Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zu Loevinsons Terracina-Urkunde aus dem Jahre 1520 [Nachricht]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 2)
- Language
- German
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315 Diodato. An Hiobs י׳ כתן וי/ לקח. Als Analogie sei hier noch angeführt: Das bekannte Gebet א' נשמה שנתת ב־ (Berachoth 60 B) lautet im Perusch Rabbenu Chananel (bei Dr. B. Levin, ננד קדח, Haifa 1922, S. 36): א׳ הנשמה שנתתה ב* אתה כתתה. Aehnliche Wortspiele in den hebräischen Unterschriften findet man in Italien während des Mittelalters oft. So z. B. die Chiffre מה״ר שמ״ש רד״גה ש״ח in einer SM Q-Handschrift aus dem XVI. Jahrhundert. (Zunz, Zur Geschichte 451; Berliner, Ges. Sehr. I, 44 und mein Lösungsversuch in Archiv f. jüd. Familienforschung II, 1—3, S. 31 f.) In der Terracina-Urkunde ist ״Gini“ die Umschreibung (dem hebr. j ot entspricht oft ein weiches italienisches g) von י?, wohl kein Familienname. Dem Familiennamen ייני — das die richtige Transskription von Gini — begegnen wir erst in der Neuzeit, so z. B. bei Ad. Jellinek, Bibliogr. hebr. Denk- und Trauerreden in Zunz—Jubelschrift, hebr. Teil, S. 52. Es handelt sich um das Jahr 1821. Triest. . I. Zoller. Besprechungen. Otto Procksclij Die Genesis übersetzt und erklärt. (Kommentar zum Alten Testament hrsg. von E. Sellin, Band I.) Leipzig, A. Deichert, 1913. Was das Buch von Proeksch charakterisiert und wertvoll macht, das ist seine große Besonnenheit, die aber nicht in die kahle Nüchternheit so mancher Kommentarwerke ausartet. Die übliche Quellenscheidung wird übernommen, da und dort noch weiter vorgetrieben, besonders in Kap. 24 (Rebekkas Braut- Werbung), wo Pr. in übergroß anmutendem Scharfsinn fein verwobene Fäden von J und E auseinanderzuwirren sich bemüht. Im allgemeinen tritt aber die kritisch analysierende Arbeit in dieser Genesiserklärung zurück, wenigstens, soweit sie in einer die Vorgänger noch überbietenden Zerstückelung des Textes־ besteht.' rm Gegenteil, in einem wichtigen Punkte, fin der Auffassung des Wesens von J, entscheidet sich ,der Verfasser für eine Ansicht, aus der allein die vielgerühmte schlichte Großartigkeit und Wucht der Erzählungen gerade dieser Quelle ihre zureichende Erklärung finden: J gilt ihm als eine einheitliehe Gestalt, nicht als eine ,,Schule“, wenn er auch glaubt, Nebenkreise aus dem Geiste des J anerkennen zu müssen.— Auch in der Würdigung der Priesterschrift (P) machen sich — wenn man das so nennen will — konservativere Tendenzen geltend, besonders, was die zeitliche Festsetzung angeht. Pr. hält es für ausgemacht, daß der Priesterkodex — gewisse spätere Zusätze ausgenommen — vor dem Exil entstanden sei, sodaß also der gesamte Pentatruch in seinem wesentlichen Bestände auf palästinischem Boden zur Zeit des 1. Tempels gewachsen sein muß. — Solchen relativ kritischen Ansichten der philologischen ,,Kritik“ gegenüber entspricht auch die religionsgeschichtliehe und allgemein historische Auffassung und Auswertung des untersuchten Stoffes. Die Uebertreibungen einer überall mythologische Spuren ausfindig machenden Forschung werden in ihre Schranken gewiesen; in einer besonderen Skizze, welche die Ergebnisse der Exegese zusammenfaßt, der Versuch unternommen, den historischen Kern der Genesiserzählungen herauszuschälen, wobei die fremden Quellen, ägyptische und assyrische, Berücksichtigung finden. Man kann sich freilich bisweilen nicht des Eindrucks erwehren, wie vage und schwankend in jedem Falle der Boden solcher Untersuchungen 21*.