Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 20)
- Language
- German
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- Elijah 1× ep/1004307
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342 Der Kuß. Bei der Offenbarung fragt, ein Engel jeden einzelnen im Volke, übernimmst du dies Wort? Erkennst du die Gottheit des Heiligen, gelobt sei er, an? Auf die bejahende Antwort küßt er den betreffenden auf den Mund —lehrt R. Jochanan, dem ja die Offenbarung im Symbol des Gotteskusses erschienen (Schir r. 1, 2. Bacher P 1, 313. Schirr. Grünhut p 2b. Sachs, Stimmen 2, 255): Dann küßt ihn der Engel auf den Mund, Der Himmelskuß besiegelt den Bund. Späte Agada läßt Gott die eigene Hand, nach einer Konjektur des Herausgebers Samuel Haida, die Hand des Josua küssen, um des Josua Weisheit und Einsicht anzuerkennen (Elija r. 18 p 103 Fr. 380b, 382a, Warschau). Ältere Agada läßt Hiobs Knie vom Satan küssen (Bb 16a). e) Makrokosmischer Kuß. Josef b. Hisdaj ’ singt in sirä jetömä: Den Mond umhalst die Recht' in Wonne Und freudig küßt die Lipp' die Sonne. {Brody u. Albrecht 28 Z 8. Kämpf, Nichtandalusische Poesie, Beilagen, 184.) Makrokosmisch wird der Kuß in der talmudischen Wendung (Bb 74a. Gaonen darüber MS 1883, 184): zwei Welten, Himmel und Erde küssen sich — als hätte der Himmel die Erde still geküßt, singt Eichendorf — und im kabbalistischen Kusse der Sphären (Pesikta 186b, Jaik. Emor 653). Am Tage des Kusses (Ps 140, 8) wird erklärt: der Tag, an dem Sommer und Herbst sich küssen (berühren) oder an dem zwei Welten sich küssen, das Diesseits verschwindet, das Jenseits auftritt (j Jeb. XV 14d33. Jallc Till 888. Bacher P 3, 726. — Bb 74a. Gaon. Hark. p. 5. 190, 344, MS a. O. Schaare Teschuba Nr. 128. Nachhall bei R. Gerschom zur Stelle). Beim Tode zweier berühmter Schriftgelehrten, Rabba und R. Josef in Babylon, küßten sich die Ufer des Euphrat, beim Tode Abbajs und Rabas die Ufer des Tigris .(M K 25b).