Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 19)
- Language
- German
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erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme. 239 ergreifung hatte die Meseritzer Gemeinde eine Schuldenlast von 101 577 Fl. zu 4—6%, ,,eine für eine im ganzen sehr pauvre Judengemeinde sehr große Schuld"1), die von Wronke 60 000 Fl.2), von Schwerin a. W. 36 000 Fl.3), von Pinne 7600 Fl., von Tirschtiegel 4200 Fl., von Zirke 3400 Fl. und von Bomst und Obersitzko je 2000 Fl.4) All diese Kapitalien standen zu 3% his 5%5). Die Gemeinde von Bojanowo hatte 900 FL, die von Borek 9724 Fl.6), die von Jarotschin 10 016 Fl. 20 p. Gr., die von Kobylin 10 775 Fl., die von Koschmin ca. 13 000 Fl. 7), die von Neustadt a. W. 3687 Fl., die von Rawitsch 48 832 Fl., die von Zerkow 200 Fl. und die von Peysem 6032 Rtl. 9 Gr. 4 Pfg.8). Die jüdische Gemeinde von Kalisch hatte über 50 000 Rtl.9) Schulden aufzuweisen, die von Krotoschin bei der Besitzergreifung 19 000 Rtl,10), die von Kempen 7500 Rtl.11), die von Obomik12)* ף A. VIII. la Bl. 111. 2) Perles 108 hat 200 000 Fl. 3) 1798 nur noch 3898 Rtl. Ortsch. Nr. 1424. 4) Bomst 1798 400 Rtl. Ortsch. Nr. 96. Meseritz bis Obersitzko: A. VIII. la BL 118 f. 5) A. VIII. la Bl. 112; die Zinsen der von den Geistlichen beanspruchten Gelder waren von ihrer ursprünglichen Höhe — beispielsweise bei Rawitsch 7 und 10% — auf 3%% herabgesetzt worden. Dieser Zinssatz ist als niedrig zu bezeichnen, denn noch 1800 gibt Voss an, daß infolge mangelnder Geldmasse und -Cirkulation die Höhe des Zinsfußes bei sicheren Hypotheken nicht unter 6—8%, bei Wechseln selbst sicherer Schuldner fast das Doppelte betrage. Geh. St. A. Rep. 89. 120 A. Bl. 39. 6) Davon 3000 FL der Grundherrschaft. 7) Zimmermann aber gibt 11 546 FL an. Bloch 615. 8) Bojanowo-Peysern A. VIII. 12 Bl. I ff. Bei Peysern allein nicht weniger als 23 verschiedene Schuldkonten. 9) Geh. St. A. Rep. 7 G. la v. III. 53. 10) Bloch 613. 1728 bestanden 102 418 Fl. Schulden, für die das Judenprivileg vom selben Jahre einen Tilgungsmodus festsetzte. Ms. LI. (Preßburg 1912) 362. 11J Bloch 615. Davon 2000 Rtl. zu 10 %. 12) Bloch 615. Perles 108 hat dagegen 2400 Fl.