Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Medizin bei den Juden [Nachricht]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 2)
- Language
- German
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243 zehnte zu wünschen. Vom Standpunkte des medizinhistorischen Fachmanns auf Einzelheiten monierend einzugehen, würde hier viel zu weit führen, nur das eine sei hervorgehoben, daß die'Zeitperiode, welche das Buch behandelt, oft recht weit übe'r das ,,Mittelalter“ hinausreicht, Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts, ja sogar des 17. Jahrhunderts mit einbezieht. Im Interesse der guten Sache wäre auch eine gewisse Mäßigung in der Beurteilung der Leistungen zu empfehlen, gegründet auf Kenntnis der gesamten mittelalterlichen Medizin. Davon ist in dem Buche nichts zu spüren. Wir hoffen, daß eine neue Auflage dieser Anforderung besser entsprechen wird. 2. H. Kroiier, Zur Terminologie der arabischen Medizin und zu ihrem zeitgenössischen hebräischen Ausdrucke. Berlin, Druck von H. Itzkowsld 1921. Verfasser hat sich um die Maimonidesforschung durch zwei Editionen bereits verdient gemacht und bereitet die Ausgabe des regimen sanitatis vor. Als Vorarbeit ging er daran, vorerst eine eingehende Untersuchung der hebräisehen Uebersetzungen dieser drei Maimonidischen Abhandlungen inbezug auf die besonders charakteristischen medizinischen Termini und im Verhältnis zu dem arabischen Original vorzunehmen. In dem angesammelten Material fand K. soviel Eigenartiges, daß es genügen dürfte, über die Grundlagen der hebräischen Uebersetzungsmethode und über literarhistorisch wie sprachpsychologisch wichtige Momente beider Sprachgebiete eine sichere Orientierung zu gewinnen. Die einzelnen Abschnitte der wenige Bogen und doch einen so reichen Inhalt umfassenden Arbeit behandeln die Verfahrungsarten der hebräischen Uebersetzungsmethode, wobei sieben Formen unterschieden werden, das Literar- und Kulturhistorische der arabischen, sodann der hebräisehen Terminologie; darauf folgt, nach den medizinischen Wissenszweigen geordnet, die arabisch-hebräische Terminologie, wie sie sich aus den oben angeführten Quellen ergibt. Jedem genauer Prüfenden fällt das sprachgeschichtlich tiefe Eindringen ■in das medizinische Wortproblem und eine feine psychologische Motivierung auf; häufig gelingt es K., zu Ergebnissen über den inneren Gestaltungsprozeß der Sprachgebilde zu gelangen, die als sehr wert- .voll bezeichnet werden müssen. Von großer Bedeutung sind bei diesen Untersuchungen auch die Vergleiche mit der biblisch-talmudischen Literatur, besonders mit den halachischen Partien des Maimonides-Kommentars zu ChuJlin. Sprachforscher, Kultur- und Medizinhistoriker schulden der Leistung Ks., der es verstanden hat, aus oft textlich verderbten Stellen ein überraschend reiches und interessantes Material zu schöpfen, warme Anerkennung. Es ist ein höchst beachtenswerter Fortschritt in der sprachwissenschaftlichen Beleuchtung des islamisch-jüdischen Kulturzusammenhangs. Die verdienstvolle Schrift weckt den Wunsch, es möge in Bälde die angekündigte Edition des Regimen sanitatis des Maimonides zur Tat werden. Wien. . Max Neuburger, Dr. Steplien S. Wise, The Case of the Jewish People, New York, 0. J. Enthält vier Reden des bekannten, wissenschaftlich und sozial tätigen Rabbiners Dr. Stephen S. Wise aus New York an den ,,Kongreß des amerikanischen Judentums“. Das öffentliche Leben des amerikanischen Judentums und seine Sozial Wirtschaft haben in den letzten Jahren eine weit über die Sphäre des rein Lokalen und Innerpolitischen hinausgehende Bedeutung erlangt. Amerika, und besonders das Judentum Amerikas, arbeitet auch für Europa. Die Großzügigkeit, die wir schon früher an baulichen, technischen