Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829915-2829918--45333-2831839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
150 völlig wort- und sinngetreu übertragen habe. Es folgt die Lebensgeschichte des Meisters, voriSR. Nathan erzählt, Gedichte, Selbstbetrachtungen und übersichtlich geordnete Aussprüche. 2. Wissenschaftliche Literatur, E, Dimmler, Die fünf Bücher Mosis, übersetzt, eingeleitet und erklärt. M.-Glad־ bach, Volks Vereins verlag, 1922, 408 und 3לל Seiten. Gibt den vollständigen Test in Uebersetzung mit ganz kurzer Gesamteinleitung und Einleitungen zu den einzelnen Stücken. Das Werk ist für katholische Leser bestimmt; an Moses’ Autorschaft wird festgehalten, aber nicht ganz selten mit Ueberarbeitung und Textfehlern gerechnet. Neuere Ausgrabungen sind, z. B. zu Gen 14, herangezogen. Den mustergiltig klar geschriebenen Einleitungen wird der jüdische Leser bei den geschichtlichen Stücken seltener widersprechen als bei den gesetzlichen; die Bedeutung der Sozialgesetze koihmt^ z. B. nicht zur Geltung. P. Martin von Gerlach, Deutscher Führer durch den hebr. Psalter und dessen Lieder. 1. Heft, Jan. 1923, 16 S. ״Der Reichsbote6‘ G. m. b. H., Grundpreis 0,20 Mk. '־> Erstes Heft einer längeren Folge von Aufsätzen über den Psalter - und Erklärungen der einzelnen Psalmen für ,,deutsche Christenleute“; aber auch ״solche Israeliten, die ihrer Väter Gesangbuch lieben“, sind als Leser willkommen. Das vorliegende Heft enthält die Gesamteinleitung, Ueber- Setzung und Erläuterung der ersten 5 Psalmen, durchweg in knappster Sprache, unter Heraus arbeitung des Gedankenganges und des religiösen Gehalts; der orthodox-protestantische Standpunkt hindert den Vf. weit weniger, als wir es sonst bei christlichen Erklärern vielfach gewohnt sind, am Verständnis des eigentümlich Jüdischen; in die vielgescholtene ״Gesetzesfrömmigkeit“, die der 1. Psalm voraussetzt, weiß er sich z. B. unmittelbar hinein zufühlen. Paul Hemisch, Das ,,Wort“ im Alten Testament und im alten Orient. Zugleich ein Beitrag zum Verständnis des Prologs des Johannesevangeliums (= Bibi. Zeitfragen X, 7/8). Münster, Aschendorff, 52 S.; Grundzahl 1,20 Mk. Die große.Bedeutung des Wortes (Gottes und der Menschen) in den orientalischen Religionen wird gezeigt; als selbständige Hypostase ist das Wort Gottes weder in der biblischen Religion (auch nicht in der ״Weisheit Salomos“), noch in der ägyptischen und altpersischen aufzufassen, wohl aber in der babylonischen (21); mit Einfluß der babylonischen Religion auf die Logosidee semitischer Schulhäupter der Stoa wird gerechnet (23), mit Einwirkung auf biblische Schriftsteller nur insofern, als sie Anlaß zu stärkerer Betonung der Macht des Wortes des wahren Gottes gegeben haben mag (44). Man wird dem Vf. für die gründliche Untersuchung, deren assyriologischer Teil von B. Meissner im Mskr. durchgesehen wurde, dankbar sein und seinem Ergebnis zustimmen dürfen, daß der Logos des Johannesevangeliums vom ״Wort Gottes“ des A. T. grundverschieden ist, sofern er ״nicht nur Personifikation ist, sondern wahre Person“, — auch wenn man weit entfernt ist, in dieser Aenderung mit dem Vf. eine ״Vertiefung“ der Lehre des A. T. (52) zu erblicken. M« D. Georg Langer, Die Erotik der Kabbala. Prag, Dr. Jos. Flesch, 1923, 16ל S. Grundpreis brosch. 5 Mk., geb. 6 Mk. Der Verfasser steht auf dem Standpunkte Sigmund Freuds und sucht die Einwirkung sexueller Triebe und Vorstellungen auf die religiöse Literatur des Judentums zu erweisen. Mit der Kabbala, der einzigen Richtung des jüdischen Denkens, die unzweifelhaft dem Geschlechtlichen eine gewisse kosmisch-religiöse Bedeutung zuschreibt, beschäftigt er sich vorzugsweise, aber nicht ausschließlich; und wenn er ״) כתב. מרובעQuadrdtschrift“) mit רבע begatten zusammenbringt (109) und aus dem Gebot der Nächstenliebe ein solches der ״Freundesließe“ macht, dessen erotisches Geheimnis Hillel ״einem Barbaren nicht preisgeben“ wollte (88), so begreift man, wie dieser einseitig eingestellte Blick alle Rätsel der Kabbala, ja, des Judentums überhaupt aus der Erotik zu lösen sucht: ״Die ganze innere Geschichte des ewigen Volkes erscheint * wie eine Kette mehr oder minder bewußter!Kämpfe der beiden Richtungen (des Eros: Frauen- und Männerliehe). Die ganze jüdische Gesetzgebung ist eigentlich vom Eros präformiert, ehe sie durch die Offenbarung die gött-