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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 3 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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120 haben, nämlich Muhammedaner und in den meisten Gegenden des ,Reichs daneben sehr zahlreiche Christen und Juden, diese aber, mit Ausnahme der verhältnismäßig geringen Zahl der Juden, eine rein christliche besitzen, so geht m. E. der Verfasser in der Behauptung zu weit, daß diese ,,Schutzreligiönen“ von Anfang an die muslimischen Völker verhindert haben, einheitliche politische Gebilde zu schaffen. Schuld daran war die gänzliche Kulturlosigkeit der hereinstürmenden Beduinen, die gerade da, wo sich fast alle Einwohner zum Islam bekehrten, wie an der Küste Nordafrikas (außer Aegypten), also dem gesamten Maghreb, weder ein auf die Dauer einheitliches noch ein irgendwie kulturell bedeutungsvolles Reich schufen. Der Gläubige fühlte sich deshalb zunächst nur als Sieger und nicht als Bürger; weil ihm zu letzterem, vor allem infolge des ständigen Zuzugs neuer unkultivierter Beduinen, jegliche Fähigkeit, sich dem seßhaften Bürgerstande anzupassen, fehlte. Seine einzige Bedeutung war die rein militärische. Die feste Ueberzeugung von der Wahrheit der eigenen Religion ließ sie, trotz theologischer Disputationen, gegen den Unterschied der anderen Religionen gleichgültig und schuf eine Atmosphäre von Toleranz gegen die Schutzgenossen, die es, soweit sie politisch kein eigenes Leben führen wollten, bei den Muslimen in den kultivierten Reichen gut hatten. Diese Duldsamkeit bezog sich aber nicht auf die Sektierer im Rahmen der eigenen Religion, und namentlich gegen Ende des Mittelalters wurde der Kampf zwischen Schi£a und Sunna mit wilder Grausamkeit geführt (z. B. unter Sultan Selim I). Interessant ist, daß nicht nur kein Muslim Jude oder Christ werden, sondern auch Juden nicht zum Christentum und Christen nicht zum Judentum übertreten durften, wenn auch beider Uebertritt zum Islam stets gestattet und namentlich in späterer Zeit erwünscht war. Auch durften sich Christen und Juden nicht beerben. Mez erwähnt, daß im Osten die jüdischen Gemeindeoberhäupter größere Macht in ihren Gemeinden als die christlichen hatten, und führt es darauf zurück, daß die Sassaniden die Juden mehr begünstigten als die Christen. Die Ursache wird wohl darin zu suchen sein, daß die Christen unter den Sassaniden als Exponenten des römischen Reiches ihnen gefährlicher erschienen, als die politisch unbedenklichen Juden. Mez zieht außer den muhammedanischen Quellen auch jüdische, wie Benjamin von Tudela und Petachja von Regensburg, heran und zeigt aus deren Berichten, wie sich die Trennung der Gebiete des abbassidischen Chalifen in Bagdad und des fatimidischen in Cairo auch bei den Juden auswirkte; die Macht des Vorstehers der Judenheit in Bagdad endete an den Grenzen des fatimidischen Reiches in Palästina und erweiterte sich automatisch mit dem Sturz der Fatimiden über Aegypten hin. Daß die Behandlung von Christen und Juden oft wechselte, ist bekannt; so führt. Mez aus, wie stark die Stellen der Zivilbeamten mit Juden und Christen besetzt waren, wie sie dann von Zeit zu Zeit wieder entsetzt und zu Demütigungen gezwungen wurden; sie mußten z. B.-besondere Abzeichen tragen und.durften Pferde nicht benutzen. Auch an verschiedenen Stellen außerhalb dieses Kapitels werden Juden erwähnt, bei der Kopfsteuer, dem Sklavenverkauf und dem Handel (s. S. 101, 115, 154, 445, 449, 450). Das ausgezeichnete lehrreiche Buch, das soviel Neues bringt und das vierte Jahrhundert d. H. auf Grund der vorhergehenden Entwicklung so eingehend schildert, sei allen zu gründlichem Studium warm empfohlen. M. Sobernheim. Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte, herausg. v. d. Ges. z. Erforschung jüd. Kunstdenkmäler. (Frankf. a. M.) Heft 1, 1924. Herr Erich Toeplitz behandelt in der kleinen Broschüre die ,, Menorah des Chanukkaf estes “ in geschichtlicher und kunstgewerblicher Hinsicht. Die beigefügten 12 Abb. sind bis auf 2 schon in den früheren ,,Mitteilungen“ der Gesellschaft erschienen. Freunde jüdischer Kunstforschung würden es vielleicht mehr begrüßt haben, wenn die Gesellschaft, ähnlich wie es in deren ,,Notizblättern“ (Nr. 6, 11—13) geschah, ausschließlich neues Material gebracht und dadurch weitere Kreise angeregt hätte, ihr neuen Forschungsstoff nachzuweisen. HerrT.selbsthält jadas ihmbisher bekanntgewordene Material für lückenhaft; war es da an der Zeit, jetzt schon, wo die jüdische Kunstforschung noch immer im Anfangsstadium ist, ein System aufzubauen? An sich ist die Arbeit gründlich und wertvoll. Wenn aber Herr T. die M. üuss chlie ßli ch auf. die. H ausgeräte mit Rückwand beschränkt. sehpn will und

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