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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 291

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1923-01-01
Page
Seite 291 (sequence 2)
Language
German
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291 י Personennamen, die aus ״ab“, ״ab“, ״umm“ und einem Göttemanien zusämmengesetzt sind (wie z. B. Sin ebi). Da'solche Namen sich bei den Semiten allenthalben finden, gehen sie in die semitische Urzeit zurück und beweisen für diese die Verbreitung der Vorstellung von der physischen Verwandtschaft des Gottes mit seinen Verehrern; der Verehrer, der sich selbst als Sohn des - Vatergottes fühlt, sieht in dem Sohngott seinen Bruder und führt daher auch *־ Namen, welche ״mein Bruder ist der Gott“ u. ä. bedeuten. Dieses Verhältnis zu den Göttern geht in die Zeiten der nomadischen Stammes Verfassung zurück. Bei den Seßhaften, bei denen diese durch Staat und Königtum abgelöst wird, Wird auch der Gott gar bald zum ״Herrn“, dem sich der Ver- .ahrer als sein ״Diener“ naht; ganz ebenso wie in diesem Stadium das Opfer aus einer gemeinschaftlichen Mahlzeit, einer sakralen Kommunion, zu einem Tribut an die Gottheit wird. Bei Babyloniern und Assyrern lebt die alte Trias . als Sin, §amas und Istar weiter, bei den Phönikern und Aramäern wird der Sohngott zum Hauptgott und als ״Herr“ bezeichnet (Ba‘al, Adon); die Muttergöttin heißt bei ihnen ‘Ast;rt und auch der Vatergott ist ihnen gemeinsam, wenn sie ihn auch mit verschiedenen Namen nennen (Sin, Esmun, Hadad). Bei den Südsemiten heißt der Vatergott ,meist II (vereinzelt auch . Sin), die Muttergöttin Sams (während bei den Nordsemiten Samas zum Namen des Sohngottes wird) und ‘Attar ist bei ihnen umgekehrt ein männlicher Gott. Die Geschichte der Vater-, Sohn- und Mutter-Gottheit wird dann im einzelnen ־weiter verfolgt bis zu dem Punkte, wo sie in die paulinische Lehre einmündet. In der Gestalt des Messias leben noch die Attribute des Sohngottes, in der der , Mutter des Messias die der Muttergöttin nach. Damit sind einige der wesentlichsten Gedankenreihen des gut und allgemeinverständlich geschriebenen Buches wiedergegeben, und schon diese kurze Auswahl wird genügen, um zu zeigen, daß Nielsens Buch aufmerksamer Prüfung wert ist. Eine solche kann hier nicht unternommen, aber an einem Beispiel wenigstens soll gezeigt werden, wie notwendig sie im einzelnen ist. Nielsen legt Gewicht darauf (94 ff.), daß bei den Südsemiten der Vatergott , seinen Verehrern nicht als ״Herr“ gilt. Dabei hat er ganz übersehen, wie verbreitet im vorislamischen Arabien die Bezeichnung ״rabb“ (Herr) für Gott 'ist, ja daß dieses Wort als Bezeichnung de^ göttlichen Herrn ausschließlich auf arabischem Boden nachweisbar ist (im Gegensatz zu anderen W rtern für Herr wie Ba‘al, Adon u. a.). Entsprechend sind auch Personennamen im vorislamischen Arabien weitverbreitet, in denen sich der Verehrer als Diener (£abd, taim u. a.) des Gottes bezeichnet. Die biblischen Kenntnisse sind offenbar nicht des Verfassers stärkste Seite. S. 393 spricht er von einer ״älteren Lesart der betr. Stelle bei Lukas“ 322 und merkt nicht, daß sie einfach aus Psalm 27 übernommen ist. Man wird kaum zu weit gehen, wenn man aus Aeußer\mgen wie S. 437 den Schluß zieht, daß dem Verf. Spr 3l10-31 unbekannt geblieben ist und aus seinen Bemerkungen 379/80, daß er. dem prophetischen Schrifttum fremd gegenüber stellt. Ueber das nachbiblische Judentum endlich zeigt er sich unzureichend unterrichtet (S. 429, 431), ebenso über den Islam (437 unten). Bei der Beachtung, die das Buch verdient und zweifellos auch finden wird, erscheint es nicht überflüssig, auf solche Fehler hinzuweisen. Josef Horovitz• Bücherschau. Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber.; Brill, S., חגינו וזמניני, Berlin, Jalkut G. m. b. H., 5683, 62 ,S. Gibt hebräische Gespräche für Kinder vom 8. Jahr an über Sabbate, Festtage und Fasttage. Eine kurze Gebrauchsanweisung ist vorangeschickt (die deutsche Anweisung, auf welche in ihr verwiesen wird, fehlt!); den Schluß bildet eine Anzahl hebräischer Liedertexte. Der ״Versuch“ der Verfasserin, einer Lehrerin in Berlin, verdient jedenfalls Beachtung; nur sollte als Anschauungsmaterial lediglich dienen, was die Kinder vor sich sehen oder doch unbedingt vor sich sehen sollten; dazu gehört weder der kabbalistische Brauch der 3. Mahlzeit nach Mincha.'S. 9 noch die Unterbrechung der Megiliaverlesung durch die Kinder beim Namen Haman S. 52. 20* '

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