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Esra · 1919-01-01 · Heft 4 · p. 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 4
Article
Aphorismen zur jüdischen Jugendbewegung
Date
1919-01-01
Page
118 (sequence 2)
Language
German
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der aber die Bereitschaft notwendig ist, die in der jüdischen Seele ist von Anfang an. Die Kapsel aber die sie umschließt sprengt die Gewalt des Fuhlens, mitunter die Erkenntnis, seltener die äußeren Ereignisse. Unbedingtheit in Liebe, Handeln, Moral und Leben dürfe nicht Ziel einer jüdischen Jugendbewegung sein, sagte Einer, der vergaß, daß eben diese Unbedingtheit oder Konsequenz der Gefühle wie der Tat jüdische, asiatische Ereignisse sind, von denen das barbarische Europa erst durch das dem Judentum entbundene Christentum erfuhr. Es kann diese „hausbackene' Ethik natürlich nicht Ziel einer jüdisdien Bewegung sein, sondern ihre Grundlage. Ihr Ziel muß das Judentum mit allen seinen Äußerungen und Verinnerlichungen sein und ihr Weg, der Weg nach Asien, körperlich und geistig zu beschreiten. Einer gab einmal seiner Furcht Ausdruck, daß der Weg nach Jerusalem, der über Heppenheim führt, in Damaskus enden würde. Ich für meinen Teil schlage gerne jeden Weg ein, der auch nur nach Damaskus führt, den dort habe ich Europa hinter mir und schließlich scheint es mir ein grundlegender Irrtum, zu glauben, daß die Geschichte sich plagiiere: wie leicht kann aus Damaskus einmal ein Paulus als Saulus kommen? Ich kann jenem nicht folgen, der es negierte, daß der Weg über Wyneken zum Judentum führen könne, denn ich kenne diesen Weg nicht Ich halte es aber nicht für unmöglich, sintemalen auch Theodor Herzl, den selbst dieser Verncincr in Angelegenheiten der Orientierung des jüdischen Volkes nicht für ganz unbedeutend halten wird, nicht den geraden Weg auf ein jüdisches Ziel losging ehe ihn das Blut aufrief. ANMERKUNGEN Asien und Europa Von Rabindranath Tagore Die folgende Rede Tagores, gehalten in Tokio, im Juni-1916, war von der europäischen Kriegszensur konfisziert. Erst jetzt wurde sie durch die brüsseler Zeitschrift „L'Art libre* und durch den münchener „Wagenlenker dem diese Üebertragung entnommen äst, bekannt. — Wenn auch Tagore nicht vom Judentum spricht, scheint mir diese Rede wichtig für jenes Judentum, das, ein Teil des Morgenlandes, wieder ins Morgenland zurückkehrt und erkennen wird: müssen, daß ihm eine neue Orientierung not tut: die nach dem Osten. Die restlose Einfügung in das, was man Orient nennt und das Durchkämpfen des ungeheuren Geisteskampfes an der Seite des Orients gegen den merkantilistischen ■ ungeistigen Westen, die tätige Proklamierung seiner Zugehörigkeit zum Geiste Asiens wird ihm wieder das Bewußtsein geben, Ii»

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