Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
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- Tokaj 1× ep/1045849
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m geber die richtige ■Reihenfolge nicht beachten konnte. Die vorhandenen Fragmente gehen überhaupt nicht weiter als die sechziger Jahre des XVIII Jahrhunderts. Ferner ist zu beachten, daß אבי■ זקני bei unserem Autor nicht ״Großvater“ heißen kann (hebr. pp. 50—51, englisch p. 87). Der Großvater hieß Jahuda Löb, der Vater Hirsch. Es wäre auch unmöglich, daß Jehuda Lob, der bereits im Jahre 1648 einen achtjährigen. Sohn hatte, erst 1744, also im Alter von wenigstens 124 oder 134 das Zeitliche gesegnet hätte. Sehr viel neues Material bieten die vergilbten Blätter zur Lokalgeschichte der jüdischen Gemeinden Galiziens und Ungarns, besonders Bolechow (Geburtsort des Verfassers), Tysmienica, Lemberg usw., Miskolcz, Tokaj, Ujbely, Tolcsva usw. Auf Einzelneiten kann hier nicht Rücksicht genommen werden. Es ist jedenfalls eine dankenswerte Leistung, der sich der Verfasser unterzogen hat. Jeder Geschichtsforscher oder Geschichtslehrer wird die hochinteressanten Daten und die wichtigen historischen Informationen mit Dank entgegennehmen. Gerade in letzter Zeit wurde unsere Geschichtsliteratur mit ähnlichen Beiträgen von L. Blau (Ha Zofe II, 168—186, III, 45—54), A. Marx (J. Q. R. N. S. VIII, 269 ff.), und Bamberger (s. Zf HB. IX. 138) bereichert. Handschriftlieh liegen noch im British-Museum die autobiographischen Aufzeichnungen des Elia Capsali, die wichtige Nachrichten über'die Juden und ihre Institutionen in Nord-Italien (Padua) in den ersten Dezennien des XVI. Jahrhunderts liefern. Hoffentlich werden auch diese bald einen Erlöser finden1. London. __A. Marmorstein. Vor einigen Wochen machte ich Herrn Dr. Marmorstein (und Herrn Dr. Vishnitzer) darauf aufmerksam, daß man durch eine Umstellung der Textstücke oben erwähnter Memoiren die vermißte chronologische Ordnung!!erstellen konnte. Dr. Marmorstein antwortete, daß er eine solche Um- Stellung schon in einer an die Monatsschrift ein geschickten Rezension vorgetragen habe, ersuchte mich aber zugleich, diese Rezension event. mit meinen Bemerkungen snpplieren zu wollen. Die Umstellung wird nämlich klarer, wenn man die dazugehörigen Jahreszahlen, die ans den Memoiren hervorgehen, beifügt. Ich bemerke, daß ich die e n g 1 i s c h e Ueber- Setzung benutze und daß die Jahreszahlen nur ungefähr angegeben werden können. Dann sieht es so aus: Der Anfang der Memoiren fehlt, dann folgen S. 50—53, die Jahre 1723—1728 umfassend, und daran schließen sich S. 67—95 (die Jahre 1728—1745). Darauf eine große Lücke, die Jahre 1745—17 50 umfassend, und dann S. 164—179 (1750—52) und unmittelbar darauf S. 53—67 (1752—54). Es fehlen dann die Memoiren für 1754—*1759; daraufhin folgen die Stücke S.95—128 (1759—1764) und, wohl mit einer kleinen Lücke, S. 128—164 (1765—1769). Die Anordnung ist sogar so genau, daß der Verfasser bei einer Begebenheit, die erst nach 1772 eingetroffen ist, bemerkt, daß er diese Geschichte nur wegen des realen Zusammenhanges hier einfügt. — Da es sonst nicht bekannt ist, wieso die Handschrift nach London gekommen ist, darf ich auf den Sammler historischer Aktstücke I. S. Birkenth al aus Lemberg aufmerksam machen (wohl einen Verwandten des Verfassers der Memoiren), der in den 70er Jahren v. Jh. in England gelebt haben soll (siehe Zeitschrift f. G. d. J. in Deutschland, Bd. II, S. 106 und S. 202■—3, vergl. auch A. Z. d. J. S. 19 und 59). Die Kopien aus deutschen Archiven kamen in den Besitz des Herrn Dr. M. Lehmann in Mainz, der sie besonders für seine Schilderung von Joselmann Rosheim benutzt hat. — Der Familienname Birkenthal, den Dr. Marmorstein in den Memoiren nicht gefunden hat, ist doch (engl. Ueb. S. 153) angedeutet, da die Familie dort die ״Breser‘4 genannt wird, woher nach Vishnitzer infolge des slavischen Wortes für Birke der Familienname Birkenfeld (Birkenthal) genommen sei. Ich vermute, daß der Name Breser davon herrührt, daß Vorfahren sich in dem nahe bei Bolochow liegenden Ort ברעזאן (polnisch Brzezany) aufgehalten haben. Davon wird vielleicht in dem jetzt fehlenden Anfänge der Memoiren erzählt worden sein. — Mit dem Großvater Hirsch verhält es sich übrigens richtig. Dr. M. läßt ihn im Jahre 1748 einen Sohn von 8 Jahren haben, es steht aber (engl. Ueb. S. 87), daß er ein Junge von 8 Jahren damals w a r. Die chronologischen Angaben des Verfassers stimmen also auch hier. Kopenhagen, 19. 5. 24. D. Simonsen. 1 S. jetzt Porges, R. E. J. 77 (1923) pp. 20—41).