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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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י ~;'178 Despotie in einen vollberechtigten Bürger“ der Vereinigten Staaten? Wie war der innere, psychische Prozeß? Man vermißt eine plastische Schilderung führender, jüdischer Person י lichkeiten, die infolge der Problematik und Kompliziertheit ihres Seelenlebens und der Eigenart ihrer Lebensschicksale sicherlich einen wichtigen Beitrag zur Ergründung des modernen jüdischen Menschen geliefert hätte. Mail bedauert, wie schon früher, daß der Verfasser alle historischen Probleme an der eigenen nationaljüdischen Einstellung mißt. Es ist peinlich, wenn ein Schriftsteller wie Pinsker getadelt wird ob ,,seiner fehlerhaften historischen Voraussetzung und seiner allzu engen Bestimmung des Begriffs Nation“. Wenn einem Manne wie Graetz Mängel an Mut vor geworfen wird, weil er niemals gewagt habe, eine staatliche Anerkennung der jüdischen Nation zu verlangen. Oder wenn Dubnöw das schmerzensreiche Problem ,,Deutschtum und Judentum“ mit der einfachen Bemerkung abtut, die deutschen Juden seien Diener einer fremden Kultur. Selma Stern. Felix A. Theilhaber: Der Untergang der deutschen Juden. Eine Volkswirtschaftliehe Studie. 2. veränderte Auflage. 3.—4. Tausend. Jüdischer Verlag. Berlin 1921. Durch einen Wechsel des Referenten erscheint die Besprechung verspätet, und man darf füglich annehmen, daß dies Buch den meisten Lesern bereits bekannt ist. Die erste Auflage hatte seinerzeit einen großen Pressesturm entfaltet, und der Verfasser stellt in recht interessanter Weise alle die mannigfachen Aeußerungen darüber zusammen. Wenn man dies Buch gelesen hat, so möchte man so gern haben, daß man den Ausführungen Unrecht geben könnte, weil es doch unsere Seele aufs Tiefste erschüttert, daß der deutsche Teil der Judenheit dem Untergang geweiht sein soll. — Aber die Zahlen, die der Verfasser, auf einwandfreiem Material fußend, anführt, beweisen, wie die Anpassung an die Gewohnheiten der Umwelt die jüdische Volkskraft in ihrem Kern untergräbt. Zwei Faktoren bereiten dem deutschen Judentum das Grab: Mischehe und Geburtenrückgang. Die Erscheinung tritt nur deshalb nicht so kraß hervor nach außen, weil die Verschiebung der BevölkerungsVerhältnisse im deutschen Reich und der Zuwachs von außen her das Bild verschleiert. ,,Und so bleibt das unglückliche Häuflein der deutschen Juden Schaffenslustig und Wissens durstig, von Erfolgen gesegnet und von Neid und Mißgunst verfolgt. Und ihrem Tun und Leben scheint die alte verklärende Sonne, unbekümmert um die Frage, ob ihre Gemeinschaft erfolgreich dieses Jahrtausend durchsegeln wird zum sichern Port, oder ob es wie ein Wrack auf hohem Meer nach vielen glücklichen und schweren Fahrten, von allen Wellen und Winden getrieben, zuletzt ziel- und zwecklos uöihergepeitscht sich mühselig über Wasser hält, bis die Fluten über dem lecken Schiff Zusammenschlägen.“ Zuletzt erinnert Teilhaber daran, daß der Untergang der deutschen Juden ja nicht den Untergang der Juden überhaupt bedeutet, und daß der Aufbau Erez Israels uns voll Hoffnung für die Gesamtheit sein läßt. Breslau. Willy Cohn. Bücherschau. (Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber.) 1. Ausgaben und Uebersetzungen. Es ist sehr erfreulich, daß Wistinetzkis Ausgabe des ספר חסידים einer Neuauflage bedurft bat, zumal sie nicht allenthalben die Berücksichtigung gefunden hatte, die sie verdient (s. S. 149 des vorigen Jahrgangs). Besonders verdienstlich ist aber, daß der Verlag M. A. Wahrmann in Frankfurt a. M. die phototypisch hergestellte zweite Auflage m*it einer 74 Seiten füllenden Einleitung aus der Feder Jakob Freimanns hat versehen lassen, die nach einer Uebersicht über Leben und Schriften des R. Jehuda des Frommen (aus dessen ס' הכבוד S. 49 ff. Fragmente mitgeteilt werden) aufdie Fragen der höheren Kritik' eingeht. Unter Berücksichtigung der neueren 4 Forschung

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