Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Sündenfall
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 108 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Was sonst kein Schweigen und kein Rufen ausspricht. Dein Ruhen ist Vergnügen, deine Regung Gesang, weit schöner als der Vogellaut, Der Gottes Seele aus der Kehle zwitschert. Dein Antlitz redet mehr als Tal und Hügel, Die stumm geheimnisvolle Allmacht preisen. Mein Auge sucht mit Ueberschwang und Jubel In deiner Lieblichkeit dahin, daher Und will nur schauen, blicken, nichts als dies. Das ist mir Speise, mehr als Frucht und Trank, Als alle Labung* Du, die reinen Lüfte Und er, die Sdiönheit und die Herrlichkeit, Hinfiber und vorüber jedem Dinge, Wie machts mich selig! Du jedoch, mein JA/elb, Du bist ein Mensch wie ich und leuchtest menschlich. In meine törigen Augen, die dir Frieden Und Glück entgegenstrahlen, Eva: In deine lieben, Törigen Augen! — Adam: Dein Leib ist schön und schöner als der meine. Wenn ich in blühender, in schweigender Lobpreisung Bei dir verweile, fühl ich mich geborgen- Schmiegsam und liebeselig ist dein Fleisch, Das jedes Gras wie Lust fühlt. Zärtlichkeit, Göttliches Dasein meiner Hand! Erfüllung AH meines Träumens, Sinnens in das Wesen, Geschloßner Mund, himmlischen Sanges voll, Unendliche, unmeßbare Geburt Des Schöpfers, meines, unseres Gottes! Weib, Wie lieb ich dich! Eva: So hold wie diese Blumen Aufblühen, duften, welken und nichts wissen, So liebst du mich- Und so — ich dich, mein Adam. AUgütig und allselig hat midi Gott Aus seiner Seele Grund emporgehoben. Nun kannst du nicht mehr leben, nicht mehr weilerfj Wenn du mich nicht in deiner Nähe fühlst Herrlicher Mann voll Kraft in Hirn und Leib, Voll milden Danks in Blick und in ^Berührung, Laß mich die Augen schließen — Adam: Du, mein Wunder!