissenhaftigkeit unterzogen, obwohl die Einordnung der Rathen aus che n, nicht fachmäßigen Philosophie in die üblichen Disziplinen gewissen Künstlichkeiten ausgesetzt ist. Bei der Dar- Stellung von Rathenaus Metaphysik wird von Sternberg sein Begriff der Seele und der schöpferischen Entwicklung in ihrer Entgegensetzung zum Intellekt dargestellt, in der Religionsphilosophie sein Glaube als Gefühl schaffender Liebe, in der Ethik der Wille zur Verklärung des Göttlichen aus menschlichem Geiste. Ebenso gelangen Rathenaus Geschichts- und Kultur- Philosophie, seine Wirtschafts- und Staatsphilosophie sowie seine Aesthetik zur Darstellung. Sternberg ordnet in seiner Würdigung Rathenaus ihn in die sogenannte romantisch-expressionistische Zeitphilosophie, eine ,,Philosophie des Lebens“, ein, die die Metaphysik zu erneuern sucht, den Intellektualismus bekämpft und durch Denker wie Liebert, Keyserling, Spengler, Troeltsch, Bergson und andere gekennzeichnet wird. Allerdings sieht Sternberg diese Richtung bei Rathenau im Kampfe mit naturalistischen Tendenzen, Seine Kritik wendet sich gegen diese Vermischung, wobei er meines Erachtens den naturalistischen Einschlag bei Rathenau etwas überschätzt; im übrigen erhebt er die bekannten Einwände des kritischen Idealismus gegen die Lebens- Philosophie, die wohl in Rickerts Buch über ,,Die Philosophie des Lebens“ am besten zusammengefaßt wurden. Gegenüber den anderen Lebensphilosophen will er bei Rathenau ein stärkeres sittliches Pathos feststellen; man wird ihm hierin zustimmen können, ebenso wie in der Schlußbemerkung, daß der Typus Rathenau bisher wohl die vollendetste Synthese von Wirtschaft und Geist bedeutet hat. Professor Dr. S. Marek. Bücherschau. (Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber.) Der Kleine Brockhaus, Handbuch des Wissens in einem Bande. Lieferung 1 (A bis Bolschewismus), Leipzig, F. A. Brockhaus, 80 S. mit 443 Textabbildungen, 2 Karten u. 2 Tafeln. Das Gesamtwerk, das in knapper* objektiver Weise zu orientieren sucht, soll in 10 halbmonatlichen Lieferungen zu 1,90 Mark abgeschlossen sein. Eli Elkana, Jeschurun. Dessau und Leipzig (Martin Salzmann, Verlag) 1924, 196 S. — Derselbe, Gottsucher, ebd. 1925, 238 S. Der erste der beiden

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