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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 238 (sequence 2)
Language
German
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238 lange nicht erreicht, wohl kaum ״zur Erwärmung unseres Fühlens, zur Beflügelung unseres Wollens beitragen“. An dem Kommentar ist das einzige Verdienstliche die gelegentliche Heranziehung einiger Talmud- und Midraschstellen, die aber fast nur zitiert werden, ohne wirklich für die Erläuterung nutzbar gemacht zu werden. Im übrigen hat die ganze Arbeit bestens homiletischen Wert, ist aber wertlos für alle, die der Wissenschaft nicht ebenso fern stehen wie Br. selbst. Zur Uebersetzung möchte ich — ich wähle nur weniges aus — darauf hinweisen, daß 11 אמלא! beim Schwur mit ja oder wahrlich ja übersetzt wird (siehe auch Hirschs Uebersetzung zu Num 1428), daß ferner doch wohl sicher 44 לפי־דות ein Name ist; es geht doch nicht an. einer schönen agadisclien Ausdeutung zuliebe dem Text Gewalt anzutun, der פשט hat vor dem דרש das Vorrecht. Der Kommentar enthält vieles Ueberflüssige, so zu 116, 624, 2033. Grammatische, sprachliche, ja geographische Erklärungen fehlen fast ganz; eine Disposition des Buches vermißt man gänzlich; Paraphrasen liest man dort, wo der Text an sich gut verständlich ist. Andere Kommentare werden nur zitiert, wenn sie vom Verfasser selbst stammen oder seiner Richtung angehören, zu Kap. 5 und 11 wird mehrere Seiten hindurch der Kommentar von M. Hirsch (über ״die Haftoroth“) ausgeschrieben. Ueberdies stören sprachliche Mängel: welche Vorstellung liegt etwa folgendem Bilde — nur ein Beispiel unter vielen — zugrunde (S. 161 zu .lß12j: ״Er lenkt die gefährliche Absicht auf ein harmloses Geleis.‘4 Schließlich dürften Schreibfehler wie gescheidt, giebt, hoffährtig unterbleiben. Genug! Vielleicht bringt dieses neue Buch in seinem Kreise den Segen, den der Verfasser wünscht. Halle a. S. A. Posner. S. Kaatz: Die mündliche Lehre und ihr Dogma. I. Heft. Leipzig 1922. In einer Literatur wie die talmudische, die im ganzen Verlauf ihres Werdens, von den. ersten Anfängen bis zu den letzten Phasen der Redaktion, allen Geistesströmungen jüdischen Lebens Raum gewährt, wobei zweitausend Namen Aufnahme fanden, die verschiedenen Zeiten und Richtungen angehören, zählt das Systematisieren und Festsetzen von Lehren und Begriffen heute noch zu den schwersten Aufgaben der Fachwissenschaft. K. macht nun den Versuch eines solchen System atisierens und hat sich überdies das Ziel gesteckt, ein Problem zu behandeln, das schon an sich schwer ist. Die Bestimmung von Begriff und Wesen der mündlichen Lehre gehört entschieden zu den wissenschaftlich noch nicht vollständig gelösten Fragen unserer Traditionsliteratur. Der Ausgangspunkt K.s dürfte der einzig richtige sein. Schon Weiß in seinem Dor Dor Wedoreschaw I. Anf. und sonst bringt instruktive Beispiele für die Unbedingtheit des Vorhandenseins einer mündliehen Lehre. Doch K. geht weiter. Er vertieft die Frage noch durch andere Beispiele und bietet in den ersten vier Punkten seiner Arbeit eine klare, übersichtliche Darstellung dieser Tatsache. Nebenher finden noch andere, mit der Hauptfrage verwandte Begriffe ihre Erörterung. S. besonders § 3. Etwas verwickelter und ziemlich gewagt ist die Definition des Dogma der mündlichen Lehre. Hier wird den agadischen Auslegungen eine weit größere Rolle zugewiesen, als sich aus der gewöhnlichen Auffassung des Begriffes

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