Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aktenstücke zur Judenfrage am Wiener Kongress 1814/1815
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 174 (sequence 3)
- Language
- German
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Schritte ermuntert hätten. Ein Staatsmann von anerkannter Grosse weiss jedem Gegenstande den ihm gebührenden Platz anzuweisen; und, wie dringend auch die Bedürfnisse, wie wichtig die Sorgen des Augenblickes seyn mögen, in dem Gemüt eines Ministers, der das Ganze umfasst, werden nichtsdestoweniger jene Massregeln, auf welchen die dauerhafte Wohlfahrt des Landes und die Zufriedenheit der Bürger desselben beruht, jederzeit den obersten Rang behaupten. Dass die Angelegenheit, die wir in beyliegender Bittschrift Sr, Kaiserl. Majestät von neuem ans Herz legten, in diese Klasse gehört, dass das, der Theilnahme eines väterlichen Monarchen, und eines weisen Ministers so würdige, mit dem Gedeihen des Staates so einig verwebte Schicksal der Israelitischen Glaubensgenossen, mehr als jemals eine ernsthafte Berücksichtigung verdiene, darüber dürfen wir hier keinen umständlichen Beweis führen. Alles, was wir davon weiter sagen könnten, haben Ew. Durchlaucht in tiefer Einsicht und menschenfreundlichem Sinne, längst reifer und besser erwogen. Indem wir uns entschlossen, dies für uns und unsere sämtlichen Brüder so wichtige Gesuch, zu Ew. Durchlaucht unmittelbarer Kenntniss gelangen zu lassen, war unser erster und nächster Zweck uns Hochdero kraftvollen Beystand auf den Fall, dass die Sache der Israelitischen Glaubensgenossen beym Kongress verhandelt werden sollte, zu sichern. Dahin ist auch noch unser Wunsch, und unsere ehrfurchtsvolle Bitte gerichtet, wir glauben jedoch uns auf jene Voraussetzung beschränken zu müssen. Bleibt das Feld unserer Hoffnungen nicht gross genug? Bedarf Oesterreichs Monarchie einer fremden Aufforderung, um das Wohl Seiner Unterthanen zu beschliessen? Es sey fern von uns, einer solchen Besorgnis Raum zu geben. Wir sind vielmehr fest überzeugt, dass, wenn unsere gerechten, längst verbreiteten, auf Kayserliche Verheissung gegründeten Anträge, Ew. Durchlaucht entscheidende Stimme, und vielvermögende Fürsprache unterstützen werden, ein erwünschter Erfolg nicht zweyfelhaft seyn kann. Ew. Durchlaucht ein solches Glück zu verdanken würde bey den Gesinnungen, von welchen wir für Ihre Person belebt sind, den Genuss desselben noch erhöhen und verschönern. Das Werk verdient von Ihnen, Gnädigster Fürst, vollbracht zu werden, der stille Ruhm, der den Stifter erwartet, wird Ihren Namen noch in späteren Jahrhunderten umschweben. Und der Gedanke, 174