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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 4 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1923-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 entsprechend; dies gilt vor allem von dem mit Delphinen geschmückten römischen Fuß des Leuchters. Leider ist die Geschichte der Menorah zu dürftig behandelt; die Legenden über deren nachrömisches Schicksal gehören doch wohl auch zur ״Geschichte“ des übrigens auch in der christlichen Kirche hochgeschätzten und symbolisch gewerteten Leuchters. In besonderem Maße hat die Frage der S y m b o 1 i k des Leuchters den Verfasser interessiert^ der auch über Hüttensymbolik des Mittelalters, Triangulatur usw. an deutschen Sakralbauten mehrere Zeitschriftenaufsätze veröffentlicht hat. Sehr wertvoll erscheint endlich eine m. W. neue formal-symbolische Deutung des Leuchters: Die 7 ־ Flammen entstehen aus einer Aneinanderreihung von 3 ש dergestalt, daß diese an ihren Enden in'einanderwachsen, wodurch 7 flammenartige Endigungen entstehen, die einerseits die Zahl 7, anderseits die Zahl 3 symbolisieren, die ja gleichfalls (,H. bezieht sich auf Deut 64f., Jes 63, Nu 624 ff.) für die Wesenheit Gottes hochbedeutsam erscheint. Das ש selbst bringt H. wiederum in Zusammenhang mit שדי. Und der Fleiß, mit dem dieser Nichttheologe Material über die symbolische Bedeutung der Zahlen 7 und 10 gesammelt hat, ist gewiß anzuerkennen. Prof. Dr.-Ing. Grotte. [Leider ist ihm aber die Geschichte der jüdischen Geheimlehre unbekannt; infolgedessen verwertet er alle Berichte ohne chronologische Bedenken; seine Versuche, die 22 (?) Mandelblüten des Leuchters mit den Buchstaben des hebräischen Alphabets in Beziehung zu bringen und zur Erläuterung der Menorah die spätmittelalterlichen Vorstellungen vom אין פוף und den kabbalistischen vier Welten heranzuziehen, können auf wissenschaftliche Geltung keinen Anspruch erheben. I. H.] J. Obermanns Der .philosophische und religiöse Subjektionismus Ghazalis. Ein Beitrag zum Problem der Religion. Braumüller, Wien u. Lpzg. 1921. •O.s Werk, das hier nicht in seiner philologischen Leistung gewürdigt werden soll, will — abseits von historischen Sorgen und Interessen — den systematischen Ort aufsuchen und umgrenzen, welcher Ghazalis Schaffen zukommt. Und indem er Wort hält und bei tiefer Fundamentierung der Lehre alle nur zeitbedingten Details beiseite läßt, dabei aber, die'Fülle der philosophischen und religiösen Gedanken in ihrer ganzen Buntheit und Mannigfaltigkeit vor uns ausbreitend, sie stets als die Auswirkung der einen belebenden Zentralidee, des ״Subjektivismus“, aufzuweisen sucht, empfängt das Bild der philosophischen Persönlichkeit des Ghazali eine imponierende Geschlossenheit. Der erste, dem ״Subjektivismus“ der Erkenntnislehre gewidmete Teil hat <die Aufgabe, den Denker als den Kritiker und Zerstörer aller nach dem entscheidenden Vorbilde des Aristoteles das Sein objektivierenden und verabsolutierenden Systeme zu kennzeichnen. Wir nehmen in dieser Darstellung mit Genugtuung* davon Kenntnis, wie die ja schon häufig im Einzelnen gezeichneten Probleme der Idealität von Raum und Zeit, der Kausalität, der mit dem Unendlichkeitsbegriff verknüpften Antinomien bei den Philosophen des Islam hier eine zusammenhängende, auf einander bezogene Behandlung •erfahren, die erst einen klaren Blick auf den einheitlichen Stil dieses Denkens gestattet. Ob. hat diesen im Titel seines Werkes und in der Ausführung selbst als ״Subjektivismus“ charakterisiert. Gemeint ist damit diejenige Methode des Philosophierens, die bei Kant dem ״Dogmatismus“ entgegengestellt wird; will man vage Bezeichnungen meiden, so könnte man am ehesten von der Bewußtseinsimmanenz sprechen, welche nach Gh. allen unseren Erkenntnissen zukommt. r Dieser philosophischen Grundgesinnung wird die religiöse mit denselben Terminus ״Subjektivismus“ angegliedert. Verstanden ist darunter, wenn das etwas abgegriffene, aber hier doch kennzeichnende Wort gebraucht Werden darf, jene I n n e r 1 i c h k e i t, für, welche alle objektive Gestaltung der Religion, die Kristallisation ihres Vorstellungsgehalts im Dogma, der Niederschlag ihrer praktischen Stimmungen und Antriebe in den Formen und Formeln des Gesetzes, die Versinnlichung des Uebersinnlichen im Symbol nur die Mittel sind, um .dem. frommen Gemüt zu seinem wahren Ziel, dem Leben in Gott, zu verhelfen. Der Religion wird so die Religiosität entgegengesetzt, die mit dem gleichen Inhalt, aber mit verschiedener Wirkung, nämlich mit der nicht abbrechenden Kraft der Begeisterung und Verlebendigung in die Seele strömt

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