Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zu A. Grottes "Synagogen-Ausgrabungen" [Nachricht] / Klein, Samuel
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 277 (sequence 1)
- Language
- German
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Zu A. ürottes ״Synagogen-Ausgrabungen“ (Monatsschrift 1921. 16 ff.) möchte ich mir folgende Bemerkungen gestatten: 1. S. 17 wird erwähnt, daß in einem Orte zwei Synagogenruinen sich feststellen ließen. Es sei hierzu auf meine Ausführungen in meinem ״iüd. pal. Corpus Inscr.“ (R. Löwit 1920) S. 65 f. verwiesen, wo aus einem mittelalterlichen Reisebericht nachgewiesen wird, daß das eine Gebäude ein בית הכנסת, das andere ein בית המדרש war. — 2. S. 18 Anm, 3. Ueber Krauss’ unhaltbare Ansicht betreffs der Orientierung der Synagogen s. meine Ausführungen in ״Isr. Monatsschrift“ (Beilage der ,,Jüd. Presse“) 1912, Nr. 5, Seite 18. Port schrieb ich auch: Uebrigens schließt die Orientierung des Gebäudes von Süden nach Norden noch nicht die Möglichkeit aus, daß die Gemeinde sich beim Gebet nach Süden (also gegen Jerusalem) gewandt hatte. Man hat z. B. in Meron die Türen an der Südseite angebracht, weil diese gegenüber der Stadt lag; hätte man sie an der Nordseite angebracht, so hätte man den schönstenTeil des Gebäudes von der Stadt aus nicht sehen können. — 3. S. 25. Zum Besuch der Synagoge durch Frauen s. ״Isr: Monatsschrift“ a. a. O. S. 19. — 4. S. 27. Zum מגן דוד s. meine Notiz in ,,Freie jüd. Lehrerstimme“ VI (1917) Seite 13, wo auf Ephemeris II, 145 hingewiesen wird. — 5. S. 28. Betreffs des siebenarmigen Leuchters sei auf eine, meines Wissens bisher unbeachtet gebliebene Stelle in Pesikta rabbati 8 (ed. Friedmann 29b) verwiesen, wo die Menorah als Sinnbild der Gemeinde Israels כנסת ישראל angesehen wird. Das Gleichnis wird ebendort näher ausgeführt: der Fuß — ist der Patriarch (כשיא), der Schaft — der zweite Präsident des Synhedriums (אב בית דין), die Kelche — die Gelehrten (חכמים), die Knöpfe — die Schüler (תלמידים), die Blumen — die Schulkinder.(תינוקות)• Soweit ich sehe, kommen Leuchter- und sonstige Embleme erst in der Zeit nach der Zerstörung des Tempels in Palästina vor. Daß aber auf Grabsteinen nicht nur Palm zweig, Ethrog, Kränze, sondern auch allerhand andere Bilder vorkamen, zeigt die Inschriftensammiung Müüers (Katakombe von Monteverde in Rom). Nach einer Agada soll auf Josuas Grab das Bild der Sonne angebracht worden sein (s. mein Corp. Inscr. S. 30 Anm. 2). — 6. S. 30. Ziegler, Königsgleichnisse, S. 266, führt aus Dio 76, 16 an: ״Severus ließ sehr viele alte Gebäude hersteilen und schrieb seinen Namen darauf“. Bei der Synagoge von Kasjün (Corp. Inscr. S. 81) handelt es sich wohl auch nur um eine Wieder- •herstellung einer alten Synagoge. S. K 1 e i n.