Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Nochmals "Liturgisches"
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 2)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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290 führt. R. Jizhaks Ansicht wird schließlich von R. Aschi im Namen R. Jannai ben Ismaels übernommen und danach entschieden, so daß der Vorbeter die besondere Formel zwischen der 7. und 8. Berakha vorträgt, der einzelne sie in שומע תפלה einschiebt. Man könnte fragen, warum R. Jehuda, der (Berakhot 34a) sicher nach Raw die Sonderbitten des einzelnen nicht in die drei ersten und die drei letzten Segensspriiche, sondern in die mittleren eingeschoben haben will, und warum R. Chija bar Aschi im Namen Raws, der in שומע תפלה alle Sonderbitten einzuschieben empfiehlt (Aboda sara 8a), gerade hier dem einzelnen die Sonderberakha zwischen גואל und רופא vorbehält. Ihm ist der יחיד, der einen Fasttag auf sich nimmt, mehr als der, welcher am gewöhnlichen Tage eine Sonderbitte in irgend eine der Mittelberakhot einschiebt, und diese höhere Stufe will er durch das Festhalten einer Sonderberakha kennzeichnen, wie es nach ihm R. Juda und R. Chija bar Aschi betont haben. Die Halakha richtet sich allerdings nach den Späteren, so daß derart unser Brauch sich gestaltet hat. Warum dem Vorbeter für עננו gerade die Stelle zwischen der 7. und 8. Berakha bestimmt ist? Das gründet sich noch auf die alte Taanit-Halakha (Taanit II, 1—4), deren Spiegelbild als alt״ alexandrinischer Bestandteil des Gottesdienstes sich noch in der Rückübersetzung der Vetus Latina zum Esterbuche bewahrt hat (s. mein ,,lieber den Zusammenhang, die Quellen und die Entstehung der Mischna“, I. Bd., S. 59 ff). Da ist von den 24 Segenssprüchen die Rede, durch welche das Gebet des Fasttags von den 18 Berakhot des gewöhnlichen Gebets sich abhebt. Da sagt die Mischna Taanit 11, 4 על הראשונה הוא אומר מי שענה כו׳, und weiches ist diese erste Berakha? ״Bei גואל ישראל beginnt der Vorbeter mit den Hinzufügungen zum Taanitgebet“ lesen wir bei Raschi (Taan. 15a); so ist das auch die geeignete Stelle für das besondere Fastengebet des Vorbeters geblieben. Der Anfang עננו, der auf das Gebet Elias am Karmel zurückgeht, entspricht auch dem beständigen הוא יענה אתכם etc. . So ist auch, wie an den Bußfesten, am Taanit ein Ausnahme■־ - zustand für das Gebet des Vorbeters dem der Gemeinde gegenüber vorgesehen, und diesmal gerade durch die Acharonim des Talmuds. Das wird begreiflich, wenn es am Anfang des Abschnitts über den Taanitgottesdienst von dem Vertreter der Gemeinde heißt, ,,er sei ein Gelehrter, geübt im Gebete, nicht kinderlos, in seinem Hause herrsche Mangel, damit sein Herz ganz beim Gebete sei“. Auch bez. des Roschhaschana ist die Kenntnis des seltener vorkommenden Gebets die Ursache für den Vorzug des Vorbeters. Von seiner Würdig־־ ke.it hat man alles abhängig gemacht, darum hat man ihm eine solche Sonderstellung gegeben. Männer, wie R. Elieser, R. josua ben Levi und viele andere standen an jener Stelle und richteten ihre Mahnwörte an das Volk. Beziehungen zwischen den Gottesdiensten des Roschhaschana und des Taanit finden sich Roschhaschana III, 3, 4 . und Taanit 11, 3a (gegen r. Juda) וכרונות.ושופרות. Noch manche Einrichtung des öffentlichen Gebets mag un~ erkannt sich auf uralte Vorgänge aus der Zeit des Tempels gründen.