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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 4 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 4
Article
Nachbemerkung
Date
1925-01-01
Page
Seite 169 (sequence 2)
Language
German
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169 hört. Ist dies richtig, so muß sich die Berührung mit ihm entweder durch Zufall oder durch Mittelglieder erklären. Herr Prof. Aptowitzer hält dagegen die unmittelbare Benutzung des Dialoges ,,nicht für erwiesen, aber für möglich“; so möchte er nach brieflicher Mitteilung seinen Standpunkt aufgefaßt wissen. Zunächst zur Prinzipienfrage. Haben die Midraschlehrer streng philosophische Werke benutzt? Nicht für die Bejahung dieser Frage sprechen die Wirkungen griechischer Natur- und Rechtswissenschaft, wie sie Herr Prof. Aptowitzer in dem von ihm angeführten Aufsatz in der JQR erwiesen hat, aber auch nicht die — zur Erklärung des Ausdruckes ח במה יונית ausreichenden — Entlehnungen philosophischer Anschauungen durch Gnostiker (Joel, Blicke in die Rel.-Gesch. I 114) oder kynisch-stoische Wanderredner (Bergmann, Gohenfestschr. Judaica 145 ff.). Wer heute einem popularphilosophischen oder theosophischen Vortrag folgen kann, beweist damit noch nicht seine Fähigkeit oder seine Neigung, zu Kants Kritik der reinen Vernunft zu greifen. Gegen die Bejahung spricht m. E. entscheidend der Umstand, daß die Midraschlehrer — im Gegensatz zu den Philosophen des Mittelalters — nicht einen Philosophen von irgend welchem Rang mit Namen nennen. Man wußte nicht einmal, von wem die ,,Epikureer“ ihre Bezeichnung haben. Und die Angaben über ,,epikureische“ Lehren zeigen, daß auch Epikurs Schriften nicht unmittelbar, sondern durch verflachende und vergröbernde Vermittlung benutzt sind. Wie erklärt sich also die Berührung mit dem Phaidros? Der Auszug des Hippolytos (El. VII, 22, 10 der neuen Kirchenväterausgäbe) aus dem Gnostiker Basileides, einem Zeitgenossen R. Akibas (s. 0. S. 167), besagt in vollständiger Uebersetzung: ,,Es beflügelte sich die dichtere Sohnschaft mit einem solchen Flügel, wie der ist, mit dem Platon, der Lehrer des Aristoteles, im Phaidros die Seele beflügelt“. Offensichtlich hatte Basileides, dessen Beeinflussung durch Platon auch sonst erwiesen ist, die Stelle zitiert und ausführlicher behandelt, als aus Hippolytos* Auszug hervorgeht. Daher glaube ich jetzt, daß die Platonstelle auf den Midrasch gewirkt hat, u. z. durch gnostische Vermittlung. Heinemann. Besprechungen Ueber moderne Naturphilosophie1. Von Oskar Wolfsberg in Berlin. Wenn gegenwärtig von Naturphilosophie die Rede ist, so versteht man darunter nicht die von Schelling und Hegel ausgebildeten Lehren, die reich an phantastischen Bestandteilen waren. Andererseits soll der Begriff Natur* 1 Zugleich Besprechung folgender Werke: a) aus dem Verlag F.Meiner, Leipzig: W. Nef, Die Philosophie Wilhelm Wundts 1923; B. Bauch, Wahrheit, Wert und Wirklichkeit, 1923; H. Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob, 7. u. 8. Aufl. 1922, Ingenieros, Prinzipien d. biol. Psychologie (aus d. Spanischen übers, von Reinking) 1922; J. Schultz, Die Philosophie am Scheidewege, 1922; K. Groos, Der Aufbau der Systeme,1924. b) aus dem Verlag Eugen Diederichs, Jena: H. Driesch, Ordnungslehre, 2. Aufl., 1923. c) Herder, Freiburg: J. Reinke, Naturwissenschaft, Weltanschauung, Religion, 1923. d) Voigtländer, Leipzig: Francd, Richtiges Leben, 1924; Fischer, R. H. France, 1924." e) Enke, Stuttgart: Jellinek, Das Weltengeheimnis, 2. Aufl., 1921.

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