Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums E.V.
Date
1924-01-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829921-2829924-2832099--45773-2832205
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

angesehener-jüdischer Organisationen am 2. November 1922 eine Fest״ si tzun g ab. Nach einem eingehenden Bericht des Vorsitzenden über die bisherige Tätigkeit der Gesellschaft, hielt Herr Rabbiner Dr. B ae ck einen mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag über *,die Wissenschaft vom Judentum“, in dem er unter anderem ausführte: : Das 19. Jahrhundert hat die Wissenschaft des Judentums entstehen und sich entwickeln sehen״ Die große Fülle des Stoffes, den die Vergangenheit überliefert hatte, all die Fülle dessen, was Leistung und Schicksal der jüdischen Gesamtheit gewesen war, wurde nun nach den Methoden der Philologie gesammelt, gesichtet und geordnet. Die Leistung, die so vollbracht wurde, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, zumal wenn man erwägt, daß es verhältnismäßig wenige Männer waren, die in dieser Arbeit standen und daß sie keiner staatlichen Hilfe sich erfreuen konnten. Aber bei allem Respekt vor diesem großen Werke darf es gesagt werden, daß eine Geschichte des jüdischen Volkes und des jüdischen Geistes noch nicht geschrieben worden ist. In all den Werken, die wir besitzen, sind die methodischen Erkenntnisse, die die Geschichtswissenschaft unserer Zeit gewonnen hat, noch nicht verwirklicht. ״ Nicht nur eine Wissenschaft des Judentums in diesem philologischen und historischen Sinne, sondern, wenn so gesagt werden darf, eine Wissenschaft vom Judentum sollen wir erstreben- Das will besagen, daß aus der Fülle des einzelnen heraus, wie die Wissenschaft des Judentums sie vor uns hinstellt, das Judentum als solches und ganzes begriffen werde, wie es aus seiner Eigenheit hervor iri allem Wechselnder Zeiten immer sein Eigenes lebte und erlebte, so daß alles, was es schuf und auch alles, was es erfuhr, als Manifestation dieses Eigenen erkannt wird. Alles einzelne wird dann als Offenbarung des Ganzen erscheinen und damit wird im eigentlichsten Sinne die Geschichte; des Judentums begriffen, eine Wissenschaft von ihm gegeben werden. Bei dieser Gelegenheit würden uns seitens der Großloge für Deutschland U. Ö. B. B., Berlin, der Berthold Auerb achl oge U. O. B. B., Berlin, Herrn Max Böhm , Berlin, Herrn Generalkonsul Franz P h i 1 i p p s 0 n , Brüssel, Herrn Henry Rothschild, Frankfurt a. Main, Direktor Curt So b e rnheim, Berlin, Geh. Regierungsrat Ottomar E. Strauß , Cöln a. Rh., Rabbiner Dr. W a r schauer, Berlin (für Herrn Hahn, Berlin) größere Geldgeschenke überwiesen. Namhafte Spenden erhielten wir im Laufe der Berichtszeit ferner von dem Kulturfonds der Großloge für Deutschland U. O. B. B., Berlin, der Jakob Herzloge, Nürnberg, einem amerikanischen Gönner, Herrn Rabbiner Dr. Freuden thal, Nürnberg, von Herrn Bernh. Thurnauer, Nürnberg, anläßL der Hochzeit seines Sohnes, Herrn Rabbiner Dr; Fr i s c h , New York C., Herrn Oskar Goldschmidt ,Frankfurt a. Main, Herrn S.Hayek, Heidelberg, Herrn Joseph H e ilbronn e r , Nürnberg (Vermächtnis seines Vaters), Herr Generalkonsul Eugen L andau , Berlin, (anläßlich seines 70. Geburtstages), Herrn Richard Le vi , Berlin, (aus seinem Nachlaß), Herrn Leopold M o s e s , Eßlingen, Herrn Rabbiner Dr. Neumark, Duisburg, Herrn Leopold Rosenfeld, Nürnberg, Herrn Henry R 0 t h.s.c h i 1 d , Frankfurt a. Main, Herrn Hugo S t e r n ־ b e r g , Frankfurt a. Main, Herrn Geh. Rat T im endori er , Berlin,'(anäßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums), Herrn Wassermann, Nürnberg, Frau Betty T ie t z Berlin, (anläßlich des Hinscheidens ihres Gatten). Das Recht des Stifters erwarben die Herren: Max Böhm, Berlin,• Professor Dr. I. Elbogen, Berlin, S. Loewen thal, Wien, Geheimrat Ottomar E. Strauß, Cöln a. Rh. Die Immerwährende Mitgliedschaft erwarben die Herren: Isidor G o 1 d b e rg e r , Tata (Ungarn), Sandor W 0 1 f , Wien. Unsere Mitglieder haben uns auch unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen der vergangenen Jahre die Treue gehalten, und wir sind ihnen dafür zu aufrichtigem Dank verpflichtet. Bei der ständigen Entwertung der deutschen Valuta waren wir gezwungen * die Mitgliedsbeiträge wiederholt zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.