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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 יי < da wird es schwer halten, persönliche Ergriffenheit und eigene Religiosität derart auszuschalten oder auch nur einzudämmen, wie es eigentlich die Ob- ,jektivität einer wissenschaftlichen Untersuchung verlangt. In jüngster Zeit ist uns in dem Werke von Heiler über ,,das Gebet“ das Muster eines sachlichen Verfahrens vorgelegt worden, bei welchem vor allem der Gegenstand in der ihn! eigenen Bedeutung, der Gegenstand in seiner unmittelbaren Auswirkung auf die ihm von Haus aus zugehörige Welt zu Worte kommt, ohne daß darum sein Widerhall in einer fremden, doch sich zu ihm verständnisvoll einfühlend hinüber neigenden Seele unterdrückt wird. K. schreibt sein Werk als evangelischer Christ, der Studierenden und Geistlichen einen Dienst für Studium und Amt leisten will. Diesem Zweck blieb das Werk auch in der neuen Auflage treu, um außer der sorgsamen, vorsichtigen Behandlung der philologischen Aufgabe dem religiösen Leben, dessen Offenbarung die Psalmen sind, seine nachdrückliche Aufmerksamkeit zu widmen. Zugrunde gelegt wird im wesentliehen der Text von des Verfassers Biblia Hebraica, dem gegenüber sich die Psalmen Übersetzung freilich einer gewissen konservativeren, den überlieferten Bestand mehr schonenden Haltung befleißigt. Diese Stellungnahme beobachtet man. auch in der Darstellung der rhythmischen Form der Gedichte und der Ausnützung des angenommenen Rhythmus für die Textherstellung. Kittels Einleitung widmet diesem Gegenstände wohl eingehende, Beachtung, läßt sich aber auf die neuerdings von Sievers empfohlene Schallanalyse und Sprach- ־ melodik nicht weiter ein. Der Versuch, den er in der Uebersetzung von Ps 1—39 ' macht, zur Charakterisierung der hebräischen Rhythmik die Zahl der betonten und der unbetonten Silben getreu wiederzugeben, hat ihn selber nicht zur Fortsetzung gereizt, und er begnügt sich im übrigen, die Anzahl der Hebungen am Rande zu vermerken. Weit über eine bloße Erklärung und Würdigung der einzelnen Lieder hinaus führen die religionsgeschichtlichen Betrachtungen, die als Einleitung anhangsweise und gelegentlich als Exkurse neu beigegeben sind. Der Verlasser hat diese Skizzen zu dem Abriß einer Theologie der Psalmen ausgeweitet. Wo Theologie das Wort führt, da spricht sich natürlich eine bestimmte Religion, ja eine Konfession aus. Und gerade die Psalmen als unmittelbare Offenbarungen gewisser Typen von Frömmigkeit, die Psalmen, die Luther und seiner Kirche so teuer geworden sind, scheinen dazu herauszufordern, daß ihre religiöse Weise mit derjenigen ihres Beurteilers verglichen und bisweilen wohl auch nach dem Maße dieser — zensiert wird. Es mag unvermeidlich sein, wenn von der Sünde, dem Leid, der Vergeltung im Sinne der Psalmendichter gesprochen wird, daß dann die eigenen dogmatisch fundierten, differenten Anschauungen sich geltend machen, daß da ein hoher oder auch ״noch nicht so hoher“ Standpunkt gekennzeichnet wird. Aber es leuchtet ein, daß mit dieser Weise der Betrachtung von einer bestimmten konfessionellen Warte her nicht das letzte"Wort über den Eigenwert einer religiösen Erscheinung gesprochen ist, auch dann nicht, wenn der Betrachter ersichtlich von Liebe und Ehrfurcht für den Gegenstand erfüllt ist. Max Wiener-Stettin. R. Beitzenstein, Das iranische Erlösungsmysterium, Bonn (Marcus .& Webers Verlag) 1921. Der bekannte Göttinger Gelehrte R. erklärt in seinem sehr geistvollen . und anregenden Werke die manichäische Religion für iranisch und nimmt an, daß ihre Erlösungslehre, da sie viel Aehnlichkeit mit der der Mandäer hat,

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