Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Drei Ortsnamen in Galiläa
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 2)
- Language
- German
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203 sprechende Vokalisation ־ ,נצרתund ich glaubte, auf meiner irri vorigen Jahr erschienenen hebräischen Palastinäkärte diese letztere Vokalisation berücksichtigen zu müssen. Dalman: Orte und Wege Jesu, 2. Auflage (1921), S. 52 führt den Text der Kalirschen Dichtung nach Machzor Romi, Ausg. Fano 1504/5 an1 mit der Vokalisation נצרת, dazu auf S. 53, Anm. 1, bemerkend: ,,Die Aussprache ist durch den parallelen Reim [גזירת oder לת]?] hinreichend gesichert“. In Wirklichkeit beweist aber dieser parallele Reim nur, daß die Schlußsilbe mit ä auszusprechen ist, über die Aussprache der ersten Silbe gibt er jedoch keinen Aufschluß. Diese könnte nach dem Reim ebensogut mit i oder gar “נצ ausgesprochen werden. Die'scheinbar heillose Verwirrung wird noch erhöht, wenn man bedenkt, daß der Beiname Jesus in talmudischen und sonstigen Texten gewöhnlich הנוצרי, die Bezeichnung der Christen נוצרים lautet, wonach die erste Silbe von נצרת möglicherweise mit langem ö auszusprechen wäre2. Tatsächlich meint Dalman a. a. O. 51: ,,Der Ortsname näserat (so!) war selbst ein aramaisiertes hebräisches nöseret ״Hüterin“, eine sehr erklärliche Bezeichnung einer Ortschaft“. In die Dunkelheit bringt auch eine nach dem palästinensischen System vokalisierte Handschrift der Geniza, die in Oxford als Ms. Heb. d 63 aufbewahrt wird, kein volles Licht. Die betreffende Handschrift enthält sehr alte Pijjutim, die wohl noch älter als die Kalirsehen sind, gleichfalls über die Priesterabteilungen und ihre Wohnorte nach der auch von Kalir benutzten Quelle3. Das auf die Abteilung הפיצץ bezughabende Stück findet sich auf Seite 89 r und v der Handschrift. Auf Seite 89 v Zeile 3, sind folgende Worte gut lesbar: גוי לוחץ נפוצות אשוב יד רוצץ נצרת יקבץ ... Das ist mit der tiberiensischen Vokalisation. versehen: 1 נצרת יקבץ { נצית Der über dem Konsonanten stehende senkrechte Strich kann nämlich ebensogut ein kurzes wie ein langes a (p atah oder ... גוי לוחץ נפוצות אשוב יד רועץ 1 Das Wort תמדר (Zeile 3) hat D alm an nicht ganz richtig mit ,jvertauscht ist66 wiedergegeben. Es ist eine pajtanische Form für ־= ןעמורת ״anstatt“. 2 Aboda z 6a; Taanit 27b. Texte abgedruckt bei Strack, Jesus, die Häretiker und die Christen nach den ältesten jüdischen Angaben, S. 38, 39. Das Wort umschreibt Strack S. 67: n ö 9 e r i; er vergleicht damit die arabische Form des Ortsnamens n ä 9 i r a, und fügt hinzu: ״Aus der Form NaCtDpaTo; Joh 18ö hat man auf eine Nebenform nä^ör ath für den Ortsnamen schließen wollen66. Der Titel der neuesten hebräisch geschriebenen Jesu-Biographie von Dr. Josef Klausner lautet: יען והנוצרי זמני/ חייו ותורתו (Jerusalem 5682), 468 Seiten Gr.8°־. Es sei auf dieses großangelegte Werk mit besonderem Nachdruck hingewiesen. (Die MGWJ wird demnächst eine Besprechung bringen. I. H.) 3 Ich besitze die Photographie der ganzen Geniza-Handschrift, über die P. Kable in Bauer-Leander: Historische Grammatik der hebr. Sprache I, 98 f. (1918) und ZAW 1921, Seite 232 ff. einige Mitteilungen machte. Ich hatte die Absicht, diese Pijjutim zu veröffentlichen, jedoch nahm ich davon Abstand, da Herr Prof. Kahle 4. IV. 22 mir mitteilte, er habe die Stücke zusammen mit Herrn Dr. Kabin (Breslau) eingehend bearbeitet und beabsichtige sehr bald mit der Publikation der Fragmente zu beginnen (vgl. auch ZAW dort). 14*