Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Sündenfall
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 111 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(\aam wendet sich verständnislos ton Die Schlange nähert sich von aeuem ) Schlange: Eva Die ich mit ungeahnte! Kraft erquicken Und bis zum Kern der Lust entblättern möchte. Mit aller Innigkeit und Zärtlichkeit, Mit aller süßen Ruh, damit dein Leib Die Leiber alles Lebens labe! Eva: Leib! Wie sprichst du das so herrlich aus] Ich fühle, Wie bei dem Wort das Fleisch mir glüht, von selber Sich fühlt und lockt. Sprich es noch einmal aus, Das Wort, ich bitt dich, voller Inbrunst. Schlange: Leib Der Eva, tief im Abgrund aller Wunder Gepflanzt von — Ihm, vom Schopfer, hinterrücks Des Lebens auferbaut, die Wonne, die Ihm gleich ist, zu bewahren, sie dem Menschen Für ewig zu verbergen. Adam: (mit wildem Aufschrei) Fort das Ohr Von dieser Rede! Eva flieh! Sie lästert Den Herrn, sie hebt die Welt aus seiner Milde Und schleudert sie ins Leere, wo sie schwebend Sich ohne Macht und Halt bewegt. Du bist So weise Eva, ich bin weiser. Siehe: # Dich^ziehts zu rascher feuchter Lust uncl Aufruhr. Mich'aber rufts zu Ihm! Jawohl zu Ihm. O, wie sie dieses Ihm in Schande heulte! Ich wills erlösen, ja, zu Ihm — zu Dir! (Er kniet nieder und schaut versunken in die Ferne,) Zu meinem Gotte, Zeuger und Vollender, Zu meinem Antlitz außer mir, — zu Dir, Du meine ewge Hoffnung! (Eva hört mit immer mächtigerem Widerwillen au! Adam hin. Ein furchtbarer Trieb lockt sie zur Schlange. Sie erhebt sich rasch und stolz und stößt ein wildes entsetzliches Lachen aus ) Eva: Schlange, komm, Umwinde mich mit deinem starken Leib Und drücke mich zu nichts. Ich will dies alles Nicht mehr mit Augen schauön, nicht mehr fühlen. Iii