Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Besprechungen stes Symptom eine wunderbare sittliche Klarheit, Reinheit und Zartheit darstellt. — Gerade das deutsch-französische Judentum, das seine religiösen Ideale wesentlich autochthon, jedenfalls ohne philosophische Gesichtspunkte entwickelt, lehrt uns das Bmporblühen des Sittlichen aus dem Religiösen erkennen — und damit den höchsten Ruhmestitel des Judentums. Das Büchlein verdient weiteste Yerbreitung, auch in der Schule, und aufmerksame Leser. H. Im ,,Archiv für Religionswissenschaft“ XIX. 383 ff. gibt O. Holtzmann eine Uebersieht über die von 1914—1917 erschienenen Schriften zur nachbiblischen jüdischen Literatur. Der ,,Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“ und der von ihr herausgegebenen Schriften wird mehrfach anerkennend gedacht. Der Wunsch nach übersichtlicherer Gestaltung der von der Gesellschaft herauszugebenden Texte trifft mit einer neuerlichen Anregung des Herrn Dr. Rabin bezüglich der aus S. Horovitz’ Nachlaß zu veröffentlichenden Mechilta zusammen: schon hier wird für Absätze und Interpunktion gesorgt sein. Abzulehnen ist dagegen die Forderung vokalisierter Texte, schon aus den von Aptowitzer (Monatsschrift. 1916, 428) dargelegten wissenschaftlichen Bedenken. Wenn H. meint, wir empfänden ,,den Bann der Absonderung dei* heiligen Schriften noch heute wie etwas Heiliges“, so ist das ebenso unberechtigt wie sein Aerger darüber, daß ״die getreuen Hüter der Schultradition“ der Holtzmann-Beersehen Mischnaübersetzung ״einige Dntzend wirkliche oder angebliche Fehler“ nachgewiesen haben. Wir begrüßen von Herzen jeden nichtjüdischen Leser unserer Urkunden — heute angesichts der schändlich zweideutigen Stellung von Männern wie Hauser und Gildemeister zur Blutlüge mehr als je — und wir lernen gerne, wie Krengels Bemerkungen im Juliheft zeigen, von Mitforschern wie H. L. Strack, dem die jüdische Wissenschaft so viele Anregungen dankt: den Ruf nach vokalisierten Texten hat er freilich nicht erhoben.