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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 319

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 319 (sequence 2)
Language
German
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319 wesentlich älteren persischen Lehren entnommen ist. Die Frage, ob das Judentum den Auferstehungsglauben und die religiöse Erlösungshoffnung der iranischen Religion verdankt, glaubt R. nun mit Sicherheit beantworten zu können. Diesen Glauben sowie die ältesten Vorstellungen von Christus, ferner dessen Bezeichnung als ,,Menschensohn“ und die Verbindung der Auferstehung dieses Menschensohnes mit dem Weltuntergang ,will er auf Grund der manichäischen Religion aus dem Iranischen erklären. Doch in meinem soeben erschienenen Werke: ,,Die Entstehung der manichäischen Religion und des Erlösungsmysteriums“, Gießen 1922, habe ich dargelegt, daß die wesentlichen Grund Vorstellungen des Manichäismus, dessen Ursprungsland Babylonien ist, aus dem Mandäismus und Christentum geschöpft sind und die in ihm enthaltenen iranischen Anschauungen zum Teil durch mandäische bzw. christliche Vermittlung in den Manichäismus eingedrungen sind. Daneben sind in ihm besonders babylonische, jüdische, buddhistische und gnostisehe Bestandteile enthalten, so daß er den ausgesprochenen Charakter des Synkretismus trägt. Während Mani die entlehnten, mandäischen Vorstellungen kaum geändert hat, hat er den aus dem Parsismus sowie auch einzelnen aus dem Christentum genommenen Begriffen einen andern Inhalt gegeben. Die Gestaltung heterogenster kosmogonischer Mythen zu einem System ist das ureigenste Werk Manis. Ein iranisches Erlösungsmysterium gibt es nicht. Weder die Vorstellung vom ,,Menschensohn“ noch die vom falschen Messias läßt sich aus dem Iranischen ableiten. Unhaltbar ist Reitzensteins Hypothese, daß gerade das ,,Zarathustra-Fragment“ beweisen solle, daß die manichäische Erlösungslehre ״im wesentlichen älteren persischen Lehren entnommen ist, die wir zum Teil bis in die Gathas zurückverfolgen können“. Das manichäische Erlösungsmysterium geht vielmehr auf das gnostisehe der Mandäer zurück. Köln. I. Sehe f telo wit z. Professor L Davidson - New York: פדטים מתייקת. Budapest 1922. Separatabdruck aus dem Iiazofeh. VI. Jg. Der bewährte Bearbeiter alter Handschriften gibt uns unter obigem Titel ein größeres Fragment aus einem philosophischen Gedicht, das bisher ganz unbekannt war. Die Handschrift befindet sich im British Museum unter Or. 2586 B. Verfasser ist unbekannt. Bau und Anlage des Gedichtes zeigen Eigentümlichkeiten, die sich in ähnlichen Erzeugnissen nicht wiederfinden. Auch inhaltlich zeichnet sich dieses Fragment'durch eine größere Mannigfaltigkeit des Stoffes aus. D. weist auch in seiner Einleitung darauf hin, daß manche Redensarten an Salomon ihn Gabirols Kether Malkuth erinnern'. Es läßt sich indes eine Priorität nicht festsetzen, da derselbe Begriffskreis betreffs Weltanschauung und Siemensysteme der ganzen alten Kosmologie eigen ist. Was das Alter betrifft, weist• D. darauf hin, daß die eingestreuten arabischen ־ Anmerkungen, die übrigens nicht vom Verfasser selbst stammen, sondern von einem späteren Kopisten hin zugefügt wurden, auf ein recht hohes Alterschließen lassen. D. hat in dankenswerter Weise, den Text genau vokalisiert, mit einer Einleitung und mit den nötigsten Noten versehen. M. G.

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