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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 224

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 224 (sequence 4)
Language
German
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224 Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen In manchen Privilegien batten sich dagegen die Grundherrschaften ausdrücklich Vorbehalten, die festgesetzten Abgaben in dem Maße zu erhöhen1), in dem die jüdische Bevölkerung zunehmen sollte, so in Miloslaw, Zirke und Bojanowo2), oft aber gingen sie auch ohne solche vertragliche Grundlagen zu einer gewaltsamen Steigerung ihrer Einkünfte ‘ vor3). In Bomst hatte der Nachfolger des Privilegsausstellers die ursprünglich (1746) festgesetzte Summe von 40 Rtl. auf 300 erhöht, sie war dann wieder auf 1000 Fl. ermäßigt worden4). Von Nimbierowski, der Grundherr der Stadt Sluscewo, hatte Jahre hindurch, ,,wenn auch .unrechtmäßig“, 100 statt der privilegienmäßigen 40 Dukaten erhoben und lag darüber mit der Gemeinde in langwierigem Prozeß (1803)5). In den starosteilichen Städten Fraustadt6), Meseritz7), Schrimm8) und Qbornik9) betrug das Schutzgeld 228 Rtl., 146 Rtl., 500 Fl. und 200 Fl.; in Miloslaw10 11) und Storchnest13•) machte der Grundzins 1200 Fl. aus, in Jutroschin12) und ף In Neuostpreußen hatten sich die Grundherrschaften in den ihren Bürgerschaften verliehenen allgemeinen Privilegien und Lokationsurkunden ebenfalls oft ein Abänderungsrecht Vorbehalten. Schmidt I. 433. 2) G. T. 101, A. VIII. 24 Bl. 51 (Priv. vom 30. IX. 1792) und A. VIII. 25 Bl. 2 f. (Priv. vom 1. VIII. 1791). 3) G. T. 95 Anm. 3 (allgemein). A. VIII. la Bl. 40. G. T. 120 (Wreschen). A. VIII. lb BL 105 (Gembitz). 4) Ortsch! Nr. 96. 5) A. VIII. 3 B1. 113. Vgl. auch ganz allgemein die bei Grützmacher a. a. O., S. 47 angeführte Deklaration, Abschn. III. 6) Ortsch. Nr. 240. Neben 138 Rtl. allgem. Abgaben. י) St. A. Pos.: Meseritz G. 1. Daneben 100 Rtl. Rauchfang־ gelder und 208 Rtl. Kopfgelder. 8) Ortsch. Nr. 1331. Außerdem mußten sie ihm wöchentlich 2 Tonnen Bier und 16 Quart Branntwein in der Stadt ausschänken. ף G. T. 125. 1ף G. T. 101. 11J Bloch 614. Ortsch. 1477 hat nur 1020 Fl. 12) G. T. 107. Zimmermann gibt aber nur 58 Rtl. 6 Gr. an. Bloch 612.

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