Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zwei Schriftstücke zur Geschichte der Ärtzte und Apotheker in Fürth
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 3)
- Language
- German
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■ 235 sind auch in anseliung und vindicirung förderst göttlicher Ehr und Gebür solche des eingeborenen Gottes Jesu Christi höchst abgesagte Feinde die Juden, die folgig seine nicht gläubige Glieder tödtlich hassen, mit guten christlichem zu solchen hoch importierten Verrichtungen nicht zu admittiren, noch ihre attentata zu gedulden und werden Sie, ob Sie wol durch ihr andersartiger Handeln und Wandeln noch gelitten und in Consortio anderer Leut gelassen werden, auch wol iemal grosser Patronen Gunst genießen, so gefährlichen Verwaltungen der Artzney praeparirung und Verkaufung mit einigen recht nicht zugelassen werden können“. Durch die Fälschung der Medikamente, in der Apotheke des Juden würde aber auch der Leumund und gute Name des christlichen Arztes gefährdet, dessen Verordnungen eben durch die Fälschung nicht ihren Heilzweck erreichen. Das Collegium Medicum bittet, dem Juden die Eröffnung der Apotheke zu untersagen, ,,wie es die Vindicirung göttlicher Ehr, bevörderung und erhaltung der Christen, der Ruhm fürstlicher Gerechtigkeit wider die jüdische schädliche Attentata und Eingriffe, auch die alten löblichen Ordnungen und Berechtigungen erfordern“. Der Senat be1ürwoTtet dieses gutachtliche Gesuch des Collegium: assensu suo cum gratulatione approbavit et confirmavit. Besprechungen. Max Brod : Heidentum, Christentum, Judentum, ein Bekenntnisbuch. 2 Bde. 317 u. 354 S. Kurt Wolff Verlag, München. Preis geh. 90.— Mk., geb. 120.— Mk. Dies Werk will gewiß kein Sammelplatz theologischer Gelehrsamkeit sein; darum sind kleine, äußere Schwächen in einer neuen Auflage leicht zu beseitigen: wie etwa die unzureichende Talmudzitierung (I 95, I 116) oder die Angabe (I 254), daß Joseph Karo zur Ausarbeitung seines Schulchan Aruch 32 Jahre gebraucht habe; er war in 2 Jahren fertiggestellt, nachdem die Kommentierung eines älteren Dezisionswerkes (Tur des Jakob ben Ascher) die obige Zeit in Anspruch genommen hatte. Nun sei aber hier sofort zugestanden, daß im Folgenden gar nicht eine erschöpfende Beurteilung dieses Werkes beabsichtigt ist, sondern daß die kurze Besprechung vor allem eindringlich empfehlend auf es hinweisen möchte als auf ein Werk, das als Frucht jahrelanger persönlich-seelischer Arbeit den jüdischen Gedanken in neuer, ansprechender Form aller Welt bieten will. Daß dies notwendig sei, weiß der Verfasser, ein Beobachter der Welt und Menschen — wofür seine dichterischen Werke genügend Zeugnis ablegen — selber genau (II 300), und er versucht es in einer Form, die in der Welt des geistigen Kampfes noch nie verschwendet worden ist. B. selbst legt seinem Werk den Untertitel ״Bekenntnisbuch“ bei; und dieses Hervorwachsen, dieses Heranreifen der Frucht aus eigener Herzenssaat gewinnt gegen alle theoretische ^Abweichung von seinem Gedankenwege die Sympathie des Lesers. ״Nicht als müßiger Betrachter schreibe ich dieses Buch. Sondern in diesen letzten Jahren bin ich tiefer in das Getriebe der Welt und der Herzen eingetaucht als je vordem“ (I 22). Es soll aber durchaus nicht nur ein Resümee des privaten Erlebnisstoffes sein, — nein, eine klare Aufforderung auch an andere zur. Revision ihrer Begriffe von Judentum und Christentum. (II 131.) Dabei weiß B. sehr wohl die Grenze zu achten, da im persönlichen Glaubenserlebnis 16*